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Mosley fürchtet Ausstieg weiterer Hersteller

30. Mai 2007 - 14:06 Uhr

FIA-Präsident Max Mosley will mit seiner Formel-1-Reform verhindern, dass weitere Automobilhersteller aus der Königsklasse des Motorsports aussteigen

Max Mosley und Flavio Briatore
Max Mosley (links) im Gespräch mit Renault-Teamchef Flavio Briatore
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ford war Ende 2004 der bisher letzte Automobilhersteller, der sich aus der Formel 1 zurückgezogen hat, doch FIA-Präsident Max Mosley hat weiterhin kein Vertrauen in BMW und Co., was langfristige Stabilität der Engagements angeht. Daher will er alles unternehmen, um die Königsklasse des Motorsports so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Im Zuge dieses Bestrebens hat er kürzlich ein Papier vorgelegt, das Vorschläge für die für 2011 geplante Formel-1-Reform enthält. Neben dem Umwelt- spielt darin auch der Kostenaspekt eine große Rolle, denn je teurer einem Hersteller das Engagement kommt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bei Erfolglosigkeit aussteigt. So macht zum Beispiel Renault-Konzernchef Carlos Ghosn keinen Hehl daraus, dass er nicht willig ist, für Misserfolge weiterhin die Geldbörse aufzumachen.

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Mosley will Kosten weiter senken

Mosley sieht sich also zum Handeln gezwungen, wie er der 'Welt' erklärte, denn hätte er nichts unternommen, "würden die Kosten weiter inflationär ansteigen und nicht gesenkt. Das hätte irgendwann den Ausstieg des einen oder anderen Herstellers zur Folge. Meine Erfahrung sagt: Wenn erst ein Hersteller aussteigt, verabschiedet sich auch sehr schnell der eine oder andere, denn in den Vorständen der großen Konzerne sitzen nicht nur Formel-1-Fans."

Die bisherigen Kostenreformen wie etwa die Regel, dass ein Motor zwei Rennwochenenden überstehen muss, haben nur bedingt ihre Wirkung erfüllt: "Wir haben festgestellt, dass nur zwei Hersteller ihre Budgets verkleinert haben. Die anderen haben trotz des Einfrierens der Motorleistung für 2007 ihre Budgets beibehalten. Statt zu sparen, wird dort in einem Millimeterbereich mit demselben Millionenaufwand weiterentwickelt, der möglicherweise nur drei oder vier PS Leistungssteigerung bringt. Das ist ein Wahnsinn", so Mosley.

Daher will er als FIA-Präsident nun eine große Reform durchsetzen und 2,2-Liter-V6-Turbomotoren einführen, die mit Biobenzin betrieben werden - nach der Maxime: "Grundsätzlich Höchstleistung nur noch über Effizienz definieren und nicht wie vor hundert Jahren über Hubraum oder Drehzahl. Wir müssen aus weniger mehr machen und nicht aus sehr viel nur noch viel mehr. Die Erfolgsgleichung lautet: Wer den stärksten und besten Motor haben will, muss die limitierte Energie am besten verwalten", erklärte er.

Einheitschassis ist derzeit kein Thema

Außerdem wischte er im gleichen Interview Bedenken vom Tisch, wonach die Formel 1 auf Einheitsautos umgestellt werden könnte. Dies hatten einige Medien am Monaco-Wochenende aufgeschnappt - und weil Bernie Ecclestone darauf naturgemäß mit abschätzigen Kommentaren antwortete, wurde daraus gleich eine große Story gestrickt. In Wahrheit hat niemand vor, die Chassisentwicklung den Teams wegzunehmen.

Es werde "nur ein neues Chassisreglement" geben, stellte Mosley klar: "Damit werden wir die Kosten und die Umweltbelastungen reduzieren und gleichzeitig den Sport attraktiver machen. Wissen Sie, wie viel Energie oder CO2 in die Luft geblasen wird, wenn bei den Topteams Tag für Tag zwei Windtunnel 24 Stunden rund um die Uhr laufen? Das sind 100.000 Tonnen und mehr. Mit dem wirklich unglücklichen Ergebnis, dass am Ende die Formel-1-Rennen langweilig sind."

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