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Jeder muss durch die Hitzewand...
'Motorsport-Total.com'-Redakteurin Inga Stracke blickt vor ihrer Reise nach Malaysia auf das Land, die Strecke und ihre Erinnerungen an den Grand Prix
(Motorsport-Total.com) - Er steht an, der Hitze-Grand-Prix! 70 Prozent Luftfeuchtigkeit, Temperaturen um 40 Grad - wer durchhalten will, muss fit sein. Mich haut die "Hitzewand" jedes Mal fast um, wenn ich aus dem Flugzeug aussteige, was nun aber nicht gleich als Beleg mangelnder Fitness verstanden werden sollte. Die Regenjacke ist auf jeden Fall im Gepäck - es soll diese Woche jeden Tag spätestens am Nachmittag regnen. Und Regen in Malaysia habe ich irgendwie hauptsächlich als Wolkenbruch in Erinnerung...
Kuala Lumpur ist das Zentrum des modernen Malaysia. Die Hauptstadt bietet lebendige asiatische Kultur, Seite an Seite mit britischen Kolonialbauten und Hightech-Bauwerken wie die 443 Meter hohen Petronas-Towers.
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Wer europäisch essen will, findet im 'Pan Pacific Airport Hotel' einen guten Italiener, interessant sind aber die vielseitigen Food Courts im Airport und im Twin Towers Centre. Ein paar Straßen weiter gibt's auch ein Hard Rock Café, von da aus ist man schnell im Modestos - einer netten Bar/Disco in der Ferrari gerne feiert.
Klasse - und Geldbeutel-bewusst - zum Einkaufen ist der Chinamarkt, aber auch die verschiedenen kleinen "Malls" in denen man die neueste Software zu Spottpreisen kaufen kann. Aber augepasst: der Zoll sieht so etwas genauso ungern wie gefälschte Uhren, die es hier auch billigst gibt. In den echten Elektronikläden gibt es aber dann doch auch das eine oder andere Schnäppchen - ich will mal schauen ob ich die Zeit finde, ein neues 250 GB-Harddrive für meine Backups zu finden.
Der Kurs selbst ist einer der breitesten im Formel-1-Kalender - 16 Meter - und besteht aus 15 Kurven und acht Geraden, von denen die längste 927 Meter lang ist. Der Reifenverschleiß wird in Sepang als gering bis mittel eingestuft. Die Boxenstrategie variierte in der Vergangenheit zwischen ein und zwei Stopps.
Wegen der engen Kurven fahren die Teams viel Flügel. Sicher und groß - die Auslaufzonen, gewagt die Boxenausfahrt - direkt in der 180-Grad-Kehre zwischen der Doppelgeraden. Das Streckenlayout hat von jedem der aktuellen Formel-1-Kurse das Beste übernommen - eine scharfe Rechts gleich nach dem Start, gefolgt von einer noch schärferen Links und einem schnellen Rechtsbogen.
Danach wird hochbeschleunigt auf über 215, vor Kurve 4 (ein Rechtsknick). Sie ist eine eventuelle Überholmöglichkeit, gefolgt von einem Kurvengeschlängel, ähnlich dem Kurs in Budapest, aber mit 220 bis 240 Stundenkilometern eine Ecke schneller. Vor der schwierigen Doppelrechtskombination Kurve 7 und 8 wird auf 140 herunter gebremst, dann geht es wieder mit über 200 steil bergab zur Kurve Nummer 9, ein Linkshaken, in dem es gleichzeitig wieder bergauf geht (ähnlich der Tosa in Imola).
Die Kurven 10 und 11, ein Rechtsbogen, dann eine Links, hoch bis 290, Kurve 14, eine Kehre, die die schnelle Gegengerade einleitet. Am Ende der großen Tribüne eine Linkskehre (Kurve 15), aus der die Boxeneinfahrt abgeht - und wieder zurück mit Vollgas auf die Start-Ziel.
Michael Schumacher, der Streckenarchitekt Hermann Tilke (Aachen) gemeinsam mit Marc Surer beim Layout beraten hatte, feierte hier bei der Premiere 1999 sein grandioses Comeback! Im ersten Grand Prix seit seiner Verletzung in Silverstone im Juli holte er die Pole mit über einer Sekunde Vorsprung vor dem Rest des Feldes und führte das Rennen souverän an, bis er Teamkollege Eddie Irvine den Sieg schenkte, um ihm im Kampf um den Titel zu helfen. Doch dann ging der Schlamassel los - was folgte, wurde später nur noch spöttisch "der Windabweiser-Skandal" genannt.
Zwei Stunden nach der Zieldurchfahrt war das Rennergebnis noch immer nicht offiziell! Nach Erkenntnis der Kommissare waren die seitlichen Windabweiser der Ferrari 10 mm höher vom Unterboden entfernt als erlaubt - dies bedeutete die Disqualifikation! Ferrari legte Berufung ein, Mika Häkkinen war nur für wenige Tage Weltmeister, bis zur Berufungsverhandlung am 23. Oktober in Paris.
Das Ergebnis versetzte Ferrari in Freude, McLaren-Mercedes in Rage: Man habe falsch gemessen, gab die FIA zu, und bei der richtigen Meßmethode sei "...die Abweichung nur ein Millimeter, oder gar noch weniger in allen Dimensionen und liegt daher innerhalb der Toleranz", so das Statement des FIA-Präsidenten Max Mosley. Damit war der Weg frei für ein offenes Rennen in beim Finale in Suzuka, wo sich Mika Häkkinen den Titel sicherte.
Ach ja....ich hatte an jenem Sonntag Geburtstag und wollte eigentlich abends essen gehen. Essen waren wir dann auch, so gegen halb drei Uhr morgens, als wir endlich die Rennstrecke nach der Extra-Arbeit verlassen hatten. Mit in meinem Gepäck etwas, das meinen Ärger wieder besänftigte: Mika hatte mir zum Geburtstag die Rennhandschuhe, die er im Grand Prix getragen hatte, unterschrieben und geschenkt - mit persönlicher Widmung!
Ich bin mal gespannt wie dieses Wochenende wird, ob Kimi Räikkönen sich wieder behaupten kann, ob Fernando Alonso angreift oder gar von Teamkollege Lewis Hamilton angegriffen wird und ob Quick Nick Heidfeld diesmal das Podium schafft...
Selamat Datang, Eure Inga Stracke von der Strecke













