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BMW Sauber F1 Team liegt vor eigenem Plan

07. August 2006 - 13:19 Uhr

Neuer Auftrieb für das BMW Sauber F1 Team: Erster Podiumsplatz schon im 13. Rennen - Robert Kubica ersetzt Jacques Villeneuve dauerhaft

Robert Kubica, Nick Heidfeld, Mario Theissen und das BMW Team
Robert Kubica und Nick Heidfeld sind zumindest bis Ende 2006 Teamkollegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Das BMW Sauber F1 Team fährt in der Formel 1 der eigenen Planung auf und davon. Dem ersten Podiumplatz durch Nick Heidfeld, der eigentlich erst für 2007 erhofft wurde, folgte am Montag die vorzeitige Beförderung von Testfahrer Robert Kubica. Der erst 21 Jahre alte Pole löst als neuer Stammpilot Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ab, dessen Vertrag am Montag vorzeitig aufgelöst wurde.

Für Kubica war es eine schöne Entschädigung für den Verlust seiner ersten beiden WM-Punkte. Sein ursprünglicher siebter Platz beim Großen Preis von Ungarn war ihm am Sonntagabend aberkannt worden, weil sein Auto beim nachträglichen Wiegen zwei Kilo zu leicht war.

Die Disqualifikation von Kubica hatte die Stimmung bei den Weiß-Blauen aber nur kurz getrübt. Nach dem dritten Platz von "Quick Nick", der in der Schlussphase couragiert Michael Schumacher überholte, und der starken Premiere von Kubica knallten im BMW Motorhome die Korken. Der große Tag für das noch junge Team wurde mit einem Gruppenfoto mit Pokal dokumentiert.

"Nachdem es zuletzt in Hockenheim nicht wie gewünscht gelaufen ist, haben wir uns nun zurückgemeldet. Das beste Saisonergebnis ist die Bestätigung für unsere Arbeit. Dieses Resultat gibt uns großen Auftrieb für den Rest der Saison", sagte BMW Motorsport Direktor Theissen: "Laut Fahrplan hatten wir erwartet, erst im zweiten Jahr erstmals auf dem Podest zu stehen. Umso zufriedener sind wir, dass es nun schon im 13. Rennen geklappt hat."

Am Montagmorgen stellte Theissen dann gleich noch eine Weiche für die Zukunft, indem er Villeneuve für den Rest des Jahres durch Kubica ersetzte. Dessen Intermediates, mit denen er 51 Runden lang gefahren war, hatten sich so sehr abgenutzt, dass das Auto am Ende unterhalb des vorgeschriebenen Mindestgewichts lag.

Der hochgelobte Kubica war allerdings mit dem Rennen nicht zufrieden. "Ich habe zu viele Fehler gemacht", meinte er mit Blick auf zwei Dreher in der Anfangsphase. "Anfangs war das Parkett für Robert noch etwas zu glatt", meinte Theissen: "Aber dann hat er sich nach vorn gekämpft."

Während Kubica scheinbar eine große Zukunft vor sich hat, ist die Formel-1-Karriere von Villeneuve aller Voraussicht nach beendet. Der Kanadier, der 1997 bei Williams Weltmeister wurde und von insgesamt 165 Grands Prix elf gewann, wird möglicherweise ebenso wie der bei McLaren-Mercedes gescheiterte Juan-Pablo Montoya in die populären NASCAR-Serien in den USA wechseln. In Amerika hat der frühere Indy-500- und CART-Champion noch einen guten Namen.

Vom BMW Sauber F1 Team verabschiedete sich Villeneuve nicht unbedingt bester Laune. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte der Sohn des legendären Gilles Villeneuve: "Ich hatte mich darauf gefreut, langfristig mit BMW zusammenzuarbeiten und in der kommenden Saison von der gemeinsamen Erfahrung zu profitieren." Immerhin, so Villeneuve weiter, habe er jetzt ausreichend Zeit, um sich auf künftige Projekte zu konzentrieren.