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Kubica und die Schattenseiten der Formel 1

28. August 2006 - 15:44 Uhr

Schon in seinem ersten Formel-1-Jahr muss Robert Kubica feststellen, dass man als Formel-1-Pilot stark unter öffentlicher Beobachtung steht...

Robert Kubica
Robert Kubica gilt als kommender Superstar des BMW Sauber F1 Teams
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 ist die Mediensportart schlechthin, weshalb oft schon junge Fahrer in den Nachwuchsserien Interviewtraining machen, um eines Tages für die Königsklasse des Motorsports gewappnet zu sein. Dass man deshalb nicht vor unliebsamen Sensationsstorys gefeit ist, musste Robert Kubica schon mehrfach feststellen.

Der BMW Sauber F1 Team Pilot schaffte als erster Pole den Sprung in den Grand-Prix-Sport, weshalb das Interesse an seiner Person in seiner Heimat natürlich sprunghaft in die Höhe schnellte - speziell nach seinem Renndebüt vor drei Wochen in Ungarn. Schon davor sorgte aber der eine oder andere Zeitungsbericht für Kopfschütteln bei ihm, obwohl er sich aufgrund seines coolen Naturells von derartigen Dingen an und für sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

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Erfundenes Verhältnis mit einem Supermodel

Aufgebracht war der 21-Jährige jedoch, als nach der Teampräsentation im Januar in Valencia ein polnisches Boulevardblatt eine Fotomontage veröffentlichte, in der er dem ebenfalls geladenen brasilianischen Supermodel Alessandra Ambrosio ziemlich nahe kam - was Kubica selbst, seine Freundin, die er aus der Öffentlichkeit fernzuhalten versucht, so gut es geht, und seine Familie verständlicherweise maßlos ärgerte.

"Auf einmal", sinnierte er gegenüber 'ESPN' über sein Verhältnis zu den polnischen Medien, "sind alle Formel-1-Experten, auf einmal weiß jeder alles über die Formel 1. Es gibt in Polen viele Zeitungen, die nur persönliche Dinge und Sensationelles veröffentlichen wollen - und das ist meistens Bockmist." Aber: "Natürlich gibt es auch einige Zeitungen, die nette Interviews und Berichte gebracht haben, was ich wiederum sehr schätze."

Immerhin hat er abseits dieser Schattenseiten der Formel 1 momentan viel Grund zur Freude, denn mit seinen starken - wenn auch unbelohnten - Vorstellungen in Ungarn und zuletzt am vergangenen Wochenende in der Türkei hat er sein Ticket für 2007 praktisch schon gelöst, auch wenn dies offiziell noch niemand bestätigen will. Innerhalb des BMW Sauber F1 Teams genießt der amtierende Meister der Renault-World-Series jedoch hohes Ansehen.

Sauber fühlt sich an den jungen Räikkönen erinnert

Alessandra Ambrosio
Zu Model Alessandra Ambrosio wurde Robert Kubica ein Verhältnis angedichtet
© xpb.cc

Beeindruckt zeigte man sich in Hinwil und München nach seinen ersten Testfahrten im Winter weniger von den soliden, aber nicht überragenden Rundenzeiten, sondern vielmehr von seiner professionellen Herangehensweise, die bei Youngsters in seinem Alter keineswegs selbstverständlich ist. Ex-Teamchef Peter Sauber fühlt sich durch Kubica sogar an den jungen Kimi Räikkönen erinnert, der 2001 bei den Schweizern seine erste Grand-Prix-Saison bestritt.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen zeigte sich nach Kubicas Debüt ebenfalls beeindruckt: "Das Beste war seine Reaktion nach dem Rennen, denn er war total enttäuscht. Er sagte: 'Das Resultat ist okay, aber meine Performance war schlecht.'" Zur Erinnerung: Der BMW Sauber F1 Team Pilot erreichte als Nachfolger von Jacques Villeneuve einen soliden siebenten Platz nach zwei verzeihbaren Fahrfehlern, wurde anschließend aber wegen Untergewichts disqualifiziert.

Spätestens seit jenem Rennen ist auch klar, dass er im kommenden Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Seite von Nick Heidfeld an den Start gehen wird - auch für Theissen: "Er muss nur jedes Mal so stark fahren. Wir werden dann am Saisonende eine Entscheidung treffen", machte der Deutsche seinem Youngster Hoffnung. Als Testfahrer käme dann am ehesten Istanbul-Freitagssensation Sebastian Vettel in Frage.