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Nach Unfall: Rosberg ist sich des Risikos voll bewusst

18. Mai 2007 - 14:06 Uhr

Nico Rosberg ist sich nach seinem schweren Unfall bei den Barcelona-Tests des Risikos durchaus bewusst - Vorfreude auf Heim-Grand-Prix in Monaco

Nico Rosberg
Nico Rosberg fuhr seinen FW29 in Barcelona auf Rang sechs
© Williams

(Motorsport-Total.com) - Nico Rosberg feierte am vergangenen Wochenende in Barcelona mit Platz sechs seine bislang beste Formel-1-Platzierung, obwohl er bei den Testfahrten eine Woche zuvor seinen bisher größten Unfall überhaupt erleiden musste, als er in Kurve 7 etwas zu hart über einen Randstein fuhr und die Kontrolle über seinen FW29 verlor.

Rosberg selbst blieb völlig unverletzt, aber beim Einschlag zerstörte er sich die Frontpartie samt rechter Aufhängung, auch Monocoque und Bodywork wurden in Mitleidenschaft gezogen. So ist es durchaus verständlich, dass sich der 21-Jährige im Nachhinein einige Gedanken machte.

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Rosberg ist sich des Risikos bewusst

Nico Rosberg
Der zerstörte Rosberg-Williams nach seinem Barcelona-Abflug
© xpb.cc

"Natürlich war es der größte Crash meiner Formel-1-Karriere", gibt er zu. "Aber ich empfinde diesen nicht als "Big One", denn der Aufprall war gar nicht so groß. Das Problem war, dass ich die Mauer traf und nicht die Reifenstapel, daher gab es am Auto einen richtig großen Schaden."

Der Williams-Pilot ist sich über die Gefahren und Risiken dieses Sports durchaus im Klaren: "Ich verstehe sehr wohl, was alles passieren könnte und ich gehe damit um, in dem ich denke, dass dies niemals passieren wird. Ich fühle mich in einem Formel-1-Auto sehr wohl, denn es ist extrem robust."

Trotzdem ließ er es am Freitag in der ominösen Barcelona-Kurve erst einmal ruhiger angehen: "Nach meinem Testunfall in der Woche vor dem Rennen war ich am Freitagmorgen in Kurve 7 ein wenig vorsichtiger. Die Kurve hat sich in meiner ersten Runde ganz anders angefühlt, denn ich ließ wirklich eine Menge Spielraum, aber nach ein paar Runden war ich dort wieder am Limit, als ob nichts gewesen wäre."

Monaco als echtes Heimrennen

Nico Rosberg
Nico Rosberg war inzwischen bereits wieder in Le Castellet aktiv
© xpb.cc

Eine andere Stelle des 'Circuit de Catalunya' empfand er hingegen als Bereicherung, denn die neue Schikane am Ende der Runde sei ein großer Erfolg gewesen: "Die Sektion ist nun wesentlich herausfordernder als der Vorgänger mit seinen zwei schnellen Kurven. Jetzt sind die Kerbs dort richtig hoch und man kann leicht eine Menge Zeit verlieren. Ich finde sie richtig gut."

Nun steht der Monaco-Grand-Prix ins Haus, der für Rosberg ein wirkliches Heimrennen ist, denn der gebürtige Wiesbadener lebt schon sein ganzes Leben an der Cote d'Azur. Daher erwartet er auch jede Menge Freunde und Familie zum Prestigerennen, seine Wohnung ist nur zwei Gehminuten von der Strecke entfernt.

"Normalerweise fahre ich den Weg mit einem Scooter, aber das könnte in diesem Jahr etwas schwierig werden", grinst der Williams-Pilot. "Letztes Jahr hielt mich die Polizei auf, weil ich nicht die richtigen Papiere hatte. Und obwohl ich ihnen sagte, dass ich ein Formel-1-Fahrer sei, haben sie mich nicht durchgelassen. Das hat mich ziemlich aufgeregt."

Ortskenntnis ist nur indirekt von Vorteil

Monaco Hafen 1999
Monaco kennt Nico Rosberg wie seine Westentasche
© Motorsport-Total.com/PF

Monaco sei ohne Zweifel eine großartige und herausfordernde Strecke: "Die Begrenzung ist niemals besonders weit weg, so dass jeder Fehler bestraft wird. Trotzdem muss man den Kurs so behandeln, wie jede andere Strecke, wenn man dort schnell sein will." Und selbstbewusst fügt er hinzu: "Ich lasse hier keinen Platz für Fehler."

Trotz seiner hervorragenden Ortskenntnis sei diese für das Formel-1-Rennen jedoch völlig unbrauchbar: "Ein Formel 1 ist so unterschiedlich zu allem anderen, was ein Lenkrad hat. Du lernst auf einer Runde in einem Formel 1 mehr, als in 100 Runden mit einem Straßenauto." Aber einen Vorteil hat er doch: "Wenn man am Abend ausgehen will, dann lohnt es sich sehr, wenn man Ortskenntnisse hat."