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Hamilton schreibt in Bahrain Geschichte

15. April 2007 - 17:15 Uhr

Als erster Neuling der Formel-1-Geschichte schaffte Lewis Hamilton in seinen ersten drei Grands Prix dreimal den Sprung auf das Podium

Lewis Hamilton
Dieser Mann stellt die Formel 1 derzeit auf den Kopf: Lewis Hamilton
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Vater Anthony kullerten die Freudentränen über das Gesicht, hoch oben auf dem Siegerpodest strahlte Sohn Lewis mit der heißen Wüstensonne um die Wette: Auch in seinem dritten Einsatz fuhr der erst 22 Jahre alte Lewis Hamilton wieder wie ein alter Hase und feierte mit dem zweiten Platz beim Großen Preis von Bahrain einen historischen Hattrick, denn als erster Fahrer der Formel-1-Geschichte schaffte der McLaren-Mercedes-Pilot in den ersten drei Rennen seiner Karriere jeweils den Sprung aufs Treppchen.

In seinem ersten Rennen in Melbourne hatte Hamilton, der in Anspielung an seine dunkle Hautfarbe als "Tiger Woods der Formel 1" gilt, den dritten Rang belegt. Vor einer Woche in Malaysia war der Brite Zweiter hinter seinem Teamkollegen und Weltmeister Fernando Alonso geworden.

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Hamilton ist Gold wert

Für die Silberpfeile ist Hamilton bereits jetzt Gold wert, mit dem Shootingstar dürften Millionen in der Werbung umgesetzt werden. "Man muss doch nur schauen, wie er sich verkauft - dann braucht man keine Superlative mehr. Der Erfolg dieses Jungen ist sensationell", sagte McLaren-Teamchef Ron Dennis.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug verweist darauf, dass Hamilton durch seine zwei Jahre in der Formel 3 in Deutschland schon etwas bekannt gewesen sei. Haug: "Lewis hat alle beeindruckt, auch bei Mercedes. Er bringt frischen Wind in die Formel 1."

Vorbilder habe er keine, sagt Hamilton, doch Michael Schumacher bewundere er für dessen sieben WM-Titel. Er bedauert es, dass er nie gegen den einstigen Ferrari-Superstar gefahren sei. Allerdings hatte er im Vorjahr bei einer kurzen Begegnung das Glück, ein paar Worte mit "Schumi" zu wechseln.

"Letztes Jahr in der Türkei kam Michael nach meinem GP2-Rennen plötzlich auf mich zu", sagte Hamilton in der 'Bild'-Zeitung. "Auf dem Weg ins Motorhome blieb er bei mir stehen und sagte: 'Fantastisches Rennen. Was du da gemacht hast, das hat mich inspiriert.' Da klopfte mein Herz. Das waren unglaubliche Worte - von einem, der siebenmal Weltmeister geworden ist."

Vorbild Michael Schumacher

Schumacher sei "absolut" jemand, zu dem er aufblickt, gab Hamilton zu, nämlich nicht nur als Rennfahrer, sondern "auch als Mensch. Er hätte so was nie zu mir sagen müssen. Er ist ein cooler Typ. Michael könnte doch einfach alles egal sein. Andere haben viel weniger erreicht und machen auf arrogant. In puncto Ehrgeiz hat mich beeindruckt, dass Michael vor seinem allerletzten Rennen noch zwei extra Testtage eingelegt hat. Er gab immer 100 Prozent, bis zur letzten Sekunde."

Dass er wegen seiner Hautfarbe mit Golf-Superstar Tiger Woods verglichen wird, ist Hamilton aber unangenehm, auch wenn er betont, dass er davon nicht allzu viel Notiz nehme: "Ich bin nicht Tiger Woods, ich bin Lewis Hamilton, ich bin völlig anders."

In die allgemeinen Lobeshymnen stimmte nun sogar Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ein: "Hamilton ist gut für die Formel 1", meinte der 76-Jährige im 'Telegraph'. "Er braucht das Lob aber nicht, weil er farbig ist. Er ist einfach verdammt gut. Zudem ist er jung, gut aussehend und spricht mit den Leuten. Er verkauft den Sport hundertprozentig perfekt."

Und für McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh steht schon jetzt fest: "Es ist für mich keine Frage, dass Lewis Weltmeister wird - es geht nur darum, wann."