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Williams verliert 'Budweiser' als Sponsor

05. Juli 2006 - 16:35 Uhr

Die Brauerei 'Budweiser' wird ihr Sponsoring des Williams-Teams voraussichtlich beenden - Williams nicht auf der Suche nach einem neuen Großsponsor

'Budweiser'
Die amerikanische Marke 'Budweiser' wird von den Williams-Boliden verschwinden
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das Williams-Team muss in der laufenden Saison mit einem Budget von für Formel-1-Verhältnisse eher bescheidenen gut 100 Millionen Euro auskommen, doch auch für die kommende Saison muss man in Grove die Gürtel wohl ziemlich eng schnallen. Unter anderem sickerte in Indianapolis durch, dass der Rennstall 'Budweiser' als Sponsor verlieren wird.

Die amerikanische Brauerei hat das Abkommen mit Williams im Juli 2003 unterschrieben und war seit Anfang 2004 mit den Firmenlogos auf den beiden Autos des Teams präsent. Der Sponsoringvertrag läuft nun am Jahresende aus, doch eine Verlängerung ist sehr unwahrscheinlich: "Ich glaube, dass 'Budweiser' gehen wird", erklärte Frank Williams. "Sie haben Manchester United und einige andere Engagements, und wir erleuchten momentan nicht gerade die Welt."

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Warum will 'Budweiser' wirklich aussteigen?

"Sie sind wettbewerbsorientierte Leute, stehen aber an der New Yorker Börse beträchtlich unter Druck. Sie werden vom Aktienkurs in den USA gelenkt", fügte der Brite an. Ein Argument, das nicht hundertprozentig nachvollziehbar ist: 'Anheuser-Busch', also jenes Unternehmen, zu dem die Marke 'Budweiser' gehört, stand im vergangenen Oktober bei einem Tief von 40,15 Dollar je Aktie, inzwischen hat sich dieser Wert jedoch auf 45,49 Dollar erholt.

Unabhängig davon bedeutet der Verlust von 'Budweiser' einen kommerziellen Rückschlag für Williams, denn der jährliche Etat der Brauerei für die Formel 1 dürfte nach aktuellem Stand irgendwo im Bereich zwischen 3,5 und 7,5 Millionen Euro liegen. Nun gilt es, wenigstens weitere Abgänge von Sponsoren zu verhindern: "Ich denke, dass viele Marken, die wir momentan am Auto haben, auch nächstes Jahr noch haben werden", relativierte Williams.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich Williams im März einvernehmlich vom langjährigen Marketingleiter Jim Wright getrennt hat. Für die Akquirierung von Sponsoren ist bei den Briten nunmehr Scott Garrett verantwortlich, der ehemalige Vizepräsident des Saucenherstellers 'Heinz'. Damit einher geht auch ein Wechsel in der Marketingphilosophie in Grove, denn in Zukunft will man sich darauf konzentrieren, lieber mehrere kleine Sponsoren als einen großen an Land zu ziehen.

Williams angelt lieber nach kleineren Sponsoren

Frank Williams, Juan-Pablo Montoya und Tony Ponturo
Frank Williams bei der Bekanntgabe des Deals mit 'Budweiser'-Chef Tony Ponturo
© xpb.cc

"Ein Sponsoring in der Größe dessen, was Ron (Dennis; Anm. d. Red.) gerade mit 'Vodafone' an Land gezogen hat, ist selten. Es ist eine Verpflichtung für jedes Unternehmen, mit so viel Geld einzusteigen", erklärte Williams. "Wir werden den Markt anders angehen: nicht mit vielen Sponsoren, aber anders. Wir werden unser Auto nicht golden oder chromfarben lackieren, aber es ist schwieriger, einen 55-Millionen-Dollar Sponsor (knapp 43 Millionen Euro; Anm. d. Red.) zu finden als mehrere kleine."

An der Farbgebung des Teams soll sich übrigens nichts ändern, Williams wird aller Voraussicht nach auch 2007 im blau-weißen Schema an den Start gehen. Zudem könnte man motorenseitig unter Umständen ein wenig Geld einsparen, denn während die Cosworth-Motoren für 2006 geschätzte 9,5 Millionen Euro kosten, wird man für Toyota-Power unter Umständen weniger bezahlen. Negativ: Sollte die Option auf Mark Webber bis 31. Juli eingelöst werden, würde dem Australier eine Gehaltserhöhung zustehen.