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Inga on Tour: Viva l'Espagna, hola Barcelona!

10. Mai 2007 - 16:24 Uhr

'Motorsport-Total.com'-Redakteurin Inga Stracke verrät, warum Barcelona mehr Ausstrahlung hat als jede andere Stadt auf dem Formel-1-Kalender

Sagrada Familia
Die Sagrada Familia ist das berühmteste Wahrzeichen der Stadt Barcelona
© F1Total.com

(Motorsport-Total.com) - Hallo, liebe Formel-1-Fans!

Viva l'Espagna, hola Barcelona! Ein wunderschönes Land und Barcelona eine traumhafte Stadt! In den ersten Jahren habe ich mir regelmäßig den Montag nach dem Rennen frei genommen und bin zu Fuß mit Stadtführer so richtig tourenmäßig durch Barcelona gewandert. Ich mag diese Stadt mit der faszinierenden Architektur von Gaudi, der es tatsächlich immer wieder vermieden hat, Ecken zu bauen. Traumhaft: der Parc Güell, die lebhafte Stimmung in den Ramblas und die absolut unglaubliche Sagrada Familia - die Kirche, für die Gaudi den Auftrag 1883 übernommen und an der er bis zu seinem Tod 1926 gearbeitet hat, ist noch immer unvollendet. Das vordere Portal mit seinen quadratischen Figuren wirkt wie vom anderen Stern. Jedes Jahr, wenn ich wieder nach Barcelona komme, sind wieder Teile hinzugebaut worden, doch fertig ist die Sagrada noch lange nicht!

Überall in der Stadt atmet Kunst. Fast überall liegt sie in der Luft. Nicht nur Gaudi, auch Miró und Picasso hatten in der katalanischen Stadt deutlichen Einfluss! Bewundernswert auch der Montjuic, zu dem früher die alte Formel-1-Strecke hinaufführte. Er wurde zur Weltausstellung 1929 umgebaut. Mir hat besonders das Pueblo Espanyol, (deutsch: spanisches Dorf) gefallen, in dem jedes Haus eine andere Region der iberischen Halbinsel repräsentiert.

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Olympischer Hafen als eines der Highlights

Barcelona aus der Vogelperspektive
Kaum eine Stadt strahlt so viel künstlerisches Flair aus wie Barcelona
© F1Total.com

Traumhaft schön ist das gotische Viertel hinter der Kathedrale. Wer etwas erleben will, kann den Abend am Olympischen Hafen beginnen. Hier locken zahlreiche Restaurants mit Meeresfrüchten aller Art. Dazwischen vollenden kleine Cafés und Bars mit temperamentvoller spanischer Musik das stimmungsvolle Bild. Schön und vor allem lebhaft auch der Porto Olimpico, der Olympische Hafen. Direkt am Meer neben einem überdimensionalen Fisch aus metallenen, in der Sonne goldig glänzenden Plättchen reiht sich ein nettes Restaurant neben das andere. Abends dröhnt aus den verschiedenen kleinen Bars dazwischen laute Musik. Naja, unpassenderweise hat sich allerdings auch eine Pizzakette darunter gemischt. Dafür gibt's kein "Hut" ab. Wer will auch schon italienische Leibspeisen in Spanien zu sich nehmen? Ich empfehle: Paella oder den traditionellen Schinken (Crudo). Ein Genuss!

Klasse ist Barcelona auch zum Einkaufen. Auch hier ein Tipp: Wessen Geldbeutel nicht gerade überquillt, sollte von den (teuren) Hauptstraßen in die kleinen Seitengässchen gehen. Und wer sich normalerweise scheut, in fremden Städten Auto zu fahren, der wird in Barcelona kein Problem haben! Abgesehen von der Avenida Diagonal, die ihrem Namen nach diagonal durch die Stadt verläuft, ist das Zentrum in übersichtlichen Blöcken gebaut, die alle gleich groß sind. Also auch für chronisch desorientierte Erdenbürger durchaus einfach.

