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Die Formel 1 und ihre Talentschule GP2

21. Juni 2007 - 16:10 Uhr

Red Bull Motorsport-Berater Helmut Marko über Nachwuchsfahrer, die Förderung von Talenten und das größte Manko der GP2

Helmut Marko (Motorsportchef)
Helmut Marko weiß genau, worauf es im Motorsport ankommt
© Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 unterliegt einem ständigen Wandel. Nicht nur die Technik wird von Jahr zu Jahr weiterentwickelt, auch das Fahrer-Feld hat in jedem Jahr ein anderes Gesicht. Mit dem Rücktritt von Michael Schumacher gab es die größte Veränderung seit vielen Jahren, gleichzeitig hat der Sport mit Lewis Hamilton quasi aus dem Nichts einen neuen Superstar bekommen.

Mit Nico Rosberg, Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton haben einige Fahrer in den vergangenen zwei Jahren ihren Weg über die GP2 in die Formel 1 gefunden, aber in den Augen von Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko kommen viele Talente erst gar nicht in die Rahmenserie der Formel 1, da die Kosten in den vergangenen Jahren explodiert sind, was er bedauert, schätzt er die Serie doch als ideale Vorbereitung ein.


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Es fahren nur Piloten in der GP2, die einen oder mehrere Sponsoren an der Hand haben, die einiges an Geld in das GP2-Engagement stecken: "Ich würde nicht sagen, dass Geld den Charakter kaputt macht, aber es stillt den Hunger auf Erfolg", so Marko im Interview mit 'formula1.com'. Laut Marko benötigt man für eine GP2-Saison 1,2 Millionen Euro.

Ein weiteres Problem, warum es derzeit nach Meinung des Österreichers zu wenig neue Talente in die "Königsklasse des Motorsports" schaffen, sind die mangelnden Testkilometer: "Das Ergebnis der Testrestriktionen ist, dass die Trainingseinheiten am Freitag nun von den offiziellen Einsatzpiloten gefahren werden."

Im Moment schätzt Marko die Chancen auf einen Einstieg von Formel-1-Neulingen als so groß wie immer ein, schließlich gibt es praktisch in jedem Jahr Fahrer, die selbst ihren Helm an den Nagel hängen oder mit denen Teams unzufrieden sind: "Auf der anderen Seite sehe ich niemanden, der sich für einen Vertrag aufdrängt", so der Österreicher mit Blick auf die GP2.

Red Bull selbst hat derzeit 16 Fahrer unter Vertrag, die in verschiedenen Rennserien an den Start gehen und es eines Tages in die Formel 1 schaffen könnten. Meist werden die Piloten im Alter von 15 oder 16 Jahren verpflichtet, wenn sie noch im Kart fahren.

"Und eines Tages kommt der Moment der Wahrheit. Entweder reicht das Talent für den kommenden Serien-Sprung nicht aus - was selten der Fall ist - oder ihre Einstellung passt nicht, was häufiger der Fall ist!" Aus den eigenen Reihen sieht Marko derzeit nur Sebastien Buemi und Michael Ammermüller als große Talente der kommenden Jahre.

Viele Rennfahrer würden glauben, dass es in der Formel 1 reicht, dabei zu sein. Stattdessen seien gerade heute technische Fähigkeiten erforderlich, da man die mechanischen, aerodynamischen und elektronischen Komponenten eines Autos verstehen und sie abstimmen lernen müsse. Hinzu käme die erforderliche mentale Stärke: "Und man muss den Willen haben, hart zu arbeiten - es heißt Rennenfahren oder gar nichts. Und du musst unbarmherzig sein, nur so bringst du es zu etwas."

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