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"Spezieller Moment" für Heidfeld und Theissen

15. April 2007 - 16:33 Uhr

Nick Heidfeld war in Bahrain der Mann des Rennens und bereitete Mario Theissen mit seinem Überholmanöver gegen Fernando Alonso viel Freude

Nick Heidfeld und Mario Theissen
Nick Heidfeld war heute beim Grand Prix von Bahrain der Mann des Rennens
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bravo, Nick Heidfeld, bravo, BMW Sauber F1 Team! "Quick Nick" war heute in Bahrain der Mann des Rennens, sorgte mit seinem sensationellen Überholmanöver gegen Doppelweltmeister Fernando Alonso für die Szene des Tages und holte sich mit seinem dritten vierten Platz en suite wieder fünf wertvolle WM-Punkte ab.

Kein Wunder, dass er zur Analyse nach dem Grand Prix mit einem breiten Grinsen im Gesicht erschien: "Ich war selten so glücklich! Es macht in diesem Jahr einfach viel mehr Spaß, wenn man ein Auto hat, mit dem man vorne reinfahren kann. In der Formel 1 jemanden zu überholen, der ähnlich schnell ist vom Auto her, ist das Schönste was es gibt, denn das Überholen ist leider recht schwierig", sagte der WM-Fünfte.

Fehler von Alonso ermöglichte das Manöver

"Mein Vorteil war, dass ich im zweiten Stint neue Reifen zur Verfügung hatte, die ich mir im Quali aufgespart hatte."
Nick Heidfeld

Sein Manöver schilderte er so: "Fernando hat einen Fehler gemacht, dadurch bin ich rangekommen. Ich war außen auf gleicher Höhe. Es waren nur ein paar Zentimeter Platz, aber er hat mitgespielt. Das war Reifen an Reifen. Ich hatte eine bessere Traktion. Mein Vorteil war, dass ich im zweiten Stint neue Reifen zur Verfügung hatte, die ich mir im Quali aufgespart hatte. Er war mit alten unterwegs, glaube ich, und hatte Probleme. Von hinten sah es so aus, als hätte er Übersteuern gehabt."

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, ansonsten ein eher nüchterner Zeitgenosse, konnte sich am Kommandostand ein Lächeln nicht verkneifen - und später klopfte er seiner Nummer eins auf die Schulter: "Nick ist der Einzige aus den Top 5, der auf der Strecke seinen Vordermann überholen konnte. Das war einfach sensationell und für uns ein spezieller Moment. Das war ein tolles Erlebnis, dieses Rennen", so der 54-Jährige.

Nach dem Überholmanöver und dem zweiten Boxenstopp musste Heidfeld Alonso dann hinter sich halten, was ihm souverän gelang - aber gar nicht so einfach war: "Dass ich vor ihm bleiben würde, damit hatte ich gerechnet, aber ich hatte mir vorher schon Gedanken gemacht über die harten Reifen. Es war im letzten Stint tatsächlich ein bisschen schwieriger, weil ich gerade am Anfang Probleme hatte, die Reifen auf Temperatur zu bringen", analysierte er.

Harte Schlussphase gegen Alonso

"Ich schätze mal, die werden sich das in Zukunft überlegen."
Nick Heidfeld

"Da war Fernando ein bisschen schneller, aber er war nie nah genug dran, um zu überholen. Ein- oder zweimal kam er ein bisschen näher, aber er hat zum Glück aus meiner Sicht zwei kleine Fehler eingebaut. Da konnte ich wieder einen Vorsprung aufbauen", fuhr der 29-Jährige fort. "Ich hatte drei Satz neue Reifen, weil ich mir im Qualifying Reifen aufgespart habe. Das hätten die anderen genauso machen können. Ich schätze mal, die werden sich das in Zukunft überlegen."

Besonders ermutigend: Heidfeld fuhr erstmals in dieser Saison aus eigener Kraft so schnell wie die Topteams, was natürlich auch Theissen nicht entging: "Es war zwar wieder ein vierter Platz, aber ein ganz spezieller, mit einer anderen Qualität als die davor, denn wir waren zum ersten Mal vom Tempo her in der Lage, den Topteams zu folgen. Wenn der Spitzenreiter auf dem Bildschirm auftauchte, war Nick auch dabei - das war ganz neu!"

Und weiter: "Das war für uns schon eine kleine Überraschung, dass wir ganz vorne dabei sind und Nick sogar überholen kann. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Wir waren im Rennen zum ersten Mal von den Rundenzeiten her so schnell wie die Spitze. Jetzt werden wir in Barcelona sehen, ob das streckenspezifisch war oder ob wir tatsächlich schon dran sind. Auf jeden Fall ist jetzt jeder heiß im Team - wir wollen nach vorne!"

BMW Sauber F1 Team gönnt sich keine Pause

Fernando Alonso vor Nick Heidfeld
Da lag "Quick Nick" noch hinter Doppelweltmeister Fernando Alonso...
© xpb.cc

Um vielleicht sogar noch in diesem Jahr den ersten Sieg feiern zu können, gibt es bis zum nächsten Rennen am 13. Mai "keine Pause" für das BMW Sauber F1 Team: "Wir nennen das Heimarbeit, denn natürlich läuft die Arbeit in Hinwil und München volles Programm weiter. Die Pause von vier Wochen gibt uns Gelegenheit, einige Weiterentwicklungen für Barcelona fertig zu stellen. Wir haben in der Woche vor dem Rennen auch noch einen Test", kündigte Theissen an.

Sein Lieblingsschützling darf sich nach dem starken Saisonauftakt hingegen erst einmal ein paar Wochen mit seiner schwangeren Frau und seiner Tochter gönnen: "Ich freue mich schon auf die Pause", gab Heidfeld zu Protokoll. "Natürlich macht das Fahren im Moment unheimlich Spaß, aber zwei Rennen hintereinander in Übersee, bei sehr heißen Temperaturen - ich glaube, da haben sich alle ein Pause verdient."

Und was erwartest du für die Europasaison, Nick? "Bis Barcelona wird es unheimlich viele neue Teile geben - nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen Teams. Da kommen neue Aeropakete. Es hat mich wirklich überrascht, dass wir zumindest einen McLaren schlagen konnten, aber ich habe nach dem Qualifying schon erwartet, dass es zumindest eng wird. Es hat dann zum Glück im Rennen gereicht", entgegnete er abschließend.

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