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Viel Neues beim Testauftakt in Barcelona

30. April 2007 - 19:25 Uhr

Am ersten Tag der Testfahrten in Barcelona präsentierte die Formel 1 ihre neue Frühjahrsmode - Kimi Räikkönen mit überlegener Bestzeit

Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen und Ferrari waren auch heute beim Testen nicht zu schlagen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Während in Mitteleuropa endgültig der Frühling mit fast schon sommerlichen Temperaturen eingetroffen ist, nahm die Formel 1 etwas weiter westlich, genauer gesagt am Circuit de Catalunya in der Nähe der spanischen Metropole Barcelona, wieder ihre Testfahrten auf. Alle elf Teams waren am heutigen ersten von drei geplanten Tagen mit je einem Auto anwesend.

Weil die schlauen Köpfe in den Fabriken in den vergangenen Wochen seit den Überseerennen ausreichend Zeit hatten, um ihren ersten Evolutionsstufen dieses Jahres den letzten Feinschliff zu verpassen, erinnerte das Fahrgeschehen auf der gut viereinhalb Kilometer langen Strecke zum Teil an die Präsentation der neuesten Motorsport-Frühjahrskollektionen, schließlich hatten fast alle mehr oder weniger deutlich auszumachende neue Komponenten an ihren Autos.

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Räikkönen untermauert Ferraris Vormachtstellung

Am schnellsten war bei guten äußerlichen Bedingungen - erst morgen könnte es angeblich phasenweise zu regnen beginnen - Ferrari-Superstar Kimi Räikkönen in 1:21.195 Minuten. Der Finne führte das Klassement praktisch den ganzen Tag hindurch an, absolvierte ein Pensum von nicht weniger als 97 Runden und evaluierte unter anderem eine nach hinten verlängerte Motorenabdeckung, die ein wenig an die aktuelle Lösung von McLaren-Mercedes erinnert.

Die Silberpfeile sorgten mit ihrem neuen Frontflügel, der am Vormittag nach den Aerodynamiktests in Menorca nun auch erstmals auf einer richtigen Strecke ausprobiert wurde, für den optischen Hingucker des Tages: Über der normalen Konstruktion wurde eine weitere Querplatte angebracht, die noch über der Nasenspitze liegt und somit die seinerzeit von Renault eingeführte und in diesem Winter von Williams weiterentwickelte Lösung noch weiter ausreizt.

Neuer Silberpfeil-Flügel nur morgens im Einsatz

Am Nachmittag kam dann wieder das bewährte Modell auf den MP4-22, mit dem heute übrigens Lokalmatador Pedro de la Rosa (3./+ 0,711/100 Runden) unterwegs war. Ansonsten stachen vor allem die aerodynamisch sehr auffälligen Modifikationen bei Toyota ins Auge, ein neuer Frontflügel beim BMW Sauber F1 Team sowie der in der Mitte nach oben geschwungene Heckflügel bei Renault, während fast alle anderen Rennställe eine leicht nach unten eingebuchtete Version testeten.

Neben Ralf Schumacher (4./Toyota/+ 0,788/92 Runden) sorgte auch Takuma Sato (Super-Aguri-Honda/+ 0,663/98 Runden) als Zweiter für eine Überraschung - das neue Getriebe von Honda, das beim Spanien-Grand-Prix Premiere feiern soll, sowie einige aerodynamische Verbesserungen scheinen also nach Wunsch zu funktionieren. Nick Heidfeld (5./BMW Sauber F1 Team/+ 0,919/78 Runden) und Rubens Barrichello (Honda/+ 1,460/131 Runden) rundeten die Top 6 ab.

Neuer Frontflügel des MP4-22
So sieht der neue Frontflügel aus, den Pedro de la Rosa heute ausprobierte
© xpb.cc

Ab Barrichello hatten auch schon alle mehr als 1,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze, was einerseits zeigt, dass sich das Feld während der Europasaison wegen der unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten auseinander ziehen könnte, andererseits aber auch darauf hindeutet, dass unterschiedliche Programme gefahren wurden. Speziell David Coulthard (9./+ 1,970/47 Runden) hätte sich vom neuen Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung seines Red-Bull-Renault wohl mehr erwartet.

Lokalmatador Valles für Spyker unterwegs

Abgerundet wurde das Klassement von Lokalmatador Adrian Valles (10./+ 2,148/43 Runden), der in Barcelona am Freitag zum Einsatz kommen könnte, seinem Spyker-Ferrari-Teamkollegen Giedo van der Garde (+ 2,271/37 Runden) - die beiden mussten sich ein Chassis teilen - und Williams-Toyota-Testfahrer Kazuki Nakajima (+ 3,053/31 Runden). Letzterer hatte ein zumindest optisch seit Bahrain kaum verändertes Auto zur Verfügung.

Abseits der Rennstrecke schlug der angekündigte Barcelona-Besuch von Michael Schumacher schon heute hohe Wellen, denn auf der Haupttribüne hing ein Transparent mit der Aufschrift: "Schumi we miss you so much. You will always be the best." Und dieses könnte sogar noch länger dort hängen bleiben, denn würde es morgen wie vorhergesagt regnen, dann haben die Teams den Wunsch geäußert, auch am Donnerstag noch fahren zu dürfen.

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