Wer etwas Besonderes genießen will, sollte im (Design-)Hotel Claris, in der Pau Claris 150, absteigen. Oder wenigstens vorbeischauen! Es lohnt sich. Das Hotel ist nicht nur ausgestattet mit Fitnesscenter, Sauna und Dachterrassenpool, sondern beherbergt auch noch eine der größten frühzeitlichen kolumbianischen Kunstsammlungen Spaniens. Die Bilder und Skulpturen zieren das Foyer und auch die Hotelzimmer und luxuriösen Suiten. Diese sind durchweg individuell ausgestattet, wunderschön und einfach etwas Besonderes. Übrigens: Die Teams wohnen meist im vergleichsweise unspektakulären Alpha-Hotel nahe der Rennstrecke oder im Luxushotel Rej Juan Carlos in der City.

In Katalonien wird nicht Spanisch gesprochen

Fans in Barcelona
Seit Fernando Alonso sind die Spanier ganz verrückt nach Formel 1
© xpb.cc

Nun ein bisschen Länderkunde: Barcelona liegt in Katalonien. In den vier spanischen Provinzen Girona, Barcelona, Lleida und Tarragona herrscht sogar offiziell Zweisprachigkeit: Spanisch und Katalanisch! Rund sechs Millionen Menschen sprechen Katalanisch. Barcelona ist die zweitgrößte Stadt Spaniens und zugleich der wichtigste Handelshafen des Landes.

Da die meisten Formel-1-Teams Barcelona als Winterteststrecke benutzen, ist sie fast schon eine zweite Heimat und den Piloten wohlbekannt. Ausreichend Daten wurden während monatelanger Tests gesammelt. Der Circuit de Catalunya liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Barcelona und gehört zu den technisch fortschrittlichsten und modernsten im Formel-1-Zirkus.

Die Anlage bietet Abwechslung - Platz zum Überholen zwischen schnellen und langsamen Abschnitten und bis 2006 eine bei den Fahrern beliebte Rechtskurve am Ende der Start- und Zielgeraden, an deren Stelle in diesem Jahr erstmals eine Schikane rückt.

Durch die schnellen Kurven und das Fehlen langer Geraden (nur Start-Ziel-Gerade) ist Barcelona für die Fahrer eine der körperlich anstrengendsten Strecken, vor allem die Nackenmuskulatur wird stark beansprucht.

Dieses Jahr findet in Barcelona der 38. spanische Grand Prix statt, der zur Formel-1-WM zählt, insgesamt jedoch ist es der 51. Der erste Spanien-Grand-Prix wurde 1913 gestartet, er dauerte drei Runden, doch der Kurs (Circuit al Guadarrama) war 90,5 Kilometer lang. Carlos de Salamanca gewann mit einem Rolls Royce!

Bewegte Geschichte des Spanien-Grand-Prix

Erinnerungen an Olympia 1992
1992 fanden in Barcelona die Olympischen Sommerspiele statt
© F1Total.com

Von 1914 (Sieger: Henry Segrave auf Sunbeam) bis 1935 (Sieger: Rudolf Carraciola auf Mercedes) fand das Rennen auf dem Circuit Lasarte außerhalb San Sebastians statt. Der sogenannte Reyna-Rhin-Grand-Prix (1933-1936), der oft mit dem spanischen Grand Prix verwechselt wird, wurde in Barcelonas Montjuic Park gefahren.

Alles in allem fand der Spanien-WM-Grand Prix bislang auf fünf verschiedenen Rennstrecken statt: Pedralbes (1951, 1954), Jarama (neunmal zwischen 1968 und 1981), Montjuic (viermal zwischen 1969 und 1975), Jerez (1986, 1990) und Barcelona (seit 1991).

Der spanische Grand Prix steht sogar im Buch der Rekorde für den Grand-Prix-Sieg mit jeweils dem größten und dem kleinsten Rennabstand zum Verfolger: 1968 gewann - im Montjuic Park - Jackie Stewart (Matra-Ford) mit über zwei Runden Vorsprung vor Bruce McLaren (McLaren-Ford), 1986 schlug Ayrton Senna (Lotus-Renault) Nigel Mansell (Williams-Honda) mit nur 0,014 Sekunden Vorsprung in Jerez.

Insgesamt nur acht spanische Piloten haben bis heute einen Heim-Grand-Prix bestritten: Paco Godia (1951, 1954), Alex Soler Roig (1971, 1972), Emilio de Villota (1976-1978), Adrian Campos (1987) und Luiz Perez Sala (1988-1989). 1999 debütierten Mark Gené und Pedro de la Rosa, 2001 fuhr Fernando Alonso für Minardi hier sein erstes Heimrennen.

Eure Inga!