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Stewart: "Hamilton wird Geschichte umschreiben"

21. Mai 2007 - 19:12 Uhr

Ex-Weltmeister Jackie Stewart zeigt sich schwer beeindruckt vom Debüt von Lewis Hamilton und traut ihm eine Erfolgsära à la Michael Schumacher zu

Jackie Stewart
Jackie Stewart hält große Stücke auf Lewis Hamilton
© GEPA/xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der beeindruckende Formel-1-Einstieg von Lewis Hamilton, der ja nach vier Rennen die Fahrer-WM anführt, hat in den vergangenen Wochen viel medialen Staub aufgewirbelt. Seither übertreffen sich diverse Beobachter der Szene gegenseitig mit Superlativen - und Jackie Stewart hat nun die bisher wahrscheinlich euphorischste Lobeshymne von sich gegeben.

Nach Meinung des dreifachen Ex-Weltmeisters wird der McLaren-Mercedes-Pilot in den kommenden Jahren nämlich "die Geschichtsbücher umschreiben", was er nicht nur auf Hamiltons reines Fahrtalent zurückführt, sondern vor allem auch auf dessen Einstellung außerhalb des Cockpits: "Der große Erfolg im Leben kommt genauso viel von den Qualitäten innerhalb des wie auch außerhalb des Rennwagens", so Stewart, der aber natürlich das Talent als Grundvoraussetzung betrachtet.

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Nicht nur Talent, sondern das komplette Paket

"Lewis hat alles. Er hat den Kopf dafür, er hat die Einstellung, das gottgegebene Talent, aber er erkennt auch schon, dass er noch etwas anderes haben muss. Darum trifft man ihn jeden Tag in der Fabrik an, darum ist er schon jetzt populärer als viele britische Fahrer, die die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Alles, was er macht, macht er mit Stil und Bescheidenheit", streute er dem 22-jährigen GP2-Champion Rosen.

"Ich denke", fuhr Stewart fort, "dass er die Geschichtsbücher umschreiben wird. Wir werden eine neue Generation an Fahrern sehen, die ich als angemessen vorbereitete Rennfahrer bezeichne. Ich glaube nicht, dass es schon einen gegeben hat, auf den das zutrifft. Schumacher wurde dazu, aber ich spreche von einem rundum fertigen Fahrer. Schumacher war nicht so gut, wie er hätte sein können, nicht vom Fahren her, sondern als Komplettpaket."

Der 67-Jährige traut Hamilton sogar zu, dass er neue Maßstäbe setzen wird - nicht nur in Bezug auf Erfolge, sondern auch hinsichtlich einer neuen Kultur in der Formel 1. Von vielen anderen Stars wie etwa Niki Lauda und James Hunt könne man dies nicht behaupten, "denn das waren keine Vorbilder. Sie haben nie etwas gesagt, scherten sich um nichts. Lewis kann aber ein Vorbild werden. Jeder braucht so etwas!"

Menschliche Qualitäten stimmen

Damit spielte Stewart vor allem auf die menschlichen Qualitäten des Youngsters an, der nicht zuletzt durch seine schwierige Familiensituation - Eltern geschieden, Bruder körperlich behindert - schon viel reifer ist als viele andere junge Männer in seinem Alter. Dies wiederum spiegelt sich in seinem Auftreten, das bei der Öffentlichkeit gut ankommt. Im Gegensatz zu einigen Formel-1-Primadonnen drängt sich Hamilton nämlich nie in den Vordergrund, ist er sich nie zu gut für ein schnelles Autogramm.

Stewart fiel dies zum ersten Mal an Weihnachten auf, als er den damals noch angehenden Grand-Prix-Star zu einer von ihm organisierten Charity-Veranstaltung im Springfield Club im Osten Londons einlud, für den sich er selbst und sein Sohn Paul seit Jahren einsetzen. Schon viele Formel-1-Fahrer sind dort als Stargäste aufgetreten, um sich sozial zu engagieren, doch einen so bleibenden Eindruck wie Hamilton hat noch niemand hinterlassen.

Der Brite mit karibischen Wurzeln übergab einige Preise und machte seinen Job hervorragend: "Er war magisch, hat voll eingeschlagen", schwärmte Stewart. "Er war der beste Gast, den wir je hatten, hat besser zu uns gepasst als jeder andere zuvor. Er ging auf die Leute zu, zu den Müttern, Vätern und Kindern, gab jedem das Gefühl, hier zu Hause zu sein." Außerdem agierte Hamilton spontan, lehnte ein vorgefertigtes Skript für seine Statements ab.