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Anno 1986: Senna holt zwei Erfolge für Renault

08. Mai 2007 - 16:09 Uhr

Nach dem werksseitigen Rückzug von 1985 stellten die Franzosen ihren Motor für drei Formel-1-Teams zur Verfügung - Senna gewann in Jerez und Detroit

Ayrton Senna Lotus 1986
Auch im Heck des Lotus-Renault 98T von Ayrton Senna hielt der Motor nicht immer
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Auch nach dem Rückzug des Werksteams Ende 1985 brillierte Renault in der Formel 1: Drei Kunden-Rennställe hielten 1986 die französischen Farben hoch und nutzten jenen kraftvollen V6-Motor, der die Turbo-Revolution ausgelöst hatte.

Doch selbst für die Turbos wurde die Luft dünner, so dass Lotus, Ligier und Tyrrell hart zu kämpfen hatten. Der Traditionsrennstall Lotus erwies sich als der schlagkräftigste unter den Renault Partnern - vor allem, weil die Briten den jungen Ayrton Senna unter Vertrag hatten.

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Der hoch talentierte Brasilianer erzielte mit dem Lotus 98T Siege in Jerez (Spanien) und Detroit (USA) und stand bei weiteren sechs Läufen auf dem Podium. Am Ende der Saison erreichte der kommende Superstar so Platz vier in der Fahrerwertung.

Den WM-Titel sicherte sich Alain Prost im McLaren nach einem der dramatischsten Finalläufe der Grand Prix-Geschichte. Sein MP4/2 war den beiden Williams-Honda von Nigel Mansell und Nelson Piquet zwar unterlegen, die beiden Charakterköpfe aber bekämpften sich gegenseitig so heftig, dass der "Professor" schließlich als lachender Dritter dastand.

Mit elf Podestplätzen - darunter vier Siege - gewann Prost zwar ein Rennen weniger als Mansell, erlaubte sich aber auch weniger Fehler als der schnauzbärtige Brite.

Ayrton Senna Lotus 1986
Senna sicherte mit zwei Saisonsiegen Platz drei bei den Konstrukteuren
© xpb.cc

Williams und McLaren, die beiden überlegenen Rennställe der Saison, belegten Platz eins und zwei in der Konstrukteurswertung. Dass Lotus-Renault es noch vor Ferrari auf Platz drei schaffte, hatte das Team der Renault Power und Senna zu verdanken.

Dessen Teamkollege Johnny Dumfries jedenfalls blieb blass und trug insgesamt lediglich drei WM-Zähler zum Ergebnis bei. Für ein Kundenteam war dieser "Podestplatz" bei den Konstrukteuren jedenfalls ein brillanter Erfolg.

Im Ligier-Camp warfen René Arnoux und Jacques Laffite ihre ganze Klasse in die Waagschale. Ihr vorbildlicher Einsatz ermöglichte dem französischen Team immerhin Platz fünf bei den Herstellern, nur knapp geschlagen von Ferrari.

Laffite durfte zweimal das Podium besteigen - unter anderem nach seinem tollen zweiten Platz in Detroit. Genau wie sein Teamkollege Arnoux erreichte er 14 Punkte und damit WM-Endrang acht.

Tyrrell hatte unter der Führung des knorrigen Ex-Holzfällers Ken Tyrrell lange an Saugmotoren festgehalten, doch Mitte 1985 sah auch "Onkel Ken" ein, dass sein Team ohne Turbo auf verlorenem Posten stand.

Mit dem V6-Renault eröffneten sich für Martin Brundle und Philippe Streiff neue Perspektiven. Der Engländer Brundle kam mit dem Tyrrell 015 viermal in die Punkteränge, der Franzose zweimal. Mit elf Zählern erreichte der britische Rennstall WM-Rang sieben.

Das Saisonfinale in Australien war der letzte Auftritt des epochemachenden Renault V6-Turbo, dem nur drei Jahre später der nicht minder revolutionäre V10-Saugmotor folgen sollte. Selbst in seiner letzten Saison sorgte der Turbo noch für 98 WM-Punkte, acht Podestplätze und zwei Grand Prix-Siege. Renault stellte den V6 ins Museum und zog sich vorübergehend aus der Formel 1 zurück.

Die reglementsbedingte Dämmerung des Turbozeitalters ging bereits einher mit der Planung einer neuen Ära. Und noch während der V6 seine letzten Faucher auf der Rennstrecke von sich gab, arbeiteten die Ingenieure in Viry-Châtillon hinter verschlossenen Türen schon an einem neuen V10-Motorenkonzept, das Renault wieder an die Spitze der Königsklasse bringen sollte.

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