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Warum Villeneuve nie über seinen Vater sprechen wollte

09. Mai 2007 - 20:31 Uhr

25 Jahre nach dem Tod seines Vaters Gilles erklärt Jacques Villeneuve erstmals, warum er anfangs nie über dieses Thema sprechen wollte

Jacques Villeneuve
Jacques Villeneuve spricht neuerdings endlich auch über seinen Vater
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als Jacques Villeneuve 1996 in die Formel 1 kam, stellte er das bis dahin eher verspannte Fahrerlager auf den Kopf: Seine schlabbrigen Williams-Overalls sorgten optisch für Aufruhr - und vor allem nahm sich der ungestüme Kanadier nie ein Blatt vor den Mund. Nur über seinen Vater Gilles wollte er nie sprechen.

Warum, das erklärte er nun in einem Interview mit 'Globe and Mail': "Das war etwas Persönliches, daher war ich nicht bereit, darüber zu sprechen, aber der Hauptgrund war, dass ich etwas ganz anderes gesagt hätte als das, was die Leute hören wollten - und dadurch entstand von Anfang an ein negativer Beigeschmack. Es war einfacher, den Leuten zu sagen: 'Ich will nicht darüber reden, damit hat es sich!'"

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"Die Leute wären von meiner Antwort enttäuscht gewesen, denn ich habe die Dinge ganz anders gesehen - ich war ja sein Sohn. Ich war dort, habe das jeden Tag gelebt, ich war kein Fan. Er war mein Held, aber es war anders", so der Weltmeister von 1997. "Ich wollte nicht als Villeneuve ein Champion werden, sondern wegen meiner selbst. Das war mir wichtig. Ich fuhr nicht, um das Erbe meines Vaters fortzusetzen, sondern weil ich es geliebt habe, weil ich Rennen fahren und für mich selbst gewinnen wollte."

Außerdem ist der heute 36-Jährige ziemlich genau 25 Jahre nach dem tragischen Unfalltod seines Vaters der Meinung, dass er sowieso nur etwas Falsches hätte sagen können - ganz egal, was er gesagt hätte: "Wenn ich zum Beispiel Skirennen gefahren wäre statt des Motorsports, dann hätten mir die Leute bestimmt vorgeworfen: 'Oh, das macht er doch nur, um nicht so zu sein wie sein Vater!'"

Den Vorwurf, er wisse das Vermächtnis seines berühmten Vaters nicht zu schätzen, weist Villeneuve weit von sich: "Ich verstehe sehr wohl, was für eine Hilfe es mir war, sein Sohn zu sein. Ich bin auch wahnsinnig stolz darauf, dass er mein Vater war. Er ist irgendwo da oben, er war immer mein Held, aber das bedeutet nicht, dass ich Rennen gefahren bin, um sein Erbe fortzuführen. Ich bin keiner, der die Leute glücklich machen will. Das ist alles", stellte er klar.