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Villeneuve: "Schumacher lügt seine Kollegen und Fans an"

17. August 2006 - 09:19 Uhr

In einem beispiellosen Interview rechnet der derzeit arbeitslose Formel-1-Pilot mit seinem ehemaligen Erzrivalen Michael Schumacher ab

Jacques Villeneuve
Jacques Villeneuve nimmt wieder einmal kein Blatt vor den Mund...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jacques Villeneuve - nach seiner vorzeitigen Trennung vom BMW Sauber F1 Team derzeit ohne einen Vertrag - hat in einem Interview mit dem Formel-1-Magazin 'F1Racing' mit seinem ehemaligen Erzrivalen Michael Schumacher abgerechnet, mit dem er 1997 beim Saisonfinale in Jerez die berühmte Kollision hatte, mit der sich der Ferrari-Star den WM-Titel sichern wollte.

Der Kanadier wirft dem 37-Jährigen vor, schmutzige Tricks anzuwenden und seine Fans und Kollegen anzulügen. Michael Schumacher hatte beim Großen Preis von Monte Carlo in diesem Jahr seinen Ferrari nach einem angeblichen Verbremser im Qualifying in der 'Rascasse' abgestellt, und so dafür gesorgt, dass Kollegen seine Pole Position-Zeit nicht unterbieten konnten. Für sein "Parkmanöver" wurde der Deutsche von der Rennleitung an das Ende der Startaufstellung strafversetzt.

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Villeneuve denkt, dass Schumacher schnell vergessen wird

"Das Problem ist meiner Meinung nach, dass man seine wahre Persönlichkeit nie sieht", so Villeneuve. "Er ist ein Racer, aber ein purer Racer und nichts anderes als ein Racer. Und aus diesem Grund denke ich, dass ihn die Leute einfach vergessen werden, wenn er seinen Helm an den Nagel hängt. Senna hingegen wird nie vergessen werden."

Im Gegensatz zum Wahlschweizer habe Senna den "James Dean-Faktor": "Er kam im jungen Alter ums Leben, aber das ist nicht alles. Ich denke nicht einmal, dass Michael so intensiv und so lange in der Erinnerungen der Menschen sein wird, wie es bei Prost der Fall war, sicherlich nicht so stark und so lange wie bei Mansell. Diesen Leuten haftete ein Heldenstatus an, den Michael nie hatte und niemals haben wird."

Schmutzige Tricks ohne Klasse

Sein wahres Ich habe Schumacher bei seinen Manövern in diesem Jahr in Monaco und 1997 in Jerez gezeigt: "Michael ist einfach kein großartiger Champion, denn er hat zu viele schmutzige Tricks gespielt und weil er kein großartiger Mensch ist. Ja, auch Senna hat schmutzige Tricks gespielt, aber er machte dies mit mehr Klasse, mit mehr Ehrlichkeit. Als er 1990 Prost in Suzuka aus dem Rennen riss sagte er vor dem Rennen, dass er es tun würde."

"Im Gegensatz zu Michael, der lächerlicherweise darauf bestand, dass er in Monaco in diesem Jahr unschuldig war, sagte Senna 'Ja, ich habe es getan. Aber ich habe schon vor dem Rennen gesagt, dass ich es tun werde'. Das ist völlig anders als das, was Michael in Monaco und Jerez und Adelaide (damals sicherte sich Schumacher im Finale nach einer Kollision mit Damon Hill den Titel; Anm. d. Red.) tat."

Villeneuve: "Schumacher lügt seine Fans an"

Senna habe zudem seine Fans nicht angelogen, meint der Ex-Weltmeister: "Michael hat das gemacht. Und die traurige Sache ist natürlich, dass die Fans das akzeptieren. Sie schwören, dass schwarz weiß ist, sodass sie weiterhin den Sport respektieren können, den sie lieben. Und Michael zieht aus ihrer Loyalität Vorteile."

Besonders regt sich Villeneuve über Schumachers Aussagen bei einem Treffen der Fahrervereinigung 'GPDA' in Silverstone nach seinem "Parkmanöver" von Monte Carlo auf: "Er lügt nicht nur seine Fans sondern auch seine Kollegen an. Beim 'GPDA'-Meeting' in Silverstone log er uns an und er hatte nicht einmal die Schicklichkeit, verlegen zu wirken. Er starrte einfach in unsere Augen und log uns an."

Die Kollegen zogen ihren Schwanz ein

"Wir wussten alle, dass wir angelogen werden, aber nur sehr wenige von uns sagten etwas (angeblich neben Villeneuve auch Alexander Wurz und Pedro de la Rosa; Anm. d. Red.). Denn die meisten haben Angst von Michael oder wollten einfach, dass das Meeting vorbei geht, sodass sie die Fußball-WM verfolgen können. Das war ein armseliges Verhalten angesichts eines solch wichtigen Themas, das diskutiert wurde."

In den Augen des 35-Jährigen sei dieses Verhalten traurig: "Denn der Grund, warum Michael dies getan hat, ist, dass er denkt, dass er besser ist als der Rest von uns. Er denkt, dass er auch größer ist als der Sport, aber das ist er nicht. Und wenn er zurücktritt und sich niemand an ihn erinnert, dann wird das klar werden."