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Jordan: Schumacher ist gerissen aber kein Schummler

23. Juli 2006 - 14:55 Uhr

Der ehemalige Teamchef von Michael Schumacher nimmt den Ferrari-Piloten nach dessen "Parkmanöver" von Monte Carlo in Schutz

Eddie Jordan
Eddie Jordan kann Michael Schumacher irgendwie ein bisschen verstehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Eddie Jordan war es, der Michael Schumacher 1991 das erste Formel-1-Rennen fahren ließ - natürlich nur gegen das entsprechende "Kleingeld", wie es sich für den gewieften Geschäftsmann gehörte. Der Ire hat seinen Rennstall mittlerweile an Midland verkauft, doch die Formel 1 beobachtet der 60-Jährige weiterhin mit großem Interesse.

Auch Jordan hat sich Gedanken über Michael Schumachers "Parkmanöver" von Monte Carlo gemacht, als der Ferrari-Pilot sein Auto in den Schlussminuten des Qualifyings in der 'Rascasse' "abstellte" und sich dadurch die Pole Position sicherte. Von der Rennleitung wurde der 37-Jährige dafür bestraft und an das Ende des Feldes strafversetzt.

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Dass viele im Zusammenhang mit den Vorkommnissen das Wort "Schummler" in den Mund nahmen, kann Eddie Jordan nicht verstehen: "Meiner Meinung nach haben das die meisten Leute nicht verstanden", so Jordan in seiner 'F1Racing'-Kolumne. "Es gibt Gerissenheit beim Spiel und es gibt Schummeln. Ein Schummler hat einen im Voraus ausgeheckten Plan, den Michael meiner Meinung nach im Monaco-Qualifying nicht hatte."

Es sei zwar wichtig, ein Sportler zu sein, es sei aber auch notwendig, "jede Chancen zu nutzen, auch wenn es eine unfaire ist". Das sei in der Formel 1 so wie in jedem anderen Sport auch. "Ich muss wohl niemanden an Maradonas 'Tor' gegen England bei der Weltmeisterschaft 1986 erinnern..."

Schumacher habe vielmehr in der 'Rascasse' seine Räder blockiert und dann in "einem unsportlichen, sekundenbruchteile-langen Moment das Auto geparkt". "Ich habe festgestellt, dass er sich später bei Fernando entschuldigt hat, was korrekt war. Lasst jeden Fahrer doch einmal ehrlich sein und sich selbst fragen, ob er jemals einen anderen blockiert hat, oder versucht hat, ein Auto mehr als 20 Runden hinter sich zu halten. Wir haben alle Bremstests, Blockiermanöver, Ausscheren und andere fragwürdige Manöver gesehen."

Jackie Stewart und Keke Rosberg seien mit ihren Kommentaren zum Vorfall "zu weit" gegangen, ebenso jene, die Schumachers Rücktritt aus der Fahrervereinigung 'GPDA' forderten. "In diesem Geschäft dreht sich doch alles darum, als Erster das Ziel zu erreichen. Das macht einen Champion aus und Michael hat dies über die Jahre hinweg konstant gezeigt, trotz einiger unangenehmer Manöver, was Damon Hill und Jacques Villeneuve bezeugen können."

Unabhängig davon findet es Eddie Jordan schade, dass Michael Schumacher mit diesem "fragwürdigen" Manöver einen Imageverlust erlitten hat: "Aber er ist bestraft worden, deshalb sollte man keine Hexenjagd betreiben. Er hat schon an Glaubwürdigkeit verloren, was schade ist, denn Michael ist der Cleverste und Schlaueste und muss nicht betrügen. In den kommenden Jahren wäre es ein Vergehen, ihn als jemand in Erinnerung zu behalten, der er nicht war: ein Schummler."