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Midland: Der Motor im Koffer

06. September 2006 - 16:17 Uhr

Wie die Ausrüstung der Teams in der Formel 1 von einem Grand Prix zum nächsten transportiert wird

Christijan Albers
Auf die Logistik angewiesen: MF1-Pilot Christijan Albers
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Um das Zubehör zum Formel-1-Zirkus je nach Schauplatz immer zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bekommen, bedarf es eines ausgeklügelten Logistik-Planes. Bei Midland, dem jüngsten Team in der Königsklasse, ist Ober-LKW-Fahrer Franco Massaro für die Koordination der fünf Team-Trucks und ihrer Fahrer zuständig. Diese werden, wenn die Formel 1 nach Monza den Kontinent verlässt, wieder eingemottet. Die letzte große Etappe der Europareise ist für die Trucker der Weg von Istanbul ins italienische Monza.

Noch während des Rennwochenendes in Istanbul befanden sich dabei die Trucks des Test-Teams auf dem Weg nach Monza. Das Logistik-Team in Istanbul musste sich nach dem Grand Prix beeilen, um die Ausrüstung aus der Türkei so schnell wie möglich nach Monza zu bekommen, um an den dortigen Testfahrten teilzunehmen. Team Manager Andy Stevenson erklärt dazu, man könne es nicht riskieren, das Material direkt von der Türkei aus zu den Testfahrten zu schicken.

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"Da bedarf es eines gewaltigen Arbeitsaufwandes und es ist niemals hundertprozentig sicher, dass die Verzollung über Nacht geregelt werden kann. Im vergangenen Jahr hatte Renault eine Kiste mit Ersatzteilen, die nach Monza gehen sollten. Das hat fünf Tage gedauert. Die Trucks konnten die Türkei erst am Mittwochmittag verlassen, also mussten wir einiges aus unserer Ausrüstung im Handgepäck mitnehmen."

Dafür wiederum braucht man eigene Zollbegleitscheine. "Im letzten Jahr mussten wir sogar einen Motor auf diese Art mitnehmen und dieses Jahr war es ein Getriebe", schildert Stevenson. Kurz vor dem Grand Prix waren auch die Truckfahrer in hektischem Einsatz. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Großbritannien flogen diese weiter nach Triest, um am Hafen die LKWs in Empfang zu nehmen.

Der Streckenbetrieb auf der Traditionsstrecke startet früher als bei anderen Rennen. "Die Mechaniker kommen schon am Dienstagmorgen an, da die Rennen als Back-To-Back zählen", erklärt Team-Manager Stevenson. "Nach dem Rennen in der Türkei konnten sie sich nicht um die Autos kümmern, also fangen sie schon am Dienstagnachmittag an." Auch für das Logistik-Team ist der letzte Grand Prix in Europa hart. "Es ist stressig", so Franco Massaro, "aber wenigstens findet Spa nicht statt. So können wir es nach Monza für ein paar Tage ruhig angehen lassen."