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Lauda: Bei einer interessanten Saison gibt es keinen Knick

13. März 2007 - 18:06 Uhr

Der 'RTL'-Formel-1-Experte im Interview über die bevorstehende Formel-1-Saison und die Zeit nach Michael Schumacher

Niki Lauda
Lauda ist gespannt, wie sich die deutschen Fahrer schlagen werden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Herr Lauda, welche Teams sind für Sie nach den Testfahrten die Favoriten?"
Niki Lauda: "Nach den Tests, die natürlich nur begrenzt aussagekräftig sind, schaut es im Moment danach aus, dass McLaren und Ferrari eigentlich bei allen Testfahrten, bis auf ein, zwei Zehntel getrennt, immer die Schnellsten waren. Dann kommt gleich dahinter BMW, die sich gegenüber dem Vorjahr sehr stark verbessert haben. Dazu noch Renault, die man derzeit allerdings nicht richtig einschätzen kann."

Frage: "Welche Prognosen lassen die Tests für die ersten Rennen zu?"
Lauda: "Das erste Rennen ist für mich nicht so aussagekräftig, weil es ein atypisches Rennen ist. Interessant wird es in Kuala Lumpur und Bahrain, wo die Kurse sehr anspruchsvoll für Autos, Reifen und Motoren sind."

Bridgestone-Reifen
Ab diesem Jahr fahren alle Teams mit den gleichen Reifen
© xpb.cc

Frage: "Einheitsreifen und "eingefrorene Motoren" - was halten Sie von den neuen Regeln?"
Lauda: "Ich finde es gut, dass die Variablen jetzt ausgeschaltet worden sind und alle mehr oder weniger die gleichen Reifen haben. Die Motoren sind in der Entwicklung gestoppt worden, so dass man davon ausgehen kann, dass alle Motoren in etwa gleich stark sind und die Zeitunterschiede nicht dadurch herausgefahren werden."

"Entscheidend für den Gewinn der WM wird das Auto selber, die Mechanik mit der dazugehörigen Aerodynamik sein, vorausgesetzt, sie halten durch. Am Ende ist es dann natürlich der Fahrer, der eine perfekte Leistung bringen muss."

Frage: "Wird das Interesse an der Formel 1 nach Schumis Abgang zurückgehen?"
Lauda: "Das hängt ganz davon ab, wie sich die Saison entwickelt. Wenn sie wirklich so interessant wird, wie ich denke, dann gibt es keinen Knick. Nach dem Abgang von Michael Schumacher ist es auf jeden Fall eine Chance, dass vier deutsche Fahrer das Rennen aufnehmen."

Michael Schumacher und Niki Lauda
Lauda weiß, dass niemand Michael Schumacher wirklich ersetzen kann
© xpb.cc

Frage: "Bernie Ecclestone riet den Deutschen, einen neuen Schumi zu 'produzieren'..."
Lauda: "Einen neuen Schumi kann man nicht produzieren, der muss sich selber entwickeln, wer immer der Fahrer auch ist. Es ist auch wurscht, wo er her kommt, er muss eine Superleistung bringen."

Frage: "Welcher aktuelle deutsche Fahrer hat derzeit das größte Potenzial?"
Lauda: "Das kann ich beim besten Willen nicht sagen, man muss sie erst einmal fahren lassen. Die beste Auto-Fahrer-Kombination kann im Moment vielleicht Nick Heidfeld vorweisen, aber das kann man erst nach dem dritten Rennen sagen."

Frage: "Wie steht es um Ralf Schumacher und Nico Rosberg?"
Lauda: "Ralf hängt von seinem Toyota ab, bei dem im Moment niemand sagen kann, wie gut er ist. Williams-Pilot Nico Rosberg wird mit Toyota-Motor nach meiner Einschätzung besser gehen als im Vorjahr, da kann schon einiges kommen."

Frage: "In diesem Jahr werden 17 Rennen gefahren, im kommenden Jahr möglicherweise 20. Was halten sie davon?"
Lauda: "Nicht viel. Die Planung mit 17 bis 18 Rennen war immer das richtige Mittelmaß für die Teams und die Urlaubsmöglichkeiten im Sommer. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, dies jetzt wahnsinnig in die Höhe zu fahren. Das werden sich auch die Teams nicht gefallen lassen."

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