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"Übermensch" Hamilton ist auf einmal WM-Kandidat

16. April 2007 - 15:23 Uhr

Lewis Hamilton sprengt alle Superlative: Frank Williams bezeichnet ihn als "Übermenschen", Jackie Stewart traut ihm schon 2007den WM-Titel zu

Lewis Hamilton
Nach drei Rennen punktgleich mit dem WM-Leader: Lewis Hamilton
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - So kometenhaft wie Lewis Hamilton hat noch kein Neuling in der Formel 1 eingeschlagen: Der 22-Jährige beendete gleich seinen ersten Grand Prix auf dem Podium, legte anschließend zwei zweite Plätze nach - und hat damit gestern in Bahrain erstmals Doppelweltmeister Fernando Alonso aus eigener Kraft geschlagen.

Am besten ist jedoch, dass er dank seiner beeindruckenden Konstanz nach drei von 17 Rennen zwar nicht in WM-Führung liegt, aber mit 22 genauso viele Punkte hat wie Leader Alonso und der zweitplatzierte Kimi Räikkönen. Natürlich wäre es vermessen, von ihm schon im ersten Jahr den WM-Titel zu verlangen, doch sein Teamchef Ron Dennis glaubt, dass er nun schon so viel Kredit angesammelt hat, dass die ersten Fehler zumindest nicht scharf kritisiert werden können.

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Stewart traut Hamilton alles zu

Ex-Champion Jackie Stewart hält Hamilton indes für den besten Rookie aller Zeiten - und traut ihm alles zu: "Es ist nicht unmöglich, dass er dieses Jahr schon Weltmeister wird", sagte er der 'BBC'. "Es ist schon schwierig, in die Formel 1 zu kommen und die Größen zu attackieren, aber dabei noch dazu so konstant zu sein und nicht die Fehler zu machen, die junge Fahrer normalerweise machen, das ist eine bemerkenswerte Leistung."

Allerdings warnt der Schotte davor, zu viel vom Youngster zu erwarten, sondern man müsse ihm auch Rückschläge zugestehen: "Es ist nicht ungewöhnlich für einen Fahrer, dass er im ersten Jahr toll ist und dann ein bisschen einbricht. Das gehört dazu. Aber ich denke, dass Lewis Hamilton in den nächsten drei Jahren sicher um den WM-Titel mitfighten wird und dass er auch eine Weltmeisterschaft gewinnen kann", erklärte er.

Frank Williams ist ähnlich begeistert von der Entdeckung von McLaren-Mercedes: "Nachdem wir Michael (Schumacher; Anm. d. Red.) losgeworden sind, dachte ich: 'Jetzt haben wir wieder eine Chance!' Und dann kommt ein anderer Übermensch daher. Michael war vieles, aber er war ein sehr einfach gestrickter Mensch. Hamilton ist ein anderer Charakter, aber was ich an Qualität und Talent in ihm sehe, ist bemerkenswert, noch dazu so früh in seiner Karriere."

Williams würde gerne mit Hamilton fahren

Der Brite hat mit Nico Rosberg selbst ein Supertalent unter Vertrag, das sogar noch jünger ist als Hamilton, aber: "Ich weine, dass er nicht in einem Williams sitzt, aber ich freue mich jeden Tag für die Formel 1 wegen Hamilton. Ganz ehrlich." Der Königsklasse könne nämlich nichts Besseres passieren als ein starker Brite, der noch dazu dunkelhäutig ist und dadurch auch in den Massenmedien als "Tiger Woods des Motorsports" gefeiert wird.

Einer, der nicht von Anfang an von Hamilton überzeugt war, ist Gerhard Berger: "Ich hatte meine Zweifel an ihm", sagte er in Bahrain. "Wenn du schon in der Kartzeit alles bekommst, dann weißt du nicht, wie du dafür kämpfen musst. Ich war mir also nicht sicher, aber ich muss zugeben, dass er beeindruckend ist. Er scheint ein netter Kerl zu sein, sehr sauber - das ist eine Win/Win-Situation für Lewis und McLaren."

Berger von Hamiltons Einstellung beeindruckt

"Er ist nicht einfach jemand, der kommt und nur schnell ist, sondern man sieht auch, dass er das Auto ausnutzt, dass er sein eigenes Potenzial ausschöpft und trotzdem nie neben die Strecke gerät. Er schaut zu Alonso auf und lernt von ihm, aber er überfährt sein Auto nie. Wenn die Kamera auf ihm ist, sieht es so aus, als hätte er alles unter Kontrolle. Außerdem scheint er ein sehr intelligenter Bursche zu sein", lobte der Österreicher.

Was nun noch fehlt, ist der erste Sieg - und ob der schon beim bevorstehenden Grand Prix von Spanien gelingen wird, ist fraglich, denn in Barcelona hat Alonso Heimvorteil. Sollte es dennoch klappen, würde Hamilton schon wieder Geschichte schreiben: Noch nie zuvor hat ein Rookie in seinen ersten vier Rennen so viele Punkte geholt. Nur den Rekord des jüngsten Grand-Prix-Siegers kann er Alonso nicht mehr abspenstig machen...

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