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Brawn über den "Roten Baron" Schumacher

10. Mai 2007 - 14:13 Uhr

Ex-Ferrari-Chefstratege Ross Brawn erklärt, warum Michael Schumacher von der Öffentlichkeit zwar immer akzeptiert, aber nie geliebt wurde

Ross Brawn und Michael Schumacher
Dream-Team: Ross Brawn nach einem Sieg mit Michael Schumacher
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Michael Schumacher kommt am bevorstehenden Wochenende erstmals nach seinem Rücktritt zu einem Formel-1-Rennen, doch medial war er ohnehin nie abwesend. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass er heute eine viel positivere Berichterstattung genießt als früher - sein Ruf war bekanntlich immer kontrovers.

Begonnen haben die Diskussionen um den heute siebenfachen Weltmeister mit der Kollision gegen Damon Hill beim WM-Finale 1994, weiter angeheizt wurden sie durch eine weitere Kollision gegen Jacques Villeneuve drei Jahre später in Jerez. Immer wieder folgten fragwürdige Situationen, die das Fahrerlager und die Fans an Schumacher zweifeln ließen - zuletzt der Skandal um die Rascasse-Affäre während des Qualifyings in Monaco 2006.

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Für Brawn ist Schumacher ein "Roter Baron"

Doch warum wurden diese Aktionen dem Deutschen so schwer angelastet, während sich beispielsweise ein Ayrton Senna fast alles leisten konnte, ohne sein Gesicht zu verlieren? Ross Brawn glaubt die Antwort zu kennen: "Michael war der 'Rote Baron'. Er hat eine harte Seite an sich, was auf gewisse Weise ein Abwehrmechanismus ist, was das Umgehen mit bestimmten Aspekten dieses Sports angeht", erklärte der Ex-Ferrari-Chefstratege.

"Er hat sich nie über das Verhalten eines anderen Fahrers auf der Strecke beschwert. Er hatte seine Meinungen, es ist ein hartes Business. Man muss alles geben und kann nichts verschenken. Genau das hat Michael gemacht - und dabei hat er die Linie manchmal überschritten. Er wusste das, aber wir haben nie darüber gesprochen, denn es war nicht notwendig. Er wusste, dass er da von seinem Ehrgeiz vereinnahmt wurde", so Brawn.

Schumacher ist, wie er eben ist

Allerdings habe man derartige Situationen bei Ferrari immer ohne Kritik zur Kenntnis genommen: "Wir hätten es gar nicht anders gewollt, denn so ist der Kerl nun einmal geschnitzt - und darum war er etwas so Besonderes. Man musste also auch mit diesen gelegentlichen Situationen leben, wenn es mal nicht so nett lief, wie man es sich gewünscht hätte, denn das gehörte eben zu seinem Paket dazu", erinnerte sich der 52-Jährige.

"Über den immer mal wieder auftretenden Defekt sprach er schon", grinste Brawn. "Aber seine Aussetzer, das war immer eher ein Reflex. Er war so ehrgeizig, so sich selbst und dem Team um sich herum verschrieben. Er wollte so unbedingt gewinnen, dass es manchmal Situationen gab, in denen er den Bogen überspannte." Und genau darum wurde Schumacher von der breiten Masse nie so geliebt wie etwa ein Senna...

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