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Schumacher plant nächsten Geniestreich

31. Juli 2006 - 14:08 Uhr

Michael Schumacher gönnte sich ein Bierchen, bei Renault analysierte man die Probleme - unterschiedlicher könnte derzeit die Stimmung kaum sein

Michael Schumacher
Michael Schumacher hat Blut geleckt - der Titel ist aus eigener Kraft zu gewinnen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Hockenheim stand Kopf, Ferrari-Land war außer Rand und Band - doch Triumphator Michael Schumacher blieb cool und plante schon den nächsten roten Geniestreich. "Wir haben ja noch einiges vor, da bleibt nicht viel Zeit zum Feiern", meinte der siebenmalige Weltmeister nach dem Heimsieg und genehmigte sich lediglich eine Flasche Bier. Vor dem nächsten Rennen bereits in einer Woche in Budapest kann Schumacher wieder aus eigener Kraft auf den WM-Thron zurückkehren.

Doch der WM-Sekt liegt weiter auf Eis - daran ändern die nur 11 Punkte Rückstand auf Weltmeister Fernando Alonso nichts, der nach seinem enttäuschenden fünften Platz von Nervosität nichts wissen wollte: "Ich mache mir keine Sorgen, absolut nicht. Solange ich vor Michael liege, ist die Welt für mich in Ordnung."

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"Wer unsere Vorstellungen 2005 gesehen hat, hätte doch keinen Cent mehr darauf gegeben, dass wir nochmal so auftrumpfen können."
Michael Schumacher

Doch Jäger Schumacher fühlte sich nach dem dritten Sieg in Serie an die goldene Zeiten der "Roten" erinnert. "Das ist wirklich wie früher. Wer unsere Vorstellungen 2005 gesehen hat, hätte doch keinen Cent mehr darauf gegeben, dass wir nochmal so auftrumpfen können", sagte der 37-Jährige und prophezeite immer wieder ein "ganz, ganz spannendes Saisonfinale".

Auch die italienischen Medien ließen ihren wiedergeborenen Helden nach der "wunderbaren Ferrari-Show" ('Corriere dello Sport') hochleben. "Wer ihn als Rentner beschimpft hat, muss seine Meinung ändern. Schumacher ist der Alte", kommentierte 'Tuttosport', während die spanische Zeitung 'El Mundo' anerkannte: "Schumachers und Ferrari haben wieder die Kontrolle." Sogar Italiens Regierungschef Romano Prodi gratulierte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo per Telefon.

Der Rückstand von Schumacher auf Alonso war seit dem Grand Prix am 19. März 2005 in Malaysia nie geringer als derzeit. Dass "Schumi" vor dem letzten Saisondrittel wieder aus eigener Kraft den achten WM-Titel gewinnen kann, hat für seinen Manager schon entscheidende Bedeutung. "Der Sieg in Hockenheim war für Michael ein Meilenstein auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Zumal Alonso offenbar nervös wird", sagte Willi Weber dem 'sid'.

Schumacher, der noch am Sonntagabend mit Ehefrau Corinna in seine Schweizer Wahlheimat reiste, hält inzwischen wieder alles für möglich: "Wir haben das Zeug, auch in den kommenden Rennen mit beiden Autos vor Renault zu landen. Und jeder weiß ja, was das bedeutet." Sollte "Schumi" alle noch ausstehenden sechs Läufe gewinnen und Alonso jeweils auf Platz zwei landen, hätte der Ferrari-Star nach dem Saisonfinale am 22. Oktober in Sao Paulo einen Punkt Vorsprung.

"Die Köpfe werden dort zwar nicht rollen, aber bestimmt ganz schön rauchen."
Niki Lauda

Schumacher kommt zudem das bis zum Großen Preis der Türkei am 27. August in Istanbul geltende Testverbot entgegen. "Das ist ein Vorteil für uns, denn unsere Autos sind momentan sehr schnell. Die anderen haben wenig Möglichkeiten, ihre Probleme zu beheben", sagte Schumacher. Dennoch mahnte Ferrari-Teamchef Jean Todt zur Vorsicht. Es sei "ganz wichtig, auf dem Teppich zu bleiben und weiter hart zu arbeiten".

Bei Renault wird es in den nächsten Tagen wahrscheinlich eine Krisensitzung geben. "Die Köpfe werden dort zwar nicht rollen, aber bestimmt ganz schön rauchen", sagte der ehemalige Weltmeister Niki Lauda, während die spanische Tageszeitung 'Sport' von "schrillenden Alarmglocken" im Alonso-Team schrieb.