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Theissen: "Formel 1 nimmt auf Dauer keinen Schaden"

09. Oktober 2006 - 17:37 Uhr

Der BMW Motorsport Direktor über den bevorstehenden Rücktritt von Michael Schumacher und die Auswirkungen auf die "Königsklasse des Motorsports"

Michael Schumacher und Mario Theissen
Ein Popularitätsrückgang durch "Schumis" Rücktritt würde auch BMW schaden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Droht der Formel 1 nach dem Rücktritt von Michael Schumacher der "Becker-Effekt"? Die Meinungen der Experten gehen auseinander, wie stark das Interesse in Deutschland an der "Königsklasse des Motorsports" zurückgehen wird. Auch wenn nicht jeder Deutsche die Formel 1 wegen Schumacher verfolgte - einen spürbaren Effekt wird der Rücktritt des 37-Jährigen zwangsläufig mit sich bringen.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen ist der Meinung, dass der Rücktritt des Rekordsiegers nur "auf den ersten Blick" ein "Verlust" für die Formel 1 sei: "Speziell für den deutschen Fan ist es ein Einschnitt, der seine Identifikationsfigur verliert", so der Deutsche auf der Internetseite des BMW Sauber F1 Teams." Auch für BMW würde sich ein nachlassendes Interesse der Deutschen an der Formel 1 negativ auswirken.

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Man müsse die Formel 1 aber auch als "weltumspannendes Sportereignis" sehen. So habe Fernando Alonso in Spanien einen Boom ausgelöst und die Einschaltquoten zweistellig anwachsen lassen: "In Polen, einem Land ohne Motorsport-Historie, hat Robert Kubica wahre Begeisterungsstürme entfacht. Und wenn ich allein den chinesischen Markt mit seinen etwa 1,3 Milliarden Menschen betrachte, ergeben sich für die Königsklasse auch in Zukunft viele Chancen."

Dies sind allerdings "internationale Chancen", die den deutschen Medienmarkt nicht direkt tangieren. Mario Theissen ist sich sicher, dass die Formel 1 "auf Dauer keinen Schaden nehmen" wird und eine "starke Zukunft" vor sich hat. Schließlich habe die erfolgreichste Rennserie der Welt schon viele Top-Fahrer kommen und gehen gesehen.

Auch um den deutschen Nachwuchs macht sich der 54-Jährige keine Sorgen: "Der Nachwuchs scharrt schon mit den Hufen. Wir haben einige Talente ganz konkret im Auge. Und die neue Generation wird die Fans ebenso begeistern wie Michael es getan hat", glaubt Theissen.

In der Tat gab es in dieser Saison gleich zahlreiche deutsche Formel-1-Debütanten: Michael Ammermüller, Adrian Sutil, Sebastian Vettel, Markus Winkelhock und natürlich Nico Rosberg, der sogar ein Stammcockpit ergattert hat.

Von Michael Schumacher, der "über 15 Jahre lang den Maßstab gesetzt" und damit "seinen ewigen Platz in den Annalen der Königsklasse verdient" habe, ist Theissen nach wie vor beeindruckt: "Mehr noch als seine fahrerische Klasse hat mich beeindruckt, wie er in den Aufbaujahren zu einer Führungsfigur im Team gewachsen ist. Sein Anteil am Erfolg geht über die Arbeit im Cockpit weit hinaus. Von seiner Fitness und seiner fahrerischen Qualifikation her hätte er ohne weiteres noch zwei Jahre fahren können."