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Silberpfeile: Hamilton kann der Größte werden!

18. April 2007 - 10:10 Uhr

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh glaubt, dass Lewis Hamilton der größte Rennfahrer aller Zeiten werden kann - Lob auch von Ron Dennis

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton wird schon als kommender Superstar der Formel 1 gefeiert
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Seit den sieben WM-Titeln von Michael Schumacher hängt die Latte hoch, wenn man der größte und erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten werden will. Allerdings gibt es derzeit mit Lewis Hamilton einen Youngster, der einen Raketenstart in die Formel 1 hingelegt hat und von Medien und Experten gleichermaßen in den Himmel gelobt wird.

Der junge Brite hat bisher erst drei Grands Prix bestritten, diese aber allesamt auf dem Podium beendet und vor allem Doppelweltmeister Fernando Alonso im gleichen Team tapfer die Stirn geboten. Davon zeigte man sich auch bei McLaren-Mercedes begeistert - und Geschäftsführer Martin Whitmarsh spricht nun sogar davon, dass er zum Größten werden könnte, obwohl die Silberpfeile ihrem Schützling eigentlich keinen Druck auferlegen wollten.

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Whitmarsh traut Hamilton alles zu

"Wenn es so weitergeht, kann er der größte Fahrer aller Zeiten werden."
Martin Whitmarsh

"Warum nicht? Es ist noch zu früh für eine Analyse, aber wenn es so weitergeht, kann er der größte Fahrer aller Zeiten werden", so der 38-Jährige im 'Guardian'. "Ich bin seit 1989 bei McLaren und habe mit großartigen Fahrern wie Prost, Senna, Mika Häkkinen, Kimi Räikkönen und jetzt Fernando Alonso und Lewis zusammengearbeitet. Von daher weiß ich, was einen ganz Großen im Vergleich zu einem Durchschnittsfahrer ausmacht. Lewis erfüllt da alle Voraussetzungen."

Doch was sind das für Fähigkeiten, Martin? "Zuallererst - und das ist ganz offensichtlich - braucht man das natürliche Talent. Zweitens ist ein natürliches Maß an Zähigkeit erforderlich. Drittens ist ein bisschen technisches Verständnis von großem Vorteil, denn das hilft einem Fahrer, besser mit den Ingenieuren zusammenzuarbeiten, was wiederum die Weiterentwicklung des Autos schneller vorantreibt", entgegnete er.

"Schlussendlich sind da noch Fitness, Entschlossenheit und Hingabe", fügte Whitmarsh an. "Die Topstars denken sogar darüber nach, wie sie ihre eigene Performance verbessern können, wenn sie beim Frühstück über einem Teller Cornflakes sitzen. Es ist fast so, als hätten sie eine spezielle genetische Voraussetzung. Weniger gute Fahrer tun das nicht, vielleicht weil sie nicht klug genug, nicht leidenschaftlich genug sind - oder weil sie sich nicht darum scheren."

Dennis beeindruckt von Hamiltons Verständnis

"Er versteht ganz genau, was das Auto in bestimmten Situationen machen wird."
Ron Dennis

Teamchef Ron Dennis, quasi Hamiltons Entdecker, zeigte sich indes vor allem von der Fähigkeit seines Schützlings beeindruckt, schon im jungen Alter zu verstehen, wie er Auto und Team zu seinen Gunsten drehen kann: "Das Fahrverhalten eines Autos wird vom Input des Fahrers bestimmt", erklärte der 59-Jährige der 'Sun'. "Lewis hat das kapiert. Er versteht ganz genau, was das Auto in bestimmten Situationen machen wird."

"Ich habe zum ihm einfach gesagt: 'Dies und jenes wird von dir erwartet! Ich erwarte, dass du der fitteste Fahrer im Feld bist und dass du die Regeln besser als jeder andere kennst. Ich erwarte, dass du verstehst was passiert, wenn du den Gang wechselst - und dass du es nicht nur passieren lässt. Ich will, dass du alles nachvollziehen kannst. Und ich möchte, dass du mindestens 1.000 Stunden am Simulator gefahren bist'", sagte Dennis.

Mindestens genauso lobenswert wie seine fahrerische Klasse ist aber auch Hamiltons Bodenständigkeit und Einstellung, denn im Gegensatz zu einigen anderen Formel-1-Piloten ist seine Herangehensweise "selbstbewusst, aber frei von jeder Arroganz", streute der McLaren-Mercedes-Teamchef weitere Rosen. Und: "Ich hoffe nur, dass wir als Team ein Umfeld schaffen können, in dem er so bleiben kann, wie er jetzt ist."

So gut vorbereitet wie noch kein anderer Fahrer

Ron Dennis und Lewis Hamilton
Ron Dennis ist stolz auf seine große Entdeckung Lewis Hamilton
© xpb.cc

Doch bei aller Hamilton-Mania ist zu beachten, dass man die Euphorie nicht übertreiben sollte, denn im Schnitt der ersten drei Rennen war Alonso sehr wohl noch der klar schnellere Mann. Außerdem kam der amtierende GP2-Champion so gut vorbereitet wie kaum ein anderer Pilot in die Königsklasse des Motorsports, wodurch man vermuten könnte, dass er sein Potenzial schon jetzt recht gut ausschöpft und sich nicht mehr so sehr steigern wird wie manch anderer Quereinsteiger.

Das sieht auch Ex-Weltmeister Nigel Mansell so: "In der Vergangenheit hatten die Fahrer vor dem ersten Rennen vielleicht zwei Formel-1-Tests", erinnerte er sich gegenüber 'sportasylum.com'. "Außerdem waren sie vielleicht nicht in einem guten Team. Sie hatten nicht die Intensität und das Training wie Lewis. Was er leistet, ist exzellent, fast fantastisch, aber es ist ehrlich gesagt auch das, was man von ihm erwartet durfte."

Außerdem müssen Grand-Prix-Neulinge heute nicht mehr so muskulös sein wie früher: "Wenn sie die Servolenkung nicht hätten, müssten die Jungs viel stärker und kantiger gebaut sein", teilte Mansell mit. "Es gibt so viele Fahrhilfen. Ich will damit nicht sagen, dass sie es früher nicht gepackt hätten, aber es wäre jedenfalls schwieriger gewesen und sie hätten mehr Zeit benötigt, um so gute Leistungen zu bringen."

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