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Türkei-Veranstalter weisen Kritik zurück

01. September 2006 - 13:37 Uhr

In der Türkei versteht man die Aufregung über die Preisvergabe nicht: Mehmet Ali Talat, Präsident der türkischen Republik Nordzypern, erfülle die FIA-Bedingungen

Türkische Flagge
Die "Podestaffäre" in der Türkei ist längst nicht überstanden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als Felipe Massa für seinen ersten Grand-Prix-Sieg der Siegerpokal übergeben wurde, trauten einige Beobachter ihren Augen nicht: Der Brasilianer erhielt den Preis nämlich von Mehmet Ali Talat, dem Präsidenten der türkischen Republik Nordzypern, die von keinem Staat außer von der Türkei anerkannt wird.

Die international anerkannte zypriotische Regierung protestierte dagegen offiziell mithilfe des zypriotischen Automobilverbandes bei der FIA, weil es in ihren Augen nicht angebracht ist, dass die Türkei eine internationale Veranstaltung wie die Formel 1 als politische Bühne missbraucht.

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Die FIA kündigte Ermittlungen in diesem Fall an und verwies auf ein Treffen des Weltmotorsportrats im Oktober. Am vergangenen Donnerstag aber setzte man einen eigenen Termin für diesen Vorfall an. Am 19. September müssten sich die Ausrichter des Türkei-Grand-Prix für das Vorgehen auf dem Siegerpodest in Paris verteidigen.

In der Türkei ging man gegen diese "Vorladung" in die Offensive: Mehmet Ali Talat entspreche sehr wohl den Anforderungen, die das Sportliche Reglement beschreibt. Der Preis für den Sieger soll nach FIA-Vorgaben vom Staatschef, Ministerpräsidenten oder einer ähnlichen Person des Gastgeberlandes übergeben werden.

Sollten keine entsprechenden Personen verfügbar sein, wäre auch ein "Würdenträger von internationalem Status" möglich. Darauf berufen sich die Türkei-Organisatoren. "Die Veranstalter haben Mehmet Ali Talat eingeladen", ließen sie verlautbaren. "Er hat einen internationalen Status, der den Regeln entspricht."

Abgesehen davon, dass man sich darüber streiten kann, wie groß der internationale Status eines Staatschefs ist, dessen Land nur von einer Nation anerkannt wird, wiegt die damit einhergehende Provokation schwerer. Die FIA griff schon in der Vergangenheit hart durch, als die Pokalübergaben nicht wie gewünscht verliefen.

1997 tauchte in Jerez bei der Preisverleihung plötzlich der nicht eingeladene Bürgermeister von Jerez de la Frontera, Pedro Pacheco, auf. FIA-Präsident Max Mosley teilte ihm danach persönlich mit, dass seine Strecke nie wieder ein Formel-1-Rennen bekommen würde. Zwar fanden seither keine Formel-1-Rennen mehr in Jerez mehr statt, die FIA schließt eine Rückkehr aber nicht mehr kategorisch aus. Die Veranstalter in der Türkei könnten mit ihrer Entscheidung ein klassisches Eigentor fabriziert haben.

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