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Die FIA und die Formel 1 ab 2011

28. Mai 2007 - 20:10 Uhr

Der Automobilweltverband hat in einem Dokument weitere Details mitgeteilt, wie man sich die Technologie der Königsklasse ab dem Jahr 2011 vorstellt

Max Mosley
Max Mosley denkt dieser Tage intensiv über die Zukunft der Formel 1 nach
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der Automobilweltverband FIA hat einem Bericht unserer Kollegen von 'grandprix.com' zu Folge dem Beratungskomitee der Automobilhersteller einen detaillierter ausgearbeiteten Vorschlag zugesandt, wie die Technik der Formel 1 ab dem Jahr 2011 aussehen könnte. Der Ideenkatalog wurde von Ex-Jaguar-Racing-Teamchef Tony Purnell, Peter Wright und Professor Neville Jackson ausgearbeitet, dem Technischen Direktor des neuen FIA-Beratungsunternehmen 'Ricardo'.

Das Dokument besagt, dass die Gespräche im Moment noch im Gange sind und demnächst eine Arbeitsgruppe aufgebaut werden soll, die sich mit dem Thema des Antriebs in der Formel 1 beschäftigen soll. Das Ziel sei es, bereits Ende des Jahres das Reglement für 2011 definiert zu haben, sodass die Teams ausreichend Vorlaufzeit haben, was den Kosten zu Gute kommen soll.

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Nach Aussage der FIA seien die Veränderungen notwendig, um die Kosten der Formel 1 zu senken und die Sorgen der Öffentlichkeit in Bezug auf den Klimaschutz zu berücksichtigen. Hierzu soll von der Forschung und Entwicklung für ausschließlich Formel-1-relevante Technologien abgeschreckt werden und stattdessen die Entwicklung jener Technologie gefördert werden, die beim Bau von Personenfahrzeugen zum Einsatz kommen können.

In diesem Zusammenhang sollen Antriebstechnologien gefördert werden, die besonders Energie-effizient sind. Die Kosten sollen reduziert werden, indem bestimmte Teile des Autos mehrere Renn-Wochenenden überdauern müssen. Die technische Vortrefflichkeit der Formel 1 soll aber ebenso erhalten bleiben wie die hohe Geschwindigkeit der Autos.

In Zukunft sollen 2,2-Liter V6-Motoren mit vier Ventilen pro Zylinder verwendet werden, die mit Turboladern ausgestattet sind. Der Einspritzdruck soll auf 500 bar begrenzt werden, ferner sollen nur jene Turbolader-Technologien zum Einsatz kommen, die auch im PKW-Bau eingesetzt werden.

Für eine bessere Show sollen die nur noch rund 770 PS starken Motoren einen Boost-Button erhalten, der für eine kurze Zeit durch Rückgewinnung gespeicherte Energie frei gibt und so das Überholen erleichtern soll. Der Benzin-Verbrauch der Formel 1 soll ab dem Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gesenkt werden. Dem Treibstoff soll Bio-Sprit beigemischt werden.

Die Entwicklung des Antriebs der Autos soll während einer Saison "eingefroren" werden, sodass keine Weiterentwicklung mehr erfolgen darf, um die Kosten im Zaum zu halten. Patentierte Technologien sollen nur dann Anwendung finden dürfen, wenn der Patent-Inhaber gewillt ist, allen Teams eine kostenlose Nutzungslizenz des Patents zu gewähren.

Das Reglement soll nur alle vier Jahre geändert werden, wobei es Anpassungen geben kann, um den Verbrauch der Autos weiter zu senken. Die FIA erklärt, dass Energie-Rückgewinnungssysteme komplizierte Elektronik erfordern und es dadurch unmöglich sein könnte, Systeme wie die Traktionskontrolle oder Bremskraftverteilung zu kontrollieren und damit zu verbieten.

Weil sich die Teams gegen eine Einheits-Aerodynamik wehren, soll mit anderen Maßnahmen versucht werden, die Bedeutung der Aerodynamik-Entwicklung zu reduzieren. Die Chassis sollen durch das Reglement so gestaltet werden, dass die Geschwindigkeit der Autos ungefähr auf dem aktuellen Niveau gehalten werden kann. Da die Motorleistung reduziert wird, könnt der Abtrieb der Autos also erhöht werden. So gibt es Argumente für mehr Sogwirkung der Autos durch den Unterboden, um das Überholen zu erleichtern.

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