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Renault geht zurückhaltend ins WM-Finale

16. Oktober 2006 - 13:14 Uhr

Fernando Alonso weiß, dass er den Fahrertitel noch nicht im Sack hat, während Giancarlo Fisichella unbedingt noch WM-Dritter werden will

Fernando Alonso
Fernando Alonso braucht nur noch einen Punkt, um Weltmeister zu werden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Ausgangslage vor dem WM-Finale aus Renault-Sicht: Fernando Alonso hat im Kampf um den Fahrertitel zehn Punkte Vorsprung auf Michael Schumacher und wäre schon mit einem achten Platz auf jeden Fall Champion, während Giancarlo Fisichella im Kampf um Rang drei einen Zähler hinter Felipe Massa liegt. Bei den Konstrukteuren haben die Franzosen indes neun Punkte Vorsprung auf Ferrari.

Alonso hat an Brasilien schöne Erinnerungen: "Brasilien wird für mich immer das Land sein, in dem ich die Weltmeisterschaft 2005 gewann. Dadurch, dass wir dieses Jahr erneut dort um den Titel kämpfen, gewinnt es noch mehr an Bedeutung", sagte er. "Es ist ein fantastischer Ort, an dem alle Emotionen und Leidenschaften, die mit der Formel 1 in Verbindung stehen, aufleben. Brasilien besitzt eine lange Motorsporttradition. Zahlreiche berühmte Rennfahrer stammen aus diesem Land. Es ist toll, dort Grands Prix fahren zu dürfen - ganz besonders jetzt, wenn es am Ende der Saison um so viel geht."

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Federung und Motor als wichtige Faktoren

"Das Auto muss besonders leistungsfähig sein und gut aus den Kurven herausbeschleunigen."
Fernando Alonso

"Die Fahrbahnoberfläche ist ziemlich uneben", ging er auf die Strecke an sich ein. "Also arbeiten wir besonders an der Federung, damit sich der Renault R26 das ganze Rennen über gut fahren lässt. Ein anderer Schwerpunkt liegt auf dem Motor. Die lange Gerade zieht sich und ist ziemlich steil. Das Auto muss deshalb besonders leistungsfähig sein und gut aus den Kurven herausbeschleunigen. Meiner Meinung nach sind dies die wichtigsten Punkte."

Und weiter: "Ich denke nicht, dass der Titelkampf bereits entschieden ist. Vor der Finalrunde kann noch so viel passieren. Wir nehmen nichts als gegeben hin. Wir wissen, dass wir noch einen Job zu erledigen haben und konzentrieren uns voll darauf. Unsere Aufgabe besteht darin, ein normales Rennwochenende zu absolvieren. Wir werden das Beste aus dem Auto herausholen, ohne unnötige Risiken einzugehen, und unsere Arbeit erledigen. Wenn wir so schnell sind wie zuvor und vorne mitfahren, werden wir unsere Ziele erreichen", gab der Titelverteidiger die Marschroute vor.

Fisichella glaubt indes ebenfalls, in guter Form zu sein: "Das Auto funktioniert im Moment hervorragend und Michelin hat bei den beiden vorangegangenen Grands Prix einen fantastischen Job erledigt. Wir kämpfen bei allen Bedingungen um die Spitze mit. Außerdem lief bei mir alles glatt. Das Rennen in Suzuka hat richtig Spaß gemacht. Im ersten Turn konnte ich Button überholen und danach durch die bessere Strategie an den Toyotas vorbeiziehen. Für mich und Renault läuft momentan alles nach Plan", teilte er mit.

Fisichella hat in Brasilien schon gewonnen

"Interlagos gehört zu meinen Lieblingsstrecken."
Giancarlo Fisichella

"Interlagos gehört zu meinen Lieblingsstrecken", ergänzte der Italiener. "Hier habe ich 2003 meinen ersten Grand Prix gewonnen. Außerdem landete ich 2000 auf dem zweiten Platz. Deswegen habe ich gute Erinnerungen, und ich genieße die Herausforderungen dieses schwierigen Kurses. Da wir in Brasilien - anders als bei den meisten Läufen - gegen den Uhrzeigersinn fahren, wird der Nacken vor allem auf der linken Seite stark belastet. Die unebene Oberfläche macht den Kurs physisch noch anstrengender. Interlagos ist eine kurze Strecke, wir legen also vergleichsweise viele Runden zurück. Neben der physischen fällt daher auch die mentale Ausdauer stark ins Gewicht."

Außerdem kann er auf einen stärkeren Motor zurückgreifen, was ihn "einen weiteren Schritt nach vorne bringen" sollte: "Das Team in Viry hat dieses Jahr mit dem V8 einen hervorragenden Job erledigt - vom ersten Test bis zum letzten Rennen. Dass sie für das Finale eine neue Ausbaustufe entwickelten, zeigt, wie engagiert sie den Erfolg anstreben. Sie haben sehr hart gearbeitet, um die neue Spezifikation so kraftvoll und zuverlässig wie möglich zu bauen. Hoffentlich kann sie uns in puncto Performance einen Vorteil einbringen", so Fisichella.

Und weiter: "Ich werde im Rennen das Maximum geben, um zu gewinnen. Du darfst nicht mit dem Gedanken an den Start gehen, nur ein paar Punkte zu holen. Du musst aggressiv zu Werke gehen, angreifen und die oberste Stufe des Treppchens anvisieren", kündigte er an. "Bis zu den ersten Freien Trainings lassen sich noch keine Urteile über die Leistungsfähigkeit fällen, aber wir wissen spätestens seit unserer Performance von Suzuka, dass der Renault R26 konkurrenzfähig ist. Mein Ziel lautet, um die Spitze des Feldes mitzukämpfen sowie für mich und das Team die größtmögliche Punktzahl einzufahren."