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Vasselon: "In Monaco sieht man wirklich den Speed"

18. Mai 2007 - 12:01 Uhr

Der Technische Direktor Chassis von Toyota im Interview über die Faszination des Stadtkurses von Monte Carlo und die Herausforderung, die er an alle stellt

Pascal Vasselon
Pascal Vasselon fiebert seinem Lieblingsrennen in Monte Carlo entgegen
© Toyota

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Magst du den Glamour von Monaco oder stellt das für dich eine Störung dar?"
Vasselon: "Für mich ist es einfach das Rennen, das ich in der Saison am meisten mag. Es ist wirklich etwas anderes. Auf anderen Strecken würde man natürlich nicht sagen, dass man gelangweilt ist, obwohl man dem Job schon seit Jahren nachgeht, aber man ist nicht mehr von der Geschwindigkeit der Autos beeindruckt. In Monaco ist das völlig anders, denn man hat viel mehr visuelle Anhaltspunkte und in Monaco sieht man wirklich den Speed des Autos."

"Es gibt zudem ein Missverhältnis zwischen der Stadt, dem geringen Platz, der zur Verfügung steht, und dem Speed des Autos. Aus diesem Grund realisiert man in Monaco wirklich, wie schnell diese Autos sein können. Das ist wirklich beeindruckend."

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"Was ich an Monaco auch mag, ist sein Hafen mit all den Yachten, die dort vor Anker liegen. Ich liebe Boote und fünf Tage nahe am Meer zu verbringen ist einfach perfekt. Das klingt wie ein Urlaub! Aber das lenkt überhaupt nicht ab, es ist einfacher ein großartiger Ort, um dort seine Zeit zu verbringen."

Frage: "Bist du im Besitz eines eigenen Boots?"
Vasselon: "Ja, aber es ist ein sehr altes, es wird aus diesem Grund nicht in Monaco sein!"

Frage: "Hast du am Freitag einen freien Tag?"
Vasselon: "Für gewöhnlich haben wir am Freitagnachmittag in Monaco ein paar Stunden, in denen man sich entspannen und die Atmosphäre genießen kann. Die Rennsaison ist so arbeitsreich, man genießt diese paar Stunden dann wirklich. Das ist für ein Grand-Prix-Wochenende wirklich unüblich, ich weiß dieses Etwas an Freizeit wirklich zu genießen."

Frage: "Du weißt den Speed der Autos zu schätzen, was ist mit den Fahrern?"
Vasselon: "Die Fahrer müssen mehr als üblich außergewöhnliche Arbeit leisten als zum Beispiel in Barcelona, denn da kann man 20 bis 30 Zentimeter neben der Ideallinie fahren, was man in Monaco nicht tun kann. Das ist wirklich so speziell, das führt zu einer besonderen Kombination. Es ist ein wirklich herausragendes Rennen - das Rennen der Saison."

Frage: "Kannst du erklären, was ein Formel-1-Auto braucht, um in Monaco erfolgreich sein zu können?"
Vasselon: "Die Leistungsfaktoren sind in Monaco im Vergleich zu anderen Rennen aus dem einfachen Grund, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit sehr gering ist, völlig anders. Das hat klare Konsequenzen. In Bezug auf den Motor ist das Auto auf dem Großteil der Strecke durch den Reifen limitiert, man braucht also Beschleunigung und Traktion."

"In Monaco findet man an den durch die Reifen limitierten Stellen mehr Zeit als auf anderen Strecken. Das bedeutet, dass die Motorleistung weniger wichtig ist als sonstwo, das ist die erste Konsequenz der niedrigeren Geschwindigkeit."

"Wenn man sich in der Formel 1 die wichtigsten Faktoren für die Geschwindigkeit anschaut, dann nimmt in Monaco die Bedeutung zweier von ihnen ab, es bleiben also die Reifen und die Fahrer übrig. In dieser Saison haben wir alle die gleichen Bridgestone-Reifen, man könnte also sagen, dass es hauptsächlich von den Fahrern abhängen wird. Einfach, um sie unter Druck zu setzen!"

Frage: "Könnte es also sein, dass die Reihenfolge etwas anderes aussieht?"
Vasselon: "Monaco hebt leicht verschiedene Leistungsfaktoren hervor. Wir können davon ausgehen, dass die Fahrer wichtiger sein werden. Es gibt auch so alberne Dinge wie die Möglichkeit, um die Haarnadelkurve 'Grand Hotel' herumzukommen. Es ist eine sehr enge Kurve und man muss sicherstellen, dass es das Lenksystem erlaubt, dort herumzukommen."

"Daneben kann man vermuten, dass ein Auto mit einem kleineren Radstand in Monaco wegen der langsamen und engen Kurven eine bessere Leistung zeigen wird. Es ist aus diesem Grund immer sehr schwierig nach Monaco zu kommen und vorherzusagen, wie die Startaufstellung aussehen wird."

Frage: "Habt ihr für Monaco ein besonderes Paket für das Auto?"
Vasselon: "Der Kurs ist so besonders, dass man ein spezielles Aerodynamik-Paket braucht, was sich hauptsächlich auf den Frontflügel, den Heckflügel und ein paar weitere zusätzliche Dinge bezieht. Alle Teams werden mit einem Monaco-Aerodynamik-Paket ankommen, das möglichst viel Abtrieb liefert, fast ohne dabei Rücksicht auf den Luftwiderstand zu nehmen. Wir werden auch mechanische Veränderungen am Chassis vornehmen, um sicherzustellen, dass wir um diese langsamen Kurven fahren können."

Frage: "Das Qualifying ist in Monaco traditionell entscheidend, bedeutet dies, dass ihr im Vergleich zu anderen Rennen eine andere Strategie habt?"
Vasselon: "In Monaco zerbrechen wir uns wegen des Qualifyings immer den Kopf. Seitdem wir das Qualifying mit der Benzinmenge für das Rennen an Bord bestreiten, ist dies in Monaco ein Dilemma. In der Vergangenheit war es in Monaco das Beste gewesen, sich in Monaco an der Spitze zu qualifizieren - mit den aktuellen Regeln würde das bedeuten, so leicht wie möglich mit der Benzinmenge ins Qualifying zu gehen."

"Aber da Überholen in Monaco so schwierig ist, muss man normalerweise einen sehr langen ersten Rennabschnitt fahren. Nun müssen wir uns immer noch an der Spitze qualifizieren und wir müssen immer noch so lange wie möglich im ersten Stint fahren - das ist ein klarer Konflikt."

"Wenn du einen langen ersten Stint haben möchtest, dann wirst du dich schlechter qualifizieren. Aus diesem Grund hat man am Start in Monaco sehr unterschiedliche Strategien, da man dieses Dilemma hat. Jedes Team wird laut seiner Situation den Kompromiss zwischen der einen und der anderen Richtung ausloten, sodass es schlussendlich bei der Strategie ziemlich große Unterschiede gibt. Für gewöhnlich erledigen die meisten Autos ihre ersten Stopps innerhalb von drei bis fünf Runden, in Monaco werden es eher zehn sein."

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