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Vettel: "Ich kann das noch gar nicht glauben"

15. Juni 2007 - 11:20 Uhr

Sebastian Vettel muss noch richtig realisieren, dass er sein Formel-1-Debüt geben wird, fühlt sich "bis jetzt" gut und blickt noch ohne Erwartungen auf das Rennen

Sebastian Vettel
Vettel kann es noch gar nicht glauben, dass er sein Formel-1-Debüt geben wird
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im zarten Alter von 19 Jahren und 350 Tagen wird Sebastian Vettel am Sonntag sein Formel-1-Debüt geben. Als Robert Kubica von den Ärzten am Donnerstag in Indianapolis nach seinem schweren Unfall von Montréal keine Starterlaubnis erhielt, rief BMW Motorsport Direktor Mario Theissen den Rennfahrer aus Heppenheim am Handy an und teilte ihm mit, dass er sich auf seinen Einsatz vorbereiten soll.

"Ich war oben in unserem Fahrerraum und hatte eigentlich nichts im wirklichen Sinne zu tun. Er sagte: 'Stell Dich drauf ein, Du wirst am Wochenende fahren.' Man hat damit geliebäugelt, aber nicht gedacht, dass es passiert. Von daher ist es schon etwas Besonderes", so Vettel gegenüber dem 'sid'.

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Und was schoss ihm in den ersten Sekunden nach der Entscheidung durch den Kopf? "Im ersten Augenblick ist mir gar nichts durch den Kopf gegangen. Die Tatsache hat sich erst langsam gesetzt. Aber jetzt freue ich mich darauf. Ich hatte schon etwas gemischte Gefühle. Das ist keine Entscheidung, die man sich auf diese Weise wünscht. Das Wichtigste an der Situation ist, dass es Robert gut geht und er unverletzt ist. Es ist eine komische Situation, mit der man jetzt eben umgehen muss."

"Danach ging es rund", wie Vettel im Interview mit der 'dpa' erzählte. Es galt, die übliche Checkliste abzuarbeiten, darunter das Ausprobieren des Sitzes für den BMW Sauber F1.07 oder das Wiegen auf der FIA-Waage. Wie jeder Fahrer musste auch Vettel vor seiner ersten Ausfahrt beweisen, dass er innerhalb von fünf Sekunden das Auto verlassen kann - inklusive Abschnallen und Demontieren des Lenkrads. Weitere fünf Sekunden später muss das Lenkrad wieder vom Fahrer montiert werden, damit die Streckenposten das Auto manövrieren können.

"Bis jetzt", so versichert der 1 Meter 74 große Rennfahrer, fühle er sich gut: "Ich denke, der Sonntag wird schon ein spezieller Tag werden. Ich kann es noch nicht wirklich glauben, muss ich ehrlich sagen. Aber ich freue mich drauf." Er habe an seinen ersten Grand Prix bis jetzt keine Erwartungen, auch wenn er natürlich weiß, dass das Auto bisher sehr stark war: "Von daher ist das Ziel und die Marschrichtung klar."

Trotz des schweren Unfalls, den sein Teamkollege nur mit sehr viel Glück mit nur kleinen Blessuren überstand, hat der offizielle Test- und Ersatzfahrer des BMW Sauber F1 Teams "Angst in dem Sinne nicht", wie er versichert: "Wir haben letzte Woche alle gesehen, dass die Autos schnell unterwegs sind. Man hat Respekt vor dem, was man macht, das ist ganz klar. Aber es ist jetzt nicht so, dass man Angst hat überhaupt einzusteigen."

Auf den für ihn unbekannten Kurs von Indianapolis hat sich Vettel wie immer vorbereitet: "Ich hatte am Donnerstag die Möglichkeit, ein bisschen drüberzulaufen, bin zwei Runden gejoggt und habe mir ein Bild gemacht. Das mache ich bei den anderen Strecken auch. Ich habe mit Nick kurz gesprochen, wir haben uns über die Strecke ausgetauscht. Er mag sie sehr. Von daher kann sie nicht so schlimm sein."

Was auf ihn im Rennen zukommen wird, kann der Rennfahrer nur erahnen: "Das Rennen ist sehr lang, viel länger als die Rennen, die ich in den bisherigen Serien bestritten habe, von daher schauen wir mal, ob ich fit genug bin. Ich fühle mich gut soweit. Ich musste am Anfang der Saison genauso fit sein wie jetzt, schauen wir einfach mal."

Wie lange das "richtige Abenteuer Formel 1" andauern wird, weiß Sebastian Vettel noch nicht. Robert Kubica wird sich beim kommenden Rennen in Magny-Cours noch einmal den Ärzten vorstellen, die dann wieder grünes Licht für einen Start geben könnten. Das weiß auch Vettel: "Sobald der Robert fit ist, wird er wieder zurück ins Cockpit kommen."

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