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Moss: "Das könnte am Ende der Saison entscheidend sein"

11. August 2006 - 10:33 Uhr

Stirling Moss freut sich mit Landsmann Jenson Button über dessen ersten Sieg in der Formel 1 und spricht über die "Aussetzer" der WM-Protagonisten

Michael Schumacher Pedro de la Rosa
Michael Schumacher im Kampf gegen Pedro de la Rosa
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Auch Stirling Moss saß am vergangenen Wochenende gespannt vor seinem Fernseher und verfolgte den Großen Preis von Ungarn, der endlich den lang ersehnten Sieg von Landsmann Jenson Button hervorbrachte: "Ich denke, dass wir alle zustimmen, dass er das verdient hat", schreibt der Brite in seiner Kolumne auf 'crash.net'. "Für Jenson ist das enorm wichtig, denn es steht außer Frage, dass dieser Durchbruch einen Effekt auf dich hat. Erfolg ist für den Kopf wichtig."

Trotzdem glaubt Moss nicht, dass die Kritiker plötzlich verstummen werden, schließlich wurde der Sieg doch unter außergewöhnlichen Bedingungen herausgefahren: "Ihn muss man als Glückspilz bezeichnen. In Ungarn spielte Jenson alles in die Hände, die Bedingungen passten zudem zu seinem Fahrstil. Er fährt sehr weich und wenn die Reifen abbauen, dann hilft es umso mehr, je weicher man fährt", so Moss, der verblüfft ist, dass die modernen Reifen doppelt so viel Haftung im Nassen aufbauen wie die Reifen zu seiner aktiven Zeit im Trockenen.

Zu den Strafen gegen Fernando Alonso und Michael Schumacher will sich der 76-Jährige nicht äußern, da er wie die TV-Zuschauer nicht alles Videomaterial sehen konnte: "Aber ich denke, dass es Quatsch ist zu behaupten, dass sie ausgesprochen wurden, um die Meisterschaft in Richtung eines Fahrers zu ziehen. Ich denke nicht, dass sie Persönlichkeiten sind, die sich aus dem Konzept bringen lassen, ich denke aber, dass sie ganz klar alles versuchen, vielleicht manchmal zu viel, um die Oberhand zu gewinnen."

In seiner Karriere, in der er immerhin 529 Rennen in verschiedenen Kategorien bestritt, habe er nicht so etwas erlebt, was die WM-Protagonisten vergangenes Wochenende erlebten: "Zu meiner Zeit hätten die Fahrer miteinander gesprochen. Das war mehr ein internes Thema und keine FIA-Angelegenheit. Ich kann mich nicht erinnern, dass da etwas unternommen wurde. Wenn es eine gelbe Flagge gab, dann bedeutete dies, dass man sicher fährt und nicht, dass man nicht überholen darf."

Aber der 16-fache Grand-Prix-Sieger verweist darauf, dass er selbst eine WM wegen eines halben Punkts und eine wegen eines Punkts verlor - das könnte Alonso oder Schumacher in diesem Jahr auch treffen. Rückblickend würde man sich dann über die Vorkommnisse in Ungarn entweder freuen oder ärgern: "Das könnte am Ende der Saison entscheidend sein."

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