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Bridgestone-Vorschlag sorgt für Verärgerung

15. September 2006 - 09:46 Uhr

Reifenhersteller Bridgestone möchte als alleiniger Reifenausstatter im November und Dezember deutlich weniger Testfahrten durchführen als die Teams

Hiroshi Yasukawa mit Bernie Ecclestone
Hiroshi Yasukawa mit Bernie Ecclestone: Die Japaner wollen weniger Tests
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Man sollte meinen, dass die Formel 1 nach dem Rückzug von Michelin aus der Formel 1 nach dem Ende der aktuell laufenden Saison ein Problem weniger hat, doch weit gefehlt. Angesichts der Tatsache, dass es nun keinen "Reifenkrieg" mehr geben wird, haben die Japaner vorgeschlagen, die Testfahrten deutlich zu reduzieren, da man selbst logistische und produktionstechnische Probleme bekommen würde, weil man nun gefordert ist, das gesamte Feld mit seinen elf Teams auszurüsten.

Doch der Reifenhersteller aus Tokio, der die Teams vor dem Großen Preis von Italien darüber informiert hat, dass man vor Weihnachten lediglich zwei dreitägige Tests durchführen möchte, gerät nun in die Kritik. Im Jahr zuvor absolvierten die Teams zwischen November und Dezember rund 13 Test-Tage, also mehr als doppelt so viele, wie Bridgestone durchführen möchte.

Eigentlich war es unter anderem das Ziel gewesen, nur noch einen Reifenhersteller in der Formel 1 zu haben und die Testfahrten zu beschneiden, um dadurch Geld zu sparen. Doch die Teams, die in Zukunft kaum noch Reifen testen müssen, sind zum Teil nicht gewillt, die Anzahl ihrer Testtage bis zum Jahreswechsel deutlich zu reduzieren.

Nicht nur die derzeitigen Michelin-Teams, die sich an die Bridgestone-Reifen gewöhnen müssen, wollen unbedingt vor dem Jahreswechsel noch Erfahrungen mit den japanischen Reifen sammeln, um diese womöglich in die Konstruktion ihres nächstjährigen Autos mit einfließen zu lassen.

"Wenn du verschiedene Dinge ausprobieren musst, wie zum Beispiel einen neuen Motor oder einen neuen Fahrer, dann wird das schwierig werden", so Willy Rampf, Technischer Direktor des BMW Sauber F1 Teams gegenüber 'autosport.com'. "Ich denke, dass die Teams diesbezüglich mit Bridgestone und der FIA noch Diskussionen führen, um einen Kompromiss zu finden."

Das Williams-Team fährt zwar schon in dieser Saison auf Bridgestone-Reifen, doch angesichts des Wechsels von Cosworth- auf Toyota-Triebwerke wollen die Briten nach dem Saisonende bis zum Jahreswechsel mehr testen: "Es herrscht eine große Angst in Bezug auf den nächstjährigen Reifenlieferanten, der die Testfahrten wirklich einschränkt. Diesbezüglich sind eine Menge harter Worte gefallen", so Teamchef Frank Williams.

Hiroshi Yasukawa, der Motorsportdirektor von Bridgestone, hat angekündigt, dass man das Thema besprechen wird. Man wolle die Anfragen der Teams ganz im Sinne der von der FIA geplanten Kostenreduzierung in der Formel 1 limitieren, müsse zudem die Sicherheit und die aktuelle Produktion- und Logistik-Kapazität berücksichtigen: "Wir sind zuversichtlich, dass ein passender Kompromiss gefunden werden kann."

Ohne Probleme konnten sich die Teams auf eine Reduzierung der Testfahrten vom Januar bis zum Saisonstart einigen, lediglich drei fünftägige Tests werden durchgeführt, zudem wird es erlaubt sein, im Rahmen der Präsentation des Autos zu testen: "Das ist eine Übereinkunft, die für beide Seiten gut ist. Das spart Geld und verschafft den Teams ausreichend Zeit", so Williams.

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