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Williams lässt sich in der Fahrerfrage noch Zeit

05. Juli 2006 - 01:27 Uhr

Frank Williams will sich mit seiner Fahrerentscheidung für 2007 bis Ende Juli Zeit lassen - Aussagen zu Rosberg, Webber, Montoya und Hamilton

Nico Rosberg, Frank Williams und Mark Webber
Nico Rosberg, Williams, Mark Webber: Wer darf bleiben, wer muss gehen?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frank Williams ist in der glücklichen Lage, am Transfermarkt nicht unter Druck zu stehen: Der "Rollstuhlgeneral" hat bis 31. Juli Zeit, die Option auf Mark Webber zu ziehen, bei Nico Rosberg sogar noch etwas länger. Dadurch kann er theoretisch mit vielen Fahrermanagern hoch pokern, denn das Schlimmste, was ihm passieren könnte, wäre eine Fortführung der jetzigen Paarung.

Das größere Fragezeichen beim Team aus Grove ist zweifelsohne Webber, denn der Australier besitzt bei mehreren Rennställen Außenseiterchancen auf einen Vertrag. Außerdem würde ihm für den Fall, dass Williams die Option rechtzeitig ziehen sollte, für sein drittes Jahr eine saftige Gehaltserhöhung zustehen, die seinerzeit ausgehandelt wurde, als Williams noch von BMW subventioniert wurde. Ob man sich dies 2007 wirklich leisten will und kann, sei dahingestellt.

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Williams lässt sich bei Webber bis Ende Juli Zeit

"Unsere Option läuft am letzten Tag im Juli aus. Dann werde ich mich entscheiden."
Frank Williams

"Unsere Option läuft am letzten Tag im Juli aus. Dann werde ich mich entscheiden. Wir haben uns noch nicht entschieden, was wir tun werden. Es geht darum, ob er gut ist oder nicht, und er ist offensichtlich sehr gut", wird Williams von 'SpeedTV.com' zitiert. Diese Aussage bestätigt den Eindruck, dass Webber in Grove hoch angesehen ist, auch wenn die Beziehung zwischen Team und Fahrer unter der anhaltenden Erfolglosigkeit unweigerlich gelitten hat.

Die Option auf Rosberg kann Williams "ein bisschen später" einlösen als auf Webber: "Nico lernt noch. Er findet gerade heraus, dass die Formel 1 schwierig ist - und das wird sie immer bleiben. In Bahrain hatte er ein sehr gutes Auto, aber in den vergangenen Rennen war unsere Entwicklungsgeschwindigkeit nicht so stark wie die der Konkurrenz. Unser Auto ist nicht mehr so konkurrenzfähig wie in den ersten drei Rennen", nahm er den jungen Deutschen in Schutz.

Als Möglichkeit wird momentan auch eine Rückkehr von Juan-Pablo Montoya zu Williams gehandelt, denn obwohl der Kolumbianer das Team seinerzeit verlassen hat, weil er sich gegenüber Ralf Schumacher benachteiligt fühlte, ist er als Racer in etwa auf der gleichen Wellenlänge wie Williams und dessen Partner Patrick Head. Letzterer hat zu Montoya sowieso eine emotionale Bindung, schließlich war es der Legende nach Heads Frau, die das Team seinerzeit auf den unglaublich talentierten Youngster gebracht hat.

Von Montoya hält Williams immer noch viel

"Juan ist ein Racer."
Frank Williams

Williams bestätigte, mit Montoya "großartige Zeiten und ein paar Schwierigkeiten" erlebt zu haben, blieb aber alles in allem bei seinem positiven Urteil über den siebenfachen Grand-Prix-Sieger: "Juan ist ein Racer", gab er zu Protokoll. "Ich möchte die Gerüchte aber nicht kommentieren. Ich habe aufgeschnappt, dass die Presse denkt, dass er zu uns kommen wird, aber wir haben uns noch nicht entschieden. Das alles ist jetzt noch kein Thema."

Dann gibt es da noch die sehr spekulative Variante Lewis Hamilton (Williams: "Er sieht sehr gut aus, keine Frage."), die dann eintreten könnte, wenn Ron Dennis plötzlich auf die Idee kommen sollte, den zumindest schon ein wenig rennerfahrenen Rosberg freizukaufen und das hausgemachte Talent im Gegenzug für ein Übergangsjahr an seinen alten Freund Williams auszuleihen. Und wenn wirklich alle Stricke reißen sollten, hätte der "Rollstuhlgeneral" mit Alexander Wurz noch eine sichere Bank in der Hinterhand...