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Massa: "Michael ist einfach der Beste"

17. August 2006 - 15:25 Uhr

Ferrari-Pilot Felipe Massa über seine Rolle als Teamkollege von Michael Schumacher und den Druck, der auf ihn bei Ferrari lastet

Felipe Massa und Michael Schumacher
Felipe Massa und Michael Schumacher: Der Deutsche ist die Nummer 1 im Team
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - In der Saison 2001 ging Felipe Massa in der Europäischen Formel 3000 für das Team von Renato Melchioretto an den Start. Als Ferrari-Teamchef Jean Todt Melchioretto anrief, um sich nach aufstrebenden Talenten zu erkundigen, wurde ihm Massa empfohlen. Seitdem hatte Ferrari den brasilianischen Piloten stets im Auge.

Ende 2001 vermochte Massa bei Tests in Mugello Peter Sauber derart zu beeindrucken, dass er für die Saison 2002 einen Sauber-Stammvertrag bekam. Sauber hoffte, nach Kimi Räikkönen erneut ein großartiges Talent zu entdecken, doch der Brasilianer war im Gegensatz zum Finnen noch nicht reif genug. Sein Speed war offensichtlich, doch Massa ließ die notwendige Gelassenheit am Steuer eines Lenkrades vermissen.

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Bei Ferrari (zum Sieger?) gereift

Felipe Massa und Jacques Villeneuve
Bei Sauber hatte Felipe Massa teilweise die Nase vor Jacques Villeneuve
© xpb.cc

Aus diesem Grund entschied man sich, Massa ein Jahr als Testfahrer bei Ferrari reifen zu lassen. Mit dieser Erfahrung konnte er sich 2004 und 2005 wesentlich besser in Szene setzen - vor allem 2005 hatte er mit Jacques Villeneuve einen ehemaligen Weltmeister sicher im Griff. Ferrari beobachtete diese Entwicklung genau und zog eine seit 2002 bestehende Option auf Massa.

Nach dem Weggang von Rubens Barrichello zum Honda Racing F1 Team ist es nun Felipe Massa, der sich bei Ferrari die Zähne an Teamkollege Michael Schumacher ausbeißt. Während der Deutsche 90 WM-Punkte auf seinem Konto hat, sind es bei Massa nach 13 Saisonrennen 52. Doch Schumacher nimmt den 25-Jährigen in Schutz: "Felipe macht einen tollen Job. Man darf ihn nicht mit Barrichello oder Irvine vergleichen, als diese schon einige Jahre im Team waren."

Massa wusste, was auf ihn zukommt

Felipe Massa
Felipe Massa 2005 bei seiner Rückkehr in den roten Rennoverall
© xpb.cc

Felipe Massa war von vorneherein klar, dass er nach seiner Sauber-Zeit am Steuer des bekanntesten Formel-1-Autos nun Top-Ergebnisse zeigen muss. "Wenn du für ein Topteam fährst, musst du immer an der Spitze sein. Ferrari muss in jedem Rennen ums Podium oder um den Sieg kämpfen. Als Fahrer musst du eine bestimmte Mentalität und Herangehensweise haben, es geht immer um die Top Drei", wird Massa vom am Freitag erscheinenden 'Eurosport AutoMagazin' zitiert.

Der Paulista gibt zu, dass der Druck immens ist, der auf einen Ferrari-Piloten lastet: "Ferrari ist nun einmal das bedeutendste Team in der Formel 1. Es gibt zwar McLaren und zurzeit Renault, aber Ferrari ist etwas Besonderes. Wir dürfen aber nicht so viel über den Druck nachdenken, sondern einfach unseren Job erledigen. Und der lautet, um die Spitze zu kämpfen, zu gewinnen. 2005 hatte Ferrari ein schwaches Jahr, da wurde der Druck sogar noch größer."

Schumacher-Hilfe als Dank für den Formel-1-Vertrag

Michael Schumacher vor Felipe Massa
Für Felipe Massa ist es selbstverständlich, dass er Schumacher unterstützt
© xpb.cc

Massa, dem es "pure Freude" bereitet, im 248 F1 zu fahren, muss sich jedoch Michael Schumacher unterordnen, der im Team die gesetzte Nummer 1 ist: "Man muss es tun", meint der 1 Meter 66 kleine Rennfahrer gelassen. "Manchmal mag es unmöglich erscheinen, aber wir müssen als Team zusammenarbeiten. Ich habe es Ferrari zu verdanken, dass ich in der Formel 1 bin und daher gebe ich alles für dieses Team."

Von Schumacher ist Massa beeindruckt, weil er "immer sehr schnell unterwegs" ist: "Bei ihm passt stets alles auf den Punkt genau zusammen. Vor allem sein Speed im Rennen und die Fähigkeit, das Tempo konstant so halten, sind großartig. Darin habe ich mich in diesem Jahr auch verbessert, und ich lerne immer noch dazu. Das Renn-Tempo ist der Schlüssel zum Erfolg."

Lernen statt frustriert sein

Michael Schumacher Felipe Massa
Tipps vom Ex-Weltmeister sind Massa immer gern willkommen
© xpb.cc

Massa gibt sogar zu, dass der Deutsche aufgrund seiner Erfahrung für ihm manchmal sogar wie ein Lehrer ist: "Manche Piloten schäumen vor Wut, wenn ihr Teamkollege gewinnt, aber mich motiviert das nur noch mehr. Ich würde auch gerne vorne sein, aber wenn es nicht reicht, dann arbeite ich noch härter, um es zu schaffen, anstatt mich zu ärgern."

Vergangenes Jahr hatte es Massa bei Sauber mit Jacques Villeneuve ebenfalls mit einem Ex-Formel-1-Weltmeister zu tun. Doch Villeneuve ist nicht Schumacher: "Gewiss ist Jacques ein sehr guter Fahrer mit viel Talent, aber Michael ist einfach der Beste. Er tut immer genau das, was nötig ist. Wie bereits erwähnt, ist es vor allem das Renntempo, das ihn ausmacht. Einen zweiten Fahrer dieser Kategorie zu finden, wird sehr schwierig sein."