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Briatore: "Wir haben keine Krise"

03. Mai 2007 - 13:39 Uhr

Teamchef Flavio Briatore relativiert die schlechten Renault-Resultate - Chefingenieur Pat Symonds erklärt, was hinter den Kulissen vor sich geht

Pat Symonds und Flavio Briatore
Renault-Teamchef Flavio Briatore (vorne) mit Chefingenieur Pat Symonds
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Vor einem Jahr hatte Renault nach drei Rennen 42 Punkte auf dem WM-Konto, Fernando Alonso lag in der Fahrerwertung überlegen vor Giancarlo Fisichella in Führung. 2007 stehen nach den drei Überseeläufen nur neun mickrige Zähler für das französische Weltmeisterteam zu Buche, während der bestplatzierte Fahrer auf dem sechsten Rang liegt.

Teamchef Flavio Briatore ist angesichts dieses Totalabsturzes "natürlich nicht zufrieden", wie er gegenüber 'formula1.com' sagte, "denn wenn man ein starkes Team hat, das in der Formel 1 gewinnen kann, dann ist jedes andere Resultat als ein Sieg schwer zu akzeptieren. Wir sind aber ehrlich zu uns selbst und wissen, wo wir stehen - und wir arbeiten hart, um die Probleme zu lösen. Jedes Topteam, das dominiert, fällt irgendwann ein bisschen ab. Vielleicht ist das bei uns gerade der Fall."

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Auf jedes Hoch folgt ein Tief

Die Wellenbewegungen in der Formel 1 sind tatsächlich nicht neu, denn auf jede große Erfolgsära folgte irgendwann ein Absturz: McLaren dominierte Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre nach Belieben, fiel dann aber zurück, genau wie Williams nach der goldenen Ära mit Adrian Newey. Der Starkonstrukteur nahm den Erfolg 1998 und 1999 wieder zu McLaren mit - nur die seither anhaltende Ferrari-Ära ist trotz Renault-Intermezzo nie ganz abgeebbt.

"Schaut euch Ferrari, Williams, McLaren an - das ist der normale Zyklus, den es in diesem Sport gibt."
Flavio Briatore

Briatore glaubt, dass es seiner Truppe nun genauso ergeht: "Schaut euch Ferrari, Williams, McLaren an - das ist der normale Zyklus, den es in diesem Sport gibt. Das Umfeld ist einfach so umkämpft, dass schon der kleinste Unterschied - 0,1 Sekunden hier, 0,2 Sekunden da - bedeutet, dass man eine Runde oder zwei zu spät ins Ziel kommt, weil einem zwei bis drei Zehntelsekunden fehlen. Das ist der Unterschied zwischen dem viert- und dem neuntschnellsten Team."

Gerüchte, wonach es nach dem Grand Prix von Bahrain eine Krisensitzung gegeben haben soll, dementierte der Italiener aber: "Um eine Krisensitzung zu haben, muss man erst einmal eine Krise haben, aber die haben wir nicht! Ja, wir haben einen Leistungsrückstand auf die Topteams, den wir aufholen müssen. Wir werden das angehen, indem wir hart arbeiten. Dabei vertrauen wir darauf, dass unsere Ingenieure Lösungen finden, aber wir verfallen nicht in Panik", so Briatore.

Symonds betreibt Ursachenforschung

Zu den schlauen Köpfen, die sich etwas einfallen lassen sollen, um Renault aus dem Tief zu führen, zählt unter anderem auch Chefingenieur Pat Symonds, der zwar nicht unmittelbar am Design des R27 beteiligt ist, aber mit seiner Erfahrung wichtiges Know-how in die Ursachenforschung einbringen kann. Außerdem hat der Brite 1996 schon einmal eine ähnliche Situation erlebt, als bei Benetton nach dem Weggang von Michael Schumacher nichts mehr weiterging.

"Man muss die Dinge methodisch angehen."
Pat Symonds

"Man muss die Dinge methodisch angehen", erklärte er. "Zunächst einmal muss man das Unmögliche eliminieren. Dann bleiben einige mögliche Gründe übrig, die - ganz egal wie unwahrscheinlich - alle durchgegangen werden müssen. In diesem Prozess befinden wir uns leider gerade. Indem man nach negativen Antworten sucht, kann man zumindest Dinge ausschließen und so die Ursache für das Problem Schritt für Schritt einkreisen."

Theorien gibt es unzählige: Manche meinen, die Umstellung von Michelin- auf Bridgestone-Reifen hätte Renault am härtesten getroffen, wieder andere machen die Nachwehen des Verbots der Schwingungstilger als Hauptgrund aus. Nur am Verlust von Doppelweltmeister Alonso, da ist sich Symonds sicher, liegt es bestimmt nicht: "Der Speed eines Autos wird im Windkanal und im Designbüro bestimmt, aber nicht durch das Feedback eines Fahrers..."

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