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Red Bull Racing setzt auf französische PS

03. Mai 2007 - 20:31 Uhr

Der für Red Bull Racing verantwortliche Renault-Ingenieur Fabrice Lom spricht über die Fortschritte der noch jungen Motorenpartnerschaft

Renault- und Red-Bull-Trucks
Die Zusammenarbeit zwischen Renault und Red Bull Racing funktioniert gut
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Eine der bedeutendsten Veränderungen, die Red Bull Racing in diesem Jahr erlebte, ist der Umstieg auf die V8-Motoren von Renault. Der französische Konzern, der für sich in Anspruch nehmen kann, im Jahr 1906 den ersten Grand Prix der Motorsporthistorie gewonnen zu haben, gilt geradezu als Spezialist, wenn es um die Versorgung anderer Teams mit Motoren geht. In dieser Eigenschaft wurden nicht nur Rennen, sondern auch WM-Titel gewonnen.

An der Spitze von Renaults Red-Bull-Racing-Programm steht Fabrice Lom. Im Vorjahr arbeitete er als Ingenieur von Giancarlo Fisichella, nachdem er zuvor für die Projekte seiner Firma - sie liefen unter dem Namen Supertech - mit den Rennställen BAR und Arrows verantwortlich war. "Es ist schwer auszuhalten", scherzt Lom, "wenn mich Renault weiterhin in Diensten anderer Teams einsetzt. Ernsthaft - ich empfinde diese Aufgaben als wertvolle Auszeichnung. Bei Null anzufangen, bereitet mehr Freude als die Weiterentwicklung an der Seite eines etablierten Teams."

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Gesunde Rivalität mit dem Werksteam

Bisher gelang es Red Bull Racing im Verlauf dieser Saison oft, in der Startaufstellung zumindest einen der Werks-Renault hinter sich zu lassen. Kriegt Lom deshalb von seinen Chefs eins auf die Finger? "Es ist keine Frage", betont er, "dass wir darauf aus sind, alle anderen Teams, einschließlich Renault, zu schlagen. Natürlich muss auch das Renault-Werksteam gut abschneiden. Dessen Ziel ist es keineswegs, sich nur vor Red Bull Racing zu platzieren. Die müssen Ferrari, McLaren und die anderen schlagen. Wir, die wir mit Red Bull arbeiten, können natürlich möglichst großen Druck auf das Werksteam ausüben. Untereinander besteht eine gesunde Rivalität!"

Während das gesamte Projekt des RB3-Renault mit Blick auf die menschliche Seite gut in die Gänge kam, weil jeder gut durchstartete, blieb andererseits im Winter nur wenig Zeit, um einsatzbereit zu werden. Die zwei Bereiche, die Kopfschmerzen verursachten, war die Integration von Motor und Chassis, was die Mechanik und die Software betrifft. "Ein Motor", erklärt Lom, "ist weitaus mehr als ein Klumpen Aluminium. Dazu gehören Kabel, Verbindungen und Kontrolleinheiten. All das am Chassis unterzubringen, ist eine schwierige Aufgabe. Normalerweise wird die in einem frühen Stadium der Konstruktion berücksichtigt. In der Zusammenarbeit mit Red Bull Racing musste sie allerdings zu einem späteren Zeitpunkt nach nur kurzer Vorwarnung aus dem Stand erledigt werden. Alles so auf die Reihe zu bekommen, dass es funktioniert, war ein harter Job. Zusätzlich erschwert - letztlich durchaus aus positiven Gründen - wurde alles durch die Tatsache, dass es sich um ein Adrian-Newey-Auto handelt, denn Newey ist bekannt dafür, dass er mit Blick auf eine gute Aerodynamik des Rennwagens nur sehr wenig Platz für Nebenaggregate vorsieht. Aber wie gut die Bauteile auch sein mögen: Wenn man die Einspritzanlage nicht mit der Kontrolleinheit der Einspritzung verbinden kann, dann läuft der Motor nicht!"

Lom fährt fort: "Das zweite Problem war die Integration der Software. Es war jede Menge Arbeit sicherzustellen, dass unsere ECU (Elektronische Kontrolleinheit; Anm. d. Red.) richtig mit der ECU des Chassis kommuniziert. Gemäß der Philosophie von Renault ist der Motor nicht mehr als eine Drehmomentbox, die genau das macht, was von ihr verlangt wird - und dies mit der größtmöglichen Präzision so schnell und so gut wie möglich."

Renault will kein Geld verdienen

Ein zweites oder gar drittes Team mit Motoren zu versorgen, wird in der Formel 1 immer normaler. In diesem Zusammenhang ist es nur gerecht, darauf hinzuweisen, dass Renault in dieser Beziehung am erfolgreichsten war. Weshalb? "Wir haben", behauptet Lom, "nie versucht, mit der Formel 1 Geld zu machen. Wir sind Racer, sehen uns also nicht als Zulieferer, sondern vielmehr als Partner. Das heißt, wir wollen alle - einschließlich des Mutterkonzerns - besiegen. Also tun wir alles, um die Partnerschaft so gut funktionieren zu lassen wie das offizielle Team."

Den Start des europäischen Saisonteils, der am 13. Mai in Barcelona beginnen wird, vor Augen, beurteilt Lom die Partnerschaft zwischen Red Bull Racing und Renault positiv: "Meiner Meinung nach sind wir gut in die Saison gestartet. Das gilt speziell, wenn man berücksichtigt, wie sehr wir uns weiterentwickelt haben, seitdem der Motor im Werk erstmals im Chassis des RB3 gezündet wurde. Die Leistung stimmt, und ich schätze, dass wir am Vorabend des Spanien-Grand-Prix auf dem vierten oder fünften Platz aller Teams stehen, was die Performance betrifft. Unverändert müssen wir die Standfestigkeit verbessern, doch wir wissen genau, was auf diesem Sektor zu tun ist. Und das, was wir in einzelnen Bereichen in Sachen Zuverlässigkeit nachbessern müssen, hat keinen Einfluss auf die Performance. Die Zeichen stehen also gut."

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