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Die Qual der Fahrerwahl

22. August 2006 - 18:47 Uhr

BMW trennte sich von Villeneuve und Red Bull Racing holt Mark Webber statt Christian Klien - Entscheidungen, die auf Kritik treffen

Mark Webber
Red Bull Racing holt für 2007 Webber statt einen eigenen Fahrer zu befördern
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das BMW Sauber F1 Team stand in den letzten Wochen im Mittelpunkt des Interesses, aber nicht nur wegen der ersten Podiumsplatzierung der Bayern mit dem eigenen Werksteam in der Formel 1 beim Großen Preis von Ungarn auf dem Hungaroring. Für Schlagzeilen sorgte die Trennung von Jacques Villeneuve - immerhin einem ehemaligen Formel-1-Weltmeister - und die Verpflichtung von Robert Kubica - einem früher unbekannten Rennfahrer aus Polen - als Stammfahrer für den Rest der Saison.

"In gewisser Weise ist es schwierig zu verstehen, warum sie sich dazu entschieden haben, ihn loszuwerden, denn er hat diese Saison gute Arbeit geleistet und hat sich auf seinen Job konzentriert", so Mark Blundell in seiner Kolumne auf 'crash.net'. "Gleichzeitig kann man jedoch das Gefühl haben, dass etwas Ruhelosigkeit und ein wenig Unbehagen nach der Fortsetzung der vergangenen Saison herrschte."

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Eigentlich wollte BMW nicht Jacques Villeneuve am Steuer des BMW Sauber F1.06 sitzen haben, doch mit dem Sauber-Rennstall hatte man auch den Vertrag mit dem Kanadier geschluckt und entschied sich, diesen einzuhalten, weil der 35-Jährige klar machte, dass für ihn eine Abfindung nicht die erste Wahl ist: "Nach seinem Unfall in Deutschland hat sich eine Möglichkeit aufgetan, etwas zu tun", so Blundell weiter.

Der 40-Jährige ist jedoch "ein wenig traurig", dass Villeneuve nun nicht mehr in der Formel 1 ist, sei er doch "einer dieser Charakterköpfe" im Sport gewesen: "Er wird in der Boxengasse arg vermisst werden, denn er sprach aus, was er dachte, und gab seine Meinung zum Besten. Ich hoffe einfach, dass derjenige, der ihn ersetzen wird, genauso ein Charakter im Auto sein wird, wie er es außerhalb des Autos war."

Blundell rechnet damit, dass Kubica Nick Heidfeld das Leben schwerer machen wird als es Villeneuve tun konnte: "Er ist ohne Zweifel ein großartiges Talent. Kubica hatte ein Rennen mit Höhen und Tiefen, aber er hat sich zurückgekämpft und ich denke, dass er mit dem Ausgang sehr glücklich gewesen wäre. Natürlich hat er bei seinem Debüt nach der Disqualifikation keine Punkte geholt, aber generell war das eine feine Leistung."

Zweifel hat Blundell an der Fahrerwahl bei Red Bull Racing, wo man Mark Webber für 2007 verpflichtet hat: "Ich bin gespannt zu sehen, ob er Leistung zeigen und sich entwickeln kann, wenn er das notwendige Auto dazu hat. Ich frage mich aber, warum sie ihn geholt haben, haben sie doch so viele junge Fahrer, sogar welche im anderen Team, die zu ihnen gehören. Sie haben sich entschieden, diese nicht zu befördern."

"Das deutet auf einiges hin - entweder dass Webber eine Art Verbindung hat, durch die er zu Red Bull geht, oder zusammen mit einem Paket kommt oder dass die Jungs, die in der Red Bull-Förderung sind, nicht als gut genug für eine Beförderung angesehen werden. Es wird fantastisch sein zu sehen, wie sich das alles darstellen wird."