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Kubica: Beim Treppensteigen hätte mehr passieren können

14. Juni 2007 - 09:26 Uhr

Der BMW Sauber F1 Team Pilot sprach in einem Interview über seinen schweren Unfall in Montréal und will in Indianapolis unbedingt wieder starten

Robert Kubica
Robert Kubica will in Indianapolis unbedingt an den Start gehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Robert Kubica hatte bei seinem Unfall in Montréal einen fleißigen Schutzengel - das einzige Zeichen des 280-km/h-Crashs ist ein Bluterguss am linken Unterarm. Und der 22-Jährige humpelt ein bisschen, weil er sich den Knöchel geprellt hat. Angesichts der Tatsache, dass seine Beine beim zweiten Aufprall in die Mauer im Freien baumelten, ein echter Glücksfall.

Auch wenn sich der Pole selbst einsatzbereit fühlt, werden die Ärzte heute entscheiden, ob er am Rennwochenende teilnehmen darf, oder ob ab Freitag einer der beiden Ersatzpiloten im BMW Sauber F1.07 sitzen wird - wovon die meisten Experten ausgehen. Nach einem so heftigen Einprall ist wenige Tage nach dem Unfall bei einer weiteren Erschütterung des Gehirns das Risiko eines Folgeschadens groß.

Über den Unfall möchte der Rennfahrer "nicht zu viel drüber nachdenken", wie er im Interview mit der 'Bild'-Zeitung erzählt. Mittlerweile hat er sich die Bilder seines Unfalls angeschaut und spricht von einem "schon heftigen Crash" und ist sich bewusst, dass er "viel Glück" gehabt hat. Dementsprechend sei er "sehr happy", dass er ohne größere Verletzungen davongekommen ist.

Man könne "keinem einen Vorwurf" machen, meint Kubica, der Jarno Trulli in der 27. Runde in der Linkskurve vor der Haarnadelkurve links überholen wollte: "Ich dachte, Jarno würde die normale Linie halten. Wir waren sehr weit außen, da war kein Platz mehr. Dann habe ich Jarno berührt und zuerst den Flügel verloren".

Ohne Abtrieb an der Vorderachse hatte der Pole keine Chance mehr und rutschte ohne Lenkwirkung gerade auf die Betonmauer zu. Er habe nur noch schnell das Lenkrad loslassen und die Hände an die Brust drücken können - der richtige Reflex, um zu verhindern, dass ein herumgerissenes Lenkrad die Hand bricht.

Er könne sich "an viel" erinnern und sei sich aus diesem Grund sicher, dass er nur kurz bewusstlos war. Als er auf der Seite lag, die Streckenposten sah und sich zu bewegen versuchte, da wusste er, "dass ich okay bin".

Er sei nun glücklich, "dass ich hier in einem Stück sitze" und müsse sich dafür bei Gott bedanken: "Denn es gibt einfach keine vernünftige Erklärung dafür, dass ich nicht mal einen Finger gebrochen habe. Ich hätte mich beim Treppensteigen schwerer verletzen können..."

Ganz irdisch kann sich Robert Kubica bei jenen Leuten bedanken, die dafür verantwortlich sind, dass die Formel-1-Autos heute so sicher sind. Denn auch dem BMW Sauber F1 Team Pilot ist klar, dass er diesen Unfall vor zehn Jahren wohl noch nicht überlebt hätte.

Kubica versichert, "klar im Kopf" zu sein und sich konzentrieren zu können. Deshalb hofft Kubica frei nach dem Motto "was dich nicht umhaut, härtet dich ab", in Indianapolis starten zu dürfen: "Das ist der beste Weg zurück in die Realität." Der Unfall habe jedenfalls in seinem Kopf "keine Spuren hinterlassen". Er sei sich des Risikos seines Berufes bewusst und werde deshalb auch in Zukunft Rennen fahren.