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BMW Sauber F1 Team blickt auf Indianapolis

11. Juni 2007 - 11:51 Uhr

Nach einem Rennen der gemischten Gefühle blickt das BMW Sauber F1 Team auf den USA-Grand-Prix, der am Wochenende in Indianapolis stattfindet

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld hatte vergangenes Jahr in Indy einen schweren Überschlag
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach dem besten Einzelresultat in der jungen Geschichte des BMW Sauber F1 Teams beim Großen Preis von Kanada, wo Nick Heidfeld Zweiter wurde, steht bereits am kommenden Wochenende der Große Preis der USA in Indianapolis auf dem Programm. Erst am Donnerstag in Indianapolis kann eine Entscheidung fallen, ob Robert Kubica nach seinem schweren Unfall in Montréal an der Seite von Heidfeld einsatzbereit sein wird.

"Ich mag es, wenn Rennstrecken einen unverwechselbaren Charakter haben", so Heidfeld. "Das trifft auf Indianapolis sicher zu. Der Speedway ist eine Ikone des amerikanischen Rennsports, und die Steilwand ist für die Formel 1 etwas Besonderes, obwohl es fahrerisch nicht gerade anspruchsvoll ist, mit Vollgas geradeaus zu fahren."

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"Viel schwieriger ist es, das Auto optimal abzustimmen. Man muss den richtigen Kompromiss finden, um auf den knapp zwei Kilometern Vollgaspassage möglichst schnell zu sein, aber im kurvigen Infield trotzdem noch genug Abtrieb für die vielen Kurven zu haben."

"Ich habe unterschiedliche Erinnerungen an Indy. 2001 bin ich dort mit Sauber noch Sechster geworden, obwohl ich den ersten, den zweiten und vor allem den siebten Gang verloren hatte. Das war eines meiner besten Rennen. Weniger gern erinnere ich mich an den Unfall 2006. Wir waren im Qualifying gut gewesen, aber kurz nach dem Start wurde ich in eine Kollision verwickelt und habe mich das erste und hoffentlich auch letzte Mal in meiner Karriere überschlagen."

"Indy ist das zweite Rennen unseres Übersee-Trips", so Kubica in seiner Vorschau, die schon vor dem Rennen in Montréal vom Team erstellt wurde. "Ich verbinde keine besonderen Gefühle mit dieser Rennstrecke. Es gibt die lange Gerade, dann die hängende Kurve, die ins Infield führt, das eine sehr langsame Kurvenfolge ist. Es ist ein Muss, den richtigen Abstimmungskompromiss zwischen der Hochgeschwindigkeitspassage und den engen Kurven zu finden. Ich denke, die Strecke wird unserem Auto liegen."

"Indianapolis ist ein besonderer Auftritt der Formel 1", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Dieser Speedway ist in der ganzen Welt bekannt und steht für amerikanischen Motorsport wie keine andere Rennstrecke."

"Für die BMW Group ist der Große Preis der USA insofern von außerordentlicher Bedeutung, als dass die Vereinigten Staaten unser größter Markt sind. Dort verkaufen wir mehr Fahrzeuge als in Deutschland und haben auch die größten Produktionsstätten außerhalb Deutschlands."

"Ein anderer Superlativ in Indy ist die mechanische Motorenbelastung. Die Fahrer geben 23 Sekunden lang Vollgas und davon die meiste Zeit im siebten Gang. Das treibt die Triebwerke an die Grenze ihrer Belastbarkeit. In der Vergangenheit hat BMW in Indianapolis viele Punkte durch Unfälle verloren. Von daher wünsche ich mir vor allem ein kollisionsloses Wochenende."

"Der Speedway in Indianapolis ist eine grundlegend andere Strecke als der Kurs in Montréal, trotzdem fährt man auf beiden mit einem mittleren Abtriebslevel", so Willy Rampf, Technischer Direktor. "In Indy kommt das durch einen schwierigen Kompromiss zustande. Im Oval-Abschnitt wird 1.860 Meter Vollgas gefahren. Das ist bislang die längste Vollgaspassage im gesamten Formel-1-Kalender. Für maximalen Topspeed würde man im Oval von Indy am liebsten mit ganz flachem Flügel und minimalem Luftwiderstand fahren."

"Mit einem Low-Downforce-Paket, wie man es in Monza verwendet, hätte man aber für die elf Kurven im Infield von Indianapolis bei weitem nicht genug Abtrieb. Wenn einem in diesen Kurven Bremsstabilität und Traktion fehlen, verliert man mehr Zeit, als man auf der Geraden gewinnen kann. Im Infield, wo bis in den ersten Gang runter geschaltet wird, wünscht man sich maximalen Abtrieb, ähnlich wie in Monaco oder Budapest."

"Diese extremen Unterschiede zwischen Oval und Innenraum machen die Abstimmarbeit in Indy zum Spagat. Der war uns 2006 recht gut gelungen. Für das Rennen ist noch interessant, dass es am Ende der Geraden Überholmöglichkeiten gibt. Am Übergang zum Infield ist die Strecke so breit, dass sie mehrere Linien zulässt."