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Anderson würde die Formel 1 auf den Kopf stellen

21. März 2007 - 18:49 Uhr

Der ehemalige Technische Direktor von Jordan fordert eine radikale Veränderung, um die Rennen wieder spannender zu gestalten

Gary Anderson
Gary Anderson ist nicht zufrieden, wie sich die Formel 1 entwickelt
© GP2

(Motorsport-Total.com) - Einheitsreifen hin oder her - in Melbourne gab es wie erwartet beim Auftakt zur Formel-1-Saison kaum Überholmanöver zu bestaunen. Felipe Massa pflügte durch das Feld - aber auch nur, weil er nach Problemen von hinten starten musste. Nico Rosberg zeigte ein atemberaubendes Manöver, bei dem er allerdings Glück hatte, dass Ralf Schumacher mitspielte, ein ähnlicher Überraschungsangriff von David Coulthard an Rosberg-Teamkollege Alexander Wurz endete in einer Beinahe-Katastrophe.

Gary Anderson, früherer Technischer Direktor des Jordan-Teams, ist der Meinung, dass man radikalere Veränderungen vornehmen muss, um das Problem zu lösen. Auch die Veränderungen, die für die Zeit ab 2008 geplant sind, haben ihn nicht überzeugt: "Ich habe nichts gesehen, das mich fasziniert", so Anderson gegenüber 'crash.net'.


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"Für 2010, 2011 gibt es größere Pläne, aber das sollte einen nicht den Schlaf rauben, denn das ist noch zu weit entfernt. Bis dahin wird sich das noch tausendmal ändern. Im Moment sehe ich nichts, das die Formel 1 für die Öffentlichkeit besser machen wird."

Derzeit sei die Formel 1 nur für absolute Enthusiasten geeignet, nicht jedoch für Zuschauer, die keine großen Fans seien. Diesen würde das Spektakel am Fernseher fehlen, wenn sich die Fahrer duellieren und gegenseitig überholen: "Sie wollen mehr Racing sehen, Fahrer, die Seite an Seite fahren, fünf Überholmanöver in der Runde. Wir sollten erst wissen, wer der Sieger ist, wenn die karierte Flagge gefallen ist."

Anderson habe andere Formel-Serien gesehen, die spannende Rennen bieten, nun sei die Formel 1 gefragt, etwas zu ändern, schließlich müsse ein so teurer Sport wie die "Königsklasse des Sports" mehr bieten als kleinere Formel-Serien: "Wir brauchen Leute, die den Fernseher einschalten."

Die Formel 1 habe sich in den vergangenen Jahren in die falsche Richtung entiwckelt. Die Autos seien so empfindlich, dass man nur mit großem Abstand hintereinander fahren könne, deswegen sei an ein Überholen nicht zu denken: "Das schnellste Auto steht im Qualifying vorne und das langsamste hinten". Man müsse dann hoffen, dass im Rennen ein Wunder passiert.

"Meiner Meinung nach müssen wir die Startaufstellungen umdrehen", fordert Anderson. "Jener Kerl, der die Weltmeisterschaft anführt, sollte von hinten starten, und der Kerl, der leidet, von der Spitze. Wenn du mehr Punkte holst, ändert sich das natürlich. Da ist nichts künstliches daran. Wenn du die Weltmeisterschaft auf diese Weise gewinnst, dann wird das ein wahrer Sieg sein, da du alle anderen besiegst." Man müsse so nicht nur schnell sondern auch clever sein, eine Strategie ausdenken und zudem überholen können.

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