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Bridgestone rechnet mit anhaltender Konkurrenzfähigkeit

18. Juli 2006 - 14:19 Uhr

Nach zwei Rennen unter schwierigen klimatischen Bedingungen, die man überlegen gewonnen hat, zeigt man sich im Bridgestone-Lager sehr zuversichtlich

Temperaturmessung bei Bridgestone
Bridgestone blickt den zu erwartenden Hitzerennen optimistisch entgegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach den überzeugenden Siegen von Michael Schumacher und Ferrari bei den Formel-1-Läufen in den USA und Frankreich gibt man sich bei Bridgestone zuversichtlich, dass man den Reifenvorteil auch in den kommenden Rennen aufrechterhalten kann. Die Japaner setzen seit neuestem auf eine neue Mischung, die extrem viel Haftung bietet und dabei auch noch haltbar ist, vorausgesetzt, die Strecke ist gut "eingummiert".

"Ferraris Ergebnis in Magny-Cours ist wichtig, besonders im Hinblick auf die Wahl, die getroffen worden ist, wonach man sich entschieden hat, das Rennen mit der weichen Mischung zu bestreiten", so Hisao Suganuma, Technischer Direktor von Bridgestone Motorsport gegenüber der 'Gazzetta dello Sport'. "Das war riskant, bedenkt man die kritischen Wetterbedingungen, aber alles funktionierte gut, auch wenn wir uns nach der Qualifikation etwas Sorgen über Graining gemacht hatten."

In der Qualifikation kämpfte Ferrari mit dem berüchtigten Gummi, der in Walzen vom Reifen abgerubbelt und an ihm kleben bleibt, was enorm viel Haftung kostet, da betrug die Asphalttemperatur aber lediglich 44 Grad. Allerdings war die Piste nach einem starken Gewitterregen über Nacht vom Gummiabrieb befreit worden, was Bridgestone nicht entgegenkam.

Im Rennen war die Asphalttemperatur satte 12 Grad höher, Schumacher musste dementsprechend sorgsam mit den Reifen umgehen, was er auch tat. Es war auffällig, wie er im ersten Sektor, der wegen der langen Rechtskurve nach Start und Ziel die Reifen am stärksten belastet, regelmäßig ein paar Zehntelsekunden langsamer war als seine Konkurrenten, um dann vor allem im langsamen dritten Sektor deutlich schneller zu fahren.

Zudem ging man kein Risiko ein und schickte den Ferrari-Piloten mit gebrauchten Reifen auf die Strecke: "Gebrauchte Reifen leiden weniger an Graining, aber Schumacher war gut darin, sie abkühlen zu lassen, wann auch immer er das Gefühl hatte, dass er sie zu sehr rangenommen hatte. Das verhinderte Überhitzungsprobleme", erklärt Suganuma.

Als im Verlauf des Rennens mehr Gummi auf die Strecke gelegt wurde, konnte Ferrari dann bei den Boxenstopps auch neue Reifen auffassen: "Die weichen Reifen haben sich bei dieser Hitze so gut verhalten, dass dies bedeutet, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Und wir wissen, dass in den kommenden drei Rennen ähnliche Bedingungen auftreten können."

Nach dem überzeugenden Sieg in Indianapolis hatten viele Experten noch glaubt, dass Michelin aufgrund der Vorkommnisse vom letzten Jahr zu konservativ an die Reifenwahl herangegangen war, sich das Bild deshalb in Frankreich schon wieder drehen könnte. Doch die Experten lagen falsch. "Es war sogar so, dass wir von Bridgestone bei der Reifenwahl für Indy eher die konservative Linie eingeschlagen hatten", verriet Williams-Testpilot Alexander Wurz am Rande des vergangenen Rennens.