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Renaults Weg bis zum ersten Saisonrennen

09. März 2007 - 16:20 Uhr

Renault blickt noch einmal zurück auf die mühsamen Vorbereitungen des vergangenen Winters - R27-Prototyp war bereits im November fertig

Renault-Logo
Das Renault-Team geht als Titelverteidiger in die Rennsaison 2007
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Nicht nur das Material für Melbourne rollte am Donnerstagabend zum Airport, auch die Luftfrachtcontainer für die beiden folgenden Überseerennen in Malaysia und Bahrain wurden bereits verladen. Insgesamt packten die Logistiker des Renault-Teams rund 30 Tonnen Material in die Boeing 747. Der Jumbo-Frachter kommt am Sonntagabend in Australien an. Die ersten Mechaniker fliegen am Samstag aus England ab, um ab Montag die Boxen des Teams einzurichten.

Diese letzten Handgriffe vor dem ersten grünen Licht der Saison markieren den Schlusspunkt einer viele Monate dauernden Vorbereitungsphase. Bereits im Oktober 2005 begannen die Ingenieure in Viry und Enstone mit den Planungen für die Integration des RS27-V8 in das R27-Chassis. Und noch vor dem Auftaktrennen der vergangenen Saison standen bereits erste Konstruktionszeichnungen des 2007er-Getriebes. Zwei Monate später, im Mai 2006, einigten sich die Techniker auf das Layout des IGC-Getriebes (für instantaneous gearchange = nahtloser Gangwechsel) und begannen mit der Konstruktion. Am 8. Juni startete die Fertigung der ersten 2007er-Schaltbox, die am 2. Oktober fertig gestellt wurde. Am 20. Oktober lief dieses zentrale Bauteil auf dem Prüfstand, und nur einen Monat später arbeitete die neue Gangwechseleinheit schon im Heck eines umgebauten Renault R26 beim Test auf der Strecke.

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Die Spezifikationen für das diesjährige Chassis wurden am 6. Mai 2006 bekannt gegeben. Auf dieser Basis legten die Techniker am 28. Juni die Oberflächenform des Monocoques fest. Dessen Herstellung begann im August, sodass die Fahrer am 14. November eine Sitzprobe im ersten Prototypen machen konnten. Das erste Einsatzmonocoque stellte die Verbundstoffabteilung am 27. November fertig, gefolgt vom Aufbau des ersten kompletten R27-01-Chassis. Dieses bestand zwei Tage später den vorgeschriebenen FIA-Crashtest mit fliegenden Fahnen. Am 19. Dezember schließlich erklang erstmals der Sound des RS27 in Enstone.

Das von Dino Toso geleitete Aerodynamikteam begann im August 2006 mit seinem Programm für 2007. Bis zum 10. Oktober hatten die Ingenieure ziemlich klare Vorstellungen von dem späteren Aussehen der Karosserieteile entwickelt. Das für den Saisonstart in Melbourne vorgesehene Aerodynamikpaket wurde schließlich Ende Dezember finalisiert.

Bei der Auslegung des RS27-Achtzylinders hatten die Motorentechniker die am 18. September 2006 veröffentlichten Limitierungen des Weltverbandes FIA zu berücksichtigen, die erst einen Monat darauf endgültig in Kraft traten. Der neue V8 basiert auf dem in China und Japan 2006 eingesetzten RS26 und wurde auf die erlaubte Maximaldrehzahl von 19.000 Touren optimiert. Am 1. November traf das erste Motorenmodell aus Viry bei den Chassisdesignern in Enstone ein. Ihre finale Liste der Modifikationen gegenüber dem RS26 vom Saisonende reichten die PS-Spezialisten aus Frankreich am 15. Dezember bei der FIA ein, den kompletten Motor als Vergleichsbasis erhielt der Weltverband am 1. März.

Am 10. Januar wurde dem neuen Testfahrer Nelsinho Piquet die Ehre zuteil, den Renault R27 erstmals auf einer Rennstrecke zu fahren. Der junge Brasilianer absolvierte in Silverstone einen kurzen Aerodynamik-Shakedown. Ein Woche später erhielten die Grand-Prix-Piloten Giancarlo Fisichella und Heikki Kovalainen jeweils einen fertigen Renault R27 für ihren ersten Test. Die drei Tage in Jerez markierten den Start in die letzte Entwicklungsphase und den Beginn der Arbeit an Zuverlässigkeit und Abstimmung der bunten Boliden.

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