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Marko: "Im Mittelfeld entzerrt sich die Dichte"

11. Mai 2007 - 17:13 Uhr

Red-Bull-Konsulent Helmut Marko analysiert im Interview mit 'Motorsport-Total.com' das Training in Barcelona, das neue Kräfteverhältnis und vieles mehr

Christian Horner und Helmut Marko
Helmut Marko im Gespräch mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Herr Marko, wenn man so auf die Zeiten schaut, dann ist gerade Mark Webber nicht schlecht unterwegs, oder?"
Helmut Marko: "Generell zufrieden stellend, ja, aber wir sind nicht dort, wo wir sein wollen und sein könnten. Wir haben ein Problem mit der Ausnützung der neuen Reifen. Ich hoffe, dass wir das bis morgen lösen können, dann sind wir wirklich dort, wo wir hinwollen."

Frage: "Haben die Tests der vergangenen Woche also etwas gebracht?"
Marko: "Nicht nur die Tests, sondern die technischen Neuerungen, die bei diesen Tests probiert wurden und die wir auch mit anderen Teilen ergänzt haben. Die haben ganz klar etwas gebracht, aber jetzt müssen wir lernen, die Komplexität des Paketes zu verstehen, um in der Abstimmung das Optimum herauszuholen."

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Reifenprobleme sollen bis morgen behoben werden

Frage: "Können Sie da mehr ins Detail gehen?"
Marko: "Nein, das kann ich leider nicht. Ich bin kein Techniker!"

Frage: "Sind die Fahrer zuversichtlich, dass das behoben werden kann bis morgen?"
Marko: "Sagen wir so: Es gibt Gott sei Dank nicht zu viele Möglichkeiten, was nicht richtig gelaufen sein könnte. Wenn der Grundspeed da ist, dann ist das eben Anlass zu Optimismus."

Frage: "Fernando Alonso fuhr am Nachmittag Bestzeit, aber auch die Renaults waren auf einmal vorne dabei. Warum? Waren die leicht?"
Marko: "Weiterentwickeln tun alle, aber den Sprung, den sie im letzten Run gemacht haben, der deutet schon stark auf Benzin hin."

Frage: "Hat seit Bahrain Ihrer Meinung nach jemand einen großen Sprung gemacht?"
Marko: "Warten wir ab, wie es morgen im Qualifying ausschaut, aber im Mittelfeld entzerrt sich die Dichte ein bisschen. Ein paar Teams entfernen sich nach vorne, andere stagnieren. Das ist die Tendenz, die man heute schon herauslesen kann."

Frage: "Haben Sie den Run um Michael Schumacher mitbekommen?"
Marko: "Ich habe ihn nur kurz im Fernsehen gesehen."

Was bringt Schumacher einem Team?

Frage: "Was kann er als Berater einem Team bringen? Würde man sich so etwas mit einem Fahrer, der gerade ausgestiegen ist, auch bei Red Bull überlegen? Und bringt Gerhard Berger auch so viel?"
Marko: "Ich glaube, es kommt darauf an, mit wie viel Zeit und Ernsthaftigkeit so jemand eingebunden ist. Das Know-how von Michael ist unbestritten gigantisch. Nur: Ich kann mir nicht vorstellen, dass er es sich antut, zu jedem Grand Prix zu reisen und alles im Detail mitzuverfolgen. Nur dann wäre sein Know-how von Vorteil. Nur aus der Distanz geht es nicht."

Frage: "Er sagt, er ist mit dem Computer immer online, wenn er die Rennen anschaut..."
Marko: "Online ist schon gut, aber da muss man noch mehr Fakten haben - wie ist die Strecke zu dem Zeitpunkt und so weiter. Da gibt es viele Dinge."

Frage: "Ist Gerhard Berger bei Toro Rosso in solche Dinge eingebunden?"
Marko: "Gerhard hat zwischenzeitlich eine sehr gute Teamstruktur bei Toro Rosso aufgebaut, aber er ist auch kein Techniker. Er bringt sein Know-how als Fahrer ein, aber heutzutage spielt sich ja viel mehr in Simulationen und solchen Agenden ab. Ein Mann wie Gerhard, der die Übersicht und Erfahrung hat, kann die Fakten richtig zuordnen im Zweifelsfall und auch entsprechend einteilen."

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