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Haug: "Müssen uns einen Trick ausdenken"
Mercedes-Sportchef Norbert Haug glaubt nicht, dass es seine Silberpfeile am Start noch einmal so leicht haben werden wie zuletzt in Malaysia
(Motorsport-Total.com/Premiere) - Frage: "Norbert Haug, Platz zwei im Qualifying durch Lewis Hamilton, das ist sehr ordentlich, oder?"
Norbert Haug: "Wir stehen zum dritten Mal hintereinander auf Platz zwei und vier, diesmal umgekehrt. Unser Freund Lewis ist diesmal vor Fernando. Wir werden sehen, wie sich die Strategien auswirken. In letzter Zeit ist Ferrari eher ein bisschen kürzer gefahren als wir. Ich denke, BMW wird relativ lange fahren, Ferrari vielleicht vergleichbar mit uns. Es wird spannend."
"Die Ausgangsposition auf der Linie ist nicht so gut wie beim letzten Mal - einen gleich guten Start hinzubekommen, wird sehr, sehr schwierig. Es ist nicht unmöglich, denn es gibt eine lange Gerade, aber ich denke natürlich, dass die Ferrari-Jungs jetzt wachgerüttelt sind. Massa war wirklich superb, Glückwunsch zu der Pole! Er hatte Kimi bisher das ganze Wochenende im Griff. Jetzt werden wir sehen. Ich glaube aber, dass wir eine gute Strategie haben, so dass trotzdem was gehen kann."

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Keine Showstrategie bei Hamilton
Frage: "Wie zufrieden sind Sie denn mit Lewis Hamilton?"
Haug: "Seine letzte Runde war die beste. Er hat eine ansehnliche Spritladung an Bord, ohne zu viel zu verraten. Er steht bei seinem dritten Rennen in der ersten Reihe. Das ist beeindruckend. Er hat ja keine Showstrategie, sondern er wird lange fahren und hat gute Voraussetzungen. Wer weiß, vielleicht fahren wir sogar ein bisschen länger als Ferrari. Die roten Freunde werden natürlich enorm vorsichtig sein und ganz große Rückspiegel haben morgen. Unsere Linie ist hier deutlich schlechter als in Malaysia, aber nichts ist unmöglich."
"Ich glaube, dass wir den Speed mitgehen können. Die Ausgangslage ist ähnlich wie in Melbourne und in Malaysia, aber wir dürfen nicht abheben, nur weil wir Ferrari einmal geschlagen haben. Vor kurzem galten sie noch als unschlagbar, aber das ganze Wochenende haben wir nun bewiesen, dass wir zumindest in der gleichen Liga spielen."
Frage: "Ist denn Lewis Hamilton auf einer anderen Strategie als Fernando Alonso?"
Haug: "Ja, das werde ich erzählen! War aber ein guter Versuch (grinst; Anm. d. Red.)."
Haug hofft auf starke Rennpace
Frage: "Lewis Hamilton war vor dem letzten Versuch sehr früh an der Boxengasse..."
Haug: "Das hat damit nichts zu tun. Er hat das Feld ja angeführt und stand vorne an der Spitze. Von da an hat er das kontrolliert und bilderbuchmäßig gemacht. Am Schluss haben dreieinhalb Zehntel gefehlt. Ich denke, der Ferrari ist auf die Runde etwas schneller, aber bei der Konstanz sahen wir am Freitag schon sehr, sehr gut aus. Insofern war das eine weitere Steigerung."
"Natürlich ist es nicht leicht, Ferrari zu schlagen - das war in Melbourne vor ein paar Wochen noch unmöglich. Letztes Mal haben wir es geschafft, aber jetzt dürfen wir nicht abheben. Wir sind natürlich sehr gut, aber wenn man sieht, was mit Weltmeister Renault los ist, dann weiß man, dass es mal eine Stagnation geben kann. Das sind ja alles Könner. Ich bin mir ganz sicher, dass die wieder kommen werden. Der Speed von BMW war sehr gut, muss ich sagen. Mein Kompliment, die steigern sich weiter. Insofern spielen die Deutschen eine prima Rolle in der Formel 1."
Frage: "Kommt Fernando Alonso damit zurecht, dass ihm Lewis Hamilton ein bisschen die Show stiehlt?"
Haug: "Absolut. Fernando ist ein absoluter Sportsmann. Warten wir mal ab, was seine Strategie morgen bringt. Lewis ist bis jetzt deutlich zufriedener mit dem Auto. Das gibt es manchmal. Das sind Nuancen. Er war einmal super zufrieden, nämlich in Malaysia, und da war er gleich wirklich so gut unterwegs. Vielleicht kann man mit ein bisschen Feinjustieren noch etwas hinbekommen. Er ist ein Racer. Wenn er einen guten Start hat, wovon ich ausgehe, dann geht es voran."
Ferrari wird ein Bollwerk aufbauen
"Man muss aber sagen, dass auch der Fünfte und der Siebente gut starten können, es ist also nicht gesagt, dass wir als Erster, Zweiter oder Dritter in die erste Kurve einbiegen werden. Ich denke, dass Ferrari ein Bollwerk aufbauen wird. So wie letztes Mal geht es glaube ich nicht. Da müssen wir uns einen Trick ausdenken, aber vielleicht haben wir ja noch einen."
Frage: "Ihr Vorsitzender für Deutschland ist ja auch da, nicht wahr?"
Haug: "Ja. Der ist auch da. Er unterstützt uns. Der Finanzvorstand ist auch da. Die stehen voll hinter dem Team und kommen mal vorbei - nicht weil wir gewonnen haben, sondern weil sie uns unterstützen, weil das zu unserem Markenbild gehört. Dieter Zetsche hat die ganze Sache 1991 und 1992 eingefädelt, bevor wir in die Formel 1 gingen. Er war damals schon Entwicklungsvorstand, das wissen nur wenige. Seit dieser Zeit, seit 16 Jahren, arbeiten wir beide schon zusammen. Deshalb kennt man sich lange. Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team."










