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Warwick: Montoya hat sein Talent nicht genutzt

15. August 2006 - 11:24 Uhr

Der ehemalige Formel-1-Pilot über den Unterschied zwischen "nur" talentierten Fahrern und Piloten, die ihr Talent auch zu 100 Prozent nutzen können

Derek Warwick
Derek Warwick geht in der Grand Prix Masters-Serie an den Start
© Gettyimages

(Motorsport-Total.com) - Auch im für Motorsport-Verhältnisse rüstigen Alter von bald 52 Jahren ist Dereck Warwick in der Grand Prix Masters-Serie unterwegs und macht mit seinen ehemaligen Formel-1-Kollegen die Rennstrecken unsicher. In 146 Grands Prix gelang dem Briten in der Formel 1 kein Sieg, er holte lediglich 71 WM-Punkte, obwohl er Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre als Formel-3- und Formel-2-Pilot als großes Talent gefeiert wurde.

Warwick, der in seiner Formel-1-Karriere für sechs Teams fuhr und 1993 seine letzte Saison bestritt, beobachtet die Formel 1 natürlich immer noch genau: "Michael Schumacher hatte bis vor zwei Jahren alle im Griff, dann haben Kimi und Alonso mächtig aufgemischt", so Warwick gegenüber 'ITV'.

"Ich bin immer noch der Meinung, dass Michael nicht einmal die Hälfte des Respekts zukommt, den er verdient - er hat 89 Grand Prixs gewonnen, ist siebenmaliger Weltmeister und holte 68 Pole Positions. Sicher, wir können alle sagen, dass er das Team kontrolliert hat, aber wen hätte man ansonsten verpflichtet?"

Barrichello und Irvine haben ihre Chancen nicht genutzt

"Barrichello war schnell, Irvine war schnell, sie erhielten die 50.000 Runden, die jeder andere auch erhielt. Aber selbst als sie die Chance erhielten, was bei Irvine der Fall war, als sich Michael sein Bein brach, schaffte er es dennoch nicht. Michael kam am Ende des Jahres zurück und blies Irvine regelrecht weg. Das war kein Zufall, denn der Kerl ist einfach jemand Besonderes. Aber Kimi und Alonso sind mit Sicherheit in den Angriff übergegangen und sie sind die neue Generation."

Hinter Räikkönen und Alonso kommt nach Ansicht des ehemaligen Formel-1-Piloten eine große Lücke: "Ich bin der größte Jenson Button-Fan, ich meine, ich hätte fast geweint, als er vergangenes Wochenende gewann, aber er hat noch nicht die Verpflichtung und die Leute um sich herum, um der großartige Fahrer zu werden, der er sein könnte. Ich denke, dass er einer der größten Fahrer sein könnte."

Montoya war nicht konsequent genug

Doch Warwick ist auch ein Montoya-Fan, der sich bekanntlich mittlerweile aus der Formel 1 verabschiedet hat: "Die Leute haben über Montoya geschimpft, aber ich denke, dass er einfach ein übereifriger Südamerikaner ist - diskutabel mit dem größten Talent in der Formel 1. Ich denke, dass er der großartigste Fahrer in der Formel 1 war, aber er holte nicht alles aus sich heraus. Er fuhr keine Tests, er weiß nicht, wie man testet, er macht Autos kaputt, er dreht sich und er macht Fehler."

Wenn das Gehirn keine Kapazitäten mehr bereithält...

Die Fähigkeit der absoluten Top-Fahrer wie Nigel Mansell, Alain Prost, Ayrton Senna oder Michael Schumacher sei es, nur 95 Prozent ihrer Kapazität nutzen zu müssen, um mit dem Auto am Limit zu fahren: "Sie haben also noch fünf Prozent Luft, um sich darüber Gedanken zu machen, wie sie das Auto abstimmen, was die Reifen tun, was auf der Strecke und um sie herum passiert."

Fahrer wie Montoya oder auch Jean Alesi seien zwar sehr schnell gewesen, hätten aber "99,9 Prozent" ihrer geistigen Kapazität benötigt, um das Auto am Limit zu fahren: "Wenn man ihnen dann zwei Dinge aufgehalst hat, sind sie gecrasht. So einfach ist das. Mit Sicherheit sind sie schnell und man kann über sie sagen, was man will, aber sie zählen nicht zu den Großartigsten."

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