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Schumacher: Berater, Maskottchen, Zaungast

13. Mai 2007 - 14:24 Uhr

Michael Schumacher hat keine Ambitionen als Teamchef und keine Sehnsucht aufs Fahren, stattdessen genießt er seine neuen Freiräume

Jean Todt Michael Schumacher
Jean Todt und Michael Schumacher in der Startaufstellung
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Berater, Maskottchen oder einfach nur gern gesehener Gast: Bei Michael Schumachers erstem Besuch seiner alten Kollegen in der Formel 1 wusste in Barcelona niemand so recht, was der Rekord-Weltmeister im neuen Job als Ferrari-Berater eigentlich machen soll - nicht mal er selbst. Für den "Früh-Rentner" ist nur klar, was er nicht will: irgendwann als Teamchef wieder regelmäßig an der Boxenmauer stehen.

Im Training tauchte er mal kurz auf dem Ferrari-Kommandostand auf, die Pole Position seines Freundes Felipe Massa erlebte Schumi zusammen mit Manager Willi Weber in der Box. Was für den Schwaben ein Novum war: "Früher stand ich immer alleine da, und Michael saß im Auto."

Wie der neue Job seines Schützlings konkret aussieht, weiß aber selbst Weber nicht wirklich. "Das wird erst jetzt diskutiert. Es ist trotzdem gut, dass er da ist, er will sich erstmals einen Überblick verschaffen: Was ist passiert während meiner Abwesenheit, und auf was muss ich alles achten?", sagte der Manager.

Für den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda ist Schumacher allerdings nicht mehr als ein Maskottchen. Schumacher selbst sieht sich im Moment noch eher als eine Art Lebensversicherung für schlechte Zeiten.

"Es geht darum, dass meine Erfahrung hilfreich sein kann, um den globalen Überblick über das Geschehen zu bekommen", sagte der 38-Jährige: "Diese Position, wie ich sie im Moment ausfülle, hat es vorher nie gegeben. Sie ist eher dafür gedacht, dass man in schwierigen Phasen eine unterstützende Meinung hat."

Eine schwierige Phase hat Ferrari nach Schumachers Rücktritt (noch) nicht erlebt. Sein Ex-Teamkollege Massa und Nachfolger Kimi Räikkönen schlossen in den ersten Rennen des Jahres nahtlos an frühere Zeiten mit dem siebenmaligen Weltmeister an. Der gab zu, dass seine Hilfe im Moment nicht notwendig ist: "Es ist minimal, was ich beitragen könnte und müsste."

Stattdessen kann sich der Wahl-Schweizer mehr um die Organisation seiner Freizeit kümmern. Dinge tun, für die er früher keine Zeit hatte, das Leben als Familienvater genießen, mit seinen Kindern Gina-Maria und Mick die Schulferien komplett ausnutzen.

Den Drang, wieder in ein Formel-1-Auto zu steigen, das 16 Jahre lang sein zweites Zuhause war, verspürt er nicht. "Wenn ich wirklich die Sehnsucht danach hätte, würden sich sicher Möglichkeiten für mich ergeben", meinte Schumacher.

Eine Super-Lizenz, den Extra-Führerschein für die Formel 1, habe er auch gar nicht mehr. Nicht mal einen Fahrplan, zu welchen Rennen außer den bislang vorgesehenen in Magny-Cours und auf dem Nürburgring er noch kommen werde, hat er gemacht: "Das lasse ich auf mich zukommen. Wenn ich gebraucht werde oder wenn ich Lust habe, werde ich kommen."

Die Ex-Kollegen sind nicht böse, dass Schumacher nicht mehr da ist. "Ich persönlich vermisse ihn nicht. Ich will nicht sagen, dass es mir nicht gefiel, gegen ihn zu fahren. Wir haben große Schlachten ausgetragen´, sagte Weltmeister Fernando Alonso der 'Welt am Sonntag'.

Jetzt aber gebe es Massa, Räikkönen, Hamilton, alle zwischen 22 und 27 Jahre alt. Die Formel 1 werde deshalb noch eine Weile umkämpft sein. "Mit Michael waren wir an einem Punkt angekommen, als alles monotoner wurde. Der Wechsel hat gutgetan",
meinte der Spanier.

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