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Gascoyne: "Adrian macht einen Superjob"

15. Mai 2007 - 15:55 Uhr

Mike Gascoyne im Interview über die Fortschritte in Barcelona, die Aussichten für Monaco und die bisher so starken Leistungen von Adrian Sutil

Mike Gascoyne
Mike Gascoyne ist mit seinem deutschen Fahrer Adrian Sutil sehr zufrieden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Mike, warst du zufrieden, beide Autos zum zweiten Mal hintereinander ins Ziel gebracht zu haben?"
Mike Gascoyne: "Ja, aber noch wichtiger war, dass die Pace unzweifelhaft besser zu sein schien und dass wir als Team weniger Fehler gemacht haben. Vor dem Start des Rennens haben wir gesagt, dass wir fehlerfrei durchfahren möchten. Wir haben zwar ein paar gemacht, aber wir sind ja noch ein junges Team und das gehört zum Teil zum Lernprozess."

"Es gab aber auch viel Positives: Adrian (Sutil; Anm. d. Red.) kam zum ersten Mal durch die erste Runde, ohne jemanden zu treffen oder von jemandem getroffen zu werden, was schon mal ein Fortschritt war. Christijan (Albers; Anm. d. Red.) bekam eine Durchfahrstrafe, außerdem starb bei beiden Autos beim zweiten Boxenstopp der Motor ab, was schade ist, denn Adrian fuhr gegen Button und hätte ihn vielleicht hinter sich halten können. Es ist aber in Ordnung, diese Fehler jetzt zu machen, damit wir daraus für den Rest der Saison lernen können."

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Formel 1 war noch nie so umkämpft

"Vor ein paar Jahren wären zweieinhalb Sekunden Rückstand noch eine Performance für das gute Mittelfeld gewesen."
Mike Gascoyne

Frage: "Gibt es echte Anzeichen für Fortschritt?"
Gascoyne: "Wir wussten zu Beginn des Jahres, dass es hart werden würde, aber bislang ist unsere Rennpace nicht schlecht, finde ich. Vor ein paar Jahren wären zweieinhalb Sekunden Rückstand noch eine Performance für das gute Mittelfeld gewesen. Ich glaube nicht, dass die Formel 1 schon jemals so umkämpft war und so viele konkurrenzfähige Teams hatte, was den Job natürlich sehr schwierig macht. Ich denke, wenn wir eine Sekunde finden können, dann mischen wir da vorne mit. Wenn man einmal in diese Gruppe hineinkommt, dann kann man genauso gut Achter werden wie 18., wie schon einige bewiesen haben."

Frage: "Ihr habt nicht wie alle anderen in Bahrain oder Malaysia getestet, aber in Barcelona. Bist du enttäuscht, dass ihr am vergangenen Wochenende trotzdem nicht näher dran wart?"
Gascoyne: "Nicht wirklich. Realistisch betrachtet war das das, was wir erwarten konnten, daher bin ich nicht enttäuscht. Es zeigt nur, dass wir an uns arbeiten müssen. Immerhin sind wir jetzt Zehnter und nicht mehr Elfter in der Weltmeisterschaft, weil wir die besseren Resultate als Toro Rosso haben. Darauf kommt es schlussendlich an, auch wenn ich mir sicher bin, dass diese Angelegenheit noch nicht erledigt ist. Aber wir haben in Spanien zwei Autos nach Hause gebracht und können beim nächsten Mal versuchen, es besser zu machen."

Frage: "Ist Monaco eine Strecke, auf der ihr mit einem guten Resultat rechnen könnt?"
Gascoyne: "Das ist so. Es gibt auch oft Safety-Car-Phasen, durch die man unverhofft profitieren kann, wenn man die Strategie hinbekommt. Wir sehen Monaco definitiv als große Chance."

Sutil könnte in Monaco überraschen

"Es ist schon witzig, wie sich das Schicksal manchmal entwickelt..."
Mike Gascoyne

Frage: "Macht es dir Mut, dass Adrian Sutil dort den Formel-3-Rundenrekord hält?"
Gasoyne: "Ich habe das schon einmal erwähnt. Lewis Hamilton macht einen unglaublichen Job, während es Adrian hinten ein bisschen schwieriger hat, aber er war in Monaco im Qualifying schneller als Lewis. Es ist schon witzig, wie sich das Schicksal manchmal entwickelt..."

Frage: "Glaubst du, dass er in Monaco wirklich etwas zeigen kann?"
Gascoyne: "Ja. Ich denke, dass er dort zeigen wird, was für ein Talent er ist. Ich finde, Adrian macht einen Superjob, seine Pace ist sehr stark. Wenn er einmal aufhört, die klassischen Rookiefehler zu machen, die jeder Rookie macht, dann wird er sehr, sehr gut sein."

Frage: "War Barcelona für Christijan Albers ein besseres Wochenende?"
Gascoyne: "Er hatte Schwierigkeiten mit den Reifen, beginnt gerade, diese zu verstehen. Er ist beim Einlenken auf der Bremse sehr aggressiv, aber die Einheitsreifen sind dafür nicht besonders gut geeignet. Adrian fährt viel sanfter - und genau dieser Unterschied auf der Bremse ist es, mit dem viele Fahrer nicht klarkommen. Dennoch kam Christijan diesmal schon etwas besser zurecht. Jetzt versteht er endlich, was das Problem ist, dann kann man auch beginnen, daran zu arbeiten."