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Theissen: "Motorsport wird niemals 'grün'"

13. Juni 2007 - 16:18 Uhr

Der BMW Motorsport Direktor begrüßt den FIA-Vorstoß und rechnet damit, dass man auf Basis des Vorschlags mit den Herstellern ein Konzept ausarbeiten kann

Mario Theissen
Theissen findet es richtig, dass neue Technologie in der F1 verwendet wird
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Automobilweltverband FIA hat es sich zum Ziel gesetzt, die Formel 1 ab der Saison 2011 durch Technologien wie Energierückgewinnungssysteme oder Motoren mit weniger Hubraum aber mit Turbolader und unter der Verwendung von Bio-Sprit umweltfreundlicher zu machen.

Bei BMW begrüßt man diesen Vorstoß: "Wir sollten dies als Chance sehen, Zukunftstechnologien für Straßenautos vorzubereiten, die PKW umweltfreundlicher machen", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen im Interview mit 'formula1.com'. "Aber Motorsport an sich wird nie 'grün' sein", so der Deutsche weiter.

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Der Vorschlag, der den Teams am Rande des Spanien-Grand-Prix in Barcelona vorgelegt wurde, ist nun von den Teams genauer studiert worden, zudem gab es erste Gespräche untereinander und es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die den Vorschlag bewerten soll.

"Wir sind zudem von der FIA gebeten worden, unsere eigenen Ideen einzubringen und sie zum Vorschlag hinzufügen - das passiert im Moment", so Theissen weiter. "Ich habe das Gefühl, dass dies ein ziemlich konstruktiver Prozess ist und ich erwarte, dass wir zusammen mit der FIA in den kommenden Monaten etwas sehr Ordentliches ausarbeiten werden."

Theissen sieht den Vorstoß als "Chance" an, weil durchaus ein Technologietransfer von der Formel 1 in die Serie erfolgen kann, macht aber keinen Hehl daraus, dass "eine solche Verbindung sehr teuer sein kann".

Denn in der "Königsklasse des Motorsports" werden bekanntermaßen Technologien und Materialen verwandt, die für den PKW-Bau meist viel zu teuer sind: "Wir müssen sehr sorgfältig vorgehen, um die Kosten unter Kontrolle zu halten und sicherzustellen, dass die Technologien für den Straßenverkehr relevant sind."

Nach Aussage von FIA-Boss Max Mosley haben nur zwei Teams ihr Budget nach Einführung der Homologation der Motoren und der Einheitsreifen reduziert, was Theissen nicht ganz glauben kann: "Wir haben unser Budget reduziert und ich gehe davon aus, dass dies mehr als zwei Teams getan haben."

Laut Theissen wurden vor allem in Bezug auf den Antrieb die Kosten reduziert, da sich auf diesem Gebiet 2011 einiges ändern wird, kann man nicht weiter reduzieren, müsse man doch nun wieder verstärkt Entwicklungsarbeit leisten.

Theissen kann sich vorstellen, dass durch den Einzug dieser neuen Technologie das Paket aus "Sport, Technologie, Business und Show" der Formel 1 noch attraktiver wird: "Es ist absolut klar, dass das viel Geld kosten wird, und dass wir viel Zeit brauchen, um es richtig hinzubekommen. Wir müssen das gut durchdenken. Es wird nicht einfach sein, alle Ziele zu erreichen - aber es ist eine Chance."

Der 54-Jährige geht davon aus, dass es "keinen Gegenvorschlag" der Automobilhersteller geben wird, und dass man auf Basis des FIA-Vorschlags eine Einigung erzielen wird: "Es ist kein Geheimnis, dass die Hersteller individuelle Unternehmen mit individuellen Programmen und Richtungen sind - auf der anderen Seite mache ich beim Großteil der Hersteller eine konstruktive Einstellung aus."

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