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Barcelona: Massa im Qualifying-Thriller vor Alonso

12. Mai 2007 - 15:04 Uhr

Felipe Massa sicherte sich mit einer tollen Schlussrunde die Pole Position vor Lokalmatador Alonso - Heidfeld als Siebenter von Kubica geschlagen

Felipe Massa
Felipe Massa bestätigte heute wieder einmal seine derzeitige Topform
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Strahlender Sonnenschein, 27 Grad Hitze, fantastische Stimmung auf den mit ungefähr 100.000 leidenschaftlichen Fans gefüllten Rängen - und obendrein auch noch ein Qualifying, das wirklich einiges zu bieten hatte: In Barcelona wurde heute Nachmittag von den Superstars der beiden Topteams packender Formel-1-Sport geboten.

Vor allem das Finish des Ausscheidungsfahrens in drei Akten hatte es in sich: Nach dem ersten der beiden schnellen Finalruns hatte zunächst Lokalmatador Fernando Alonso (McLaren-Mercedes) die Nase relativ deutlich vorne, doch in allerletzter Sekunde schlug Felipe Massa zu - 1:21.421 Minuten, Pole Position für den Ferrari-Piloten, der seine Überform vom Bahrain-Grand-Prix nach Europa mitgenommen zu haben scheint.

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Packendes Duell um die Pole Position

Unterm Strich hatte Massa nur drei Hundertstelsekunden Vorsprung auf Alonso, der im letzten Run ebenfalls noch zulegen konnte, aber speziell im ersten und dritten Sektor nicht schnell genug war, um die strategisch anvisierte Pole Position zu erreichen. Kimi Räikkönen (3./Ferrari/+ 0,302) und Lewis Hamilton (4./McLaren-Mercedes/+ 0,364) hatten bereits ein wenig Respektabstand auf das rot-silberne Duo in der ersten Startreihe.

Räikkönen und Hamilton hatten zu Beginn der letzten 15 Minuten für viel Wirbel gesorgt, als sie sich in der Boxengasse und dann auch eine Runde lang auf der Strecke um die erste Position im Feld matchten. Hamilton verteidigte diese so beharrlich, dass sein finnischer Kontrahent nach einem angedeuteten Überholversuch vor der ersten Kurve - möglicherweise auf Aufforderung vom Kommandostand hin - doch zurücksteckte.

Fünfter wurde Robert Kubica (+ 0,832), der damit das Stallduell im BMW Sauber F1 Team gegen Nick Heidfeld (7./+ 0,968) knapp für sich entschied. Die beiden waren zunächst mit harten Reifen in die Entscheidung gegangen und packten in der Schlussphase nur einen weichen Bridgestone-Satz aus - eine etwas überraschende Strategie, bei der man offensichtlich schon das morgige Rennen auf dem Circuit de Catalunya im Hinterkopf hatte.

Trulli deutlich schneller als Schumacher

Ralf Schumacher
Schied bereits in der ersten Session des Qualifyings aus: Ralf Schumacher
© xpb.cc

Jarno Trulli (+ 0,903) sicherte sich mit einer starken Leistung den völlig überraschenden sechsten Platz - überraschend vor allem deswegen, weil sein Toyota-Teamkollege Ralf Schumacher bereits nach der ersten Session als 17. Abschied genommen hatte. Der Deutsche fühlte sich im letzten Sektor seiner schnellen Runde ein wenig von Landsmann Nico Rosberg (Williams-Toyota/11.) behindert, für den wiederum in Q2 Endstation war; tatsächlich dürfte es jedoch kaum eine Beeinträchtigung gegeben haben.

Heikki Kovalainen (Renault/+ 1,147), David Coulthard (Red-Bull-Renault/+ 1,328) und Giancarlo Fisichella (Renault/+ 1,460) sicherten sich mit guten Leistungen die Startpositionen acht bis zehn, konnten aber im Top-10-Finale keine echten Akzente mehr setzen. Für das Renault-motorisierte Trio ist dieses Resultat aber auch so als Erfolg zu werten. Bitter dafür umso mehr, dass Mark Webber (Red-Bull-Renault) in Q1 sein Pulver früh verschossen hatte und nur 19. wurde.

Sutil stellt im Stallduell auf 3:1

Neben den Spyker-Ferraris von Adrian Sutil und Christijan Albers sowie dem Toro-Rosso-Ferrari von Scott Speed, der Letzter wurde, erwischte es in den ersten 15 Minuten auch Williams-Toyota-Mann Alexander Wurz, der sich in seinem entscheidenden Run gegenüber dem soliden ersten Versuch nicht mehr ausreichend steigern konnte und daher nur auf Rang 18 landete - mit relativ deutlichem Rückstand auf den rettenden 16. Platz.

Im zweiten Qualifying mussten die Favoriten, die sich anfangs noch mit harten Reifen durchgemogelt hatten, dann auch weiche Pneus aufziehen lassen. Die schnellste Zeit fuhr Massa in 1:20.597 Minuten, knapp vor Hamilton, Alonso und Räikkönen, die allesamt in 1:20.7 Minuten gestoppt wurden. Dabei ging Alonso erst drei Minuten vor Schluss auf die Strecke, pokerte also lange - sehr zum Leidwesen der spanischen Fans, die ihn dann umso enthusiastischer anfeuerten.

Hinter dem elftplatzierten Rosberg landete Rubens Barrichello, der genau wie sein Teamkollege Jenson Button (14.) angesichts der bisherigen Resultate noch das Beste aus der Situation machen konnte. Weniger gut lief es für das Partnerteam Super-Aguri-Honda: Takuma Sato (13.) blieb mit Defekt stehen, Anthony Davidson (15.) wollte zu viel, leistete sich einen Ausritt und einen Dreher und vergab damit alle Chancen auf das Finale.

Das Duell: Ferrari gegen McLaren-Mercedes

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld verlor diesmal das interne Stallduell gegen Robert Kubica
© xpb.cc

Für morgen ist mit einem sehr spannenden Grand Prix zu rechnen, speziell zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes an der Spitze scheint es extrem eng zu sein. Auffällig war heute, dass die roten Flitzer im ersten Sektor deutliche Vorteile hatten, was auf einen guten Topspeed hindeutet. Heidfeld hat als Siebenter wieder die besten Chancen aller deutschen Vertreter, wird es aber schwer haben, sich das anvisierte Podium nachträglich selbst zum 30. Geburtstag zu schenken...

Übrigens: Michael Schumacher beobachtete die Session in der Ferrari-Box mit Kopfhörern, schaltete sich aber nicht in strategische Fragen ein. Als Massa über die Ziellinie fuhr und als Erster aufschien, riss er trotzdem seine mit zwei Uhren bestückten Hände in die Höhe - und jubelte mit den Mechanikern lauter als bei vielen seiner eigenen Pole Positions! Anschließend besprach er das Geschehen dann noch mit einem der Bridgestone-Ingenieure.

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