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Theissen: "Wäre vor zehn Jahren anders ausgegangen"

11. Juni 2007 - 07:40 Uhr

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen im Interview über den Horrorcrash von Robert Kubica und den zweiten Platz von Nick Heidfeld in Kanada

Mario Theissen
Mario Theissen ist froh, dass Robert Kubica gestern nichts zugestoßen ist
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für das BMW Sauber F1 Team brachte der gestrige Grand Prix von Kanada gemischte Gefühle: einerseits Freude über den zweiten Platz von Nick Heidfeld, andererseits Angst um Robert Kubica. Unmittelbar nach dem Rennen sprach BMW Motorsport Direktor Mario Theissen mit 'Motorsport-Total.com'. Inzwischen steht fest: Kubica geht es gut, der Pole kann sogar heute schon aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Frage: "Herr Theissen, nach diesem Grand Prix kann man ihnen doppelt gratulieren: zum zweiten Platz von Nick Heidfeld und zum sicheren Auto, in dem Robert Kubica bei seinem heftigen Unfall nicht viel passiert ist."
Mario Theissen: "Ja. Das Zweite ist die Nummer eins für uns. Das ist wirklich ganz toll, ich freue mich darüber sehr. Wir sind sehr erleichtert, denn es sah schon wirklich sehr heftig aus, dieser Unfall. Wir könnten uns nicht so freuen, wenn wir nicht wüssten, dass fast nichts passiert ist. Das ist unglaublich. Ich hoffe, dass sich die ersten Aussagen der Ärzte nach der detaillierten Untersuchung bestätigen, dann können wir uns so richtig über den zweiten Platz von Nick freuen."

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Stärkstes Rennen des BMW Sauber F1 Teams

Frage: "Wie haben Sie das Rennen miterlebt?"
Theissen: "Es war natürlich unglaublich, vom Unfall überschattet, aber abgesehen davon war es ein sehr starkes Rennen vom Team, insbesondere von Nick. Ich glaube, auch Robert wäre noch auf das Podium gefahren. Es war sicher unsere stärkste Vorstellung in diesem Jahr. Ein hochverdienter Podiumplatz, den wir gestern schon mit dem Qualifying zementiert haben."

Frage: "Was können Sie uns verraten, wie geht es Robert Kubica?"
Theissen: "Bisher gibt es nur eine Aussage aus dem Medical-Center, ich war während des Rennens dort. Der Arzt hat mir gesagt, er ist nicht in Gefahr, er hat keine inneren Verletzungen, er kann Arme und Beine bewegen, kann den Kopf bewegen, kann sprechen."

Frage: "Das gleicht einem Wunder. Ist das ein Zeichen dafür, wie sicher die Formel 1 geworden ist?"
Theissen: "Absolut. Vor zehn Jahren wäre das wahrscheinlich anders ausgegangen. Es ist wirklich sehr beruhigend, dass auch in solchen Extremsituationen das Monocoque hält."

Frage: "Kann man diese Sicherheit auch auf die Straßenautos übertragen, wenn die Formel 1 so eine Vorreiterrolle spielt?"
Theissen: "Auf jeden Fall kann man die Materialeigenschaften von solchen Kohlefaserkonstruktionen in einzelnen Bauelementen auf Serienfahrzeuge übertragen. Ich erwarte, dass das in den nächsten Jahren auch passieren wird."

Heidfeld hatte Ferrari im Griff

Frage: "Nick Heidfeld hat Fernando Alonso am Start klasse überholt und dann ganz souverän Platz zwei gehalten."
Theissen: "Das ist richtig. Nick hat diesen zweiten Platz aus eigener Kraft herausgefahren. Er hat die Grundlage dafür schon gestern im Qualifying gelegt. Nick hat heute Ferrari wirklich kontrollieren können über das ganze Rennen. Das war natürlich schon ein tolles Ergebnis."

Frage: "Weiter geht es in einer Woche in Indianapolis. Wie liegt die Strecke Ihrem Auto und wer wird neben Nick Heidfeld im zweiten Cockpit sitzen?"
Theissen: "Die zweite Frage werden wir erst beantworten, wenn wir mit Robert gesprochen und uns im Team beraten haben. Zur ersten Frage: Indianapolis ist eine Frage mit zwei Gesichtern. Die eine Hälfte ist ein Hochgeschwindigkeitsoval - das sollte uns liegen. Wir hatten im Qualifying die besten Topspeeds. Dann gibt es noch ein sehr enges Infield, wo es darum geht, genügend Abtrieb zu haben. Wir werden versuchen, die richtige Balance zu finden."