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Berger: "Einfach so weitermachen"

25. Juli 2006 - 09:26 Uhr

Im Rahmen der Ennstal-Classic pilotierte Toro-Rosso-Teilhaber einen über 70 Jahre alten Alfa P3-Boliden und stellte sich einigen Fragen

Gerhard Berger
Gerhard Berger möchte auch 2007 mit Liuzzi und Speed weitermachen
© Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Mit dem Beginn der Saison 2007 kehrte auch Gerhard Berger in den Formel-1-Zirkus zurück, nachdem er seit seinem Ausscheiden als BMW Motorsport Direktor nur noch "Privatmann" war. Nachdem Berger beim Grand Prix von Gröbming bei über 37 Grad Celsius Lufttemperatur einen legendären Alfa P3 Grand-Prix-Wagen aus dem Jahr 1932 um die Straßen wuchtete, stärkte er sich zunächst im VIP-Zelt, um dann mit seiner MV Augusta die Heimreise anzutreten.

Frage: "Ihr habt in Indianapolis einen WM-Punkt an Land gezogen, womit ihr euer großes Ziel bereits erreicht habt. Gibt es jetzt neue Ziele für den Rest der Saison?"
Berger: "Nein, es gibt keine neuen Ziele. Dieser WM-Punkt, den Tonio Liuzzi für uns erobert hat, war sehr wichtig für das Team, er hat uns zusätzliche Motivation gegeben. Jetzt wollen wir einfach so weitermachen, wie wir das in der ersten Hälfte der neuen Saison getan haben."

Frage: "Du hast dich sehr zufrieden geäußert über deine beiden Fahrer, Tonio Liuzzi und Scott Speed - werdet ihr mit ihnen auch 2007 antreten?"
Berger: "Das wäre der Idealfall, wenn wir im nächsten Jahr wieder mit Tonio Liuzzi und Scott Speed antreten würden."

Frage: "Und Neel Jani, der zurzeit den dritten Wagen steuert?"
Berger: "Neel Jani wird im nächsten Jahr wahrscheinlich keinen Platz mehr bei uns haben, weil wir mit unseren beiden Stammfahrern weitermachen wollen."

Frage: "Was passiert dann mit dem Schweizer? Wird er von Red Bull weiter betreut werden?"
Berger: "Das weiß ich nicht so genau, aber wahrscheinlich wird er schon weiter betreut werden. Das kann ich mir schon vorstellen."

Drei Motorvarianten für 2007

Frage: "Mit welchem Motor wird die Scuderia Toro Rosso im nächsten Jahr antreten?"
Berger: "Da sind wir gerade dabei, diese Frage auszusortieren, das wissen wir noch nicht."

Frage: "Und es gibt drei Möglichkeiten?"
Berger: "Genau. Es gibt drei Varianten: Cosworth, Renault oder Ferrari."

Frage: "Und in welchem Chassis wird dieser noch nicht definierte Motor montiert sein?"
Berger: "Wir sind gerade dabei, ein Chassis zu bauen."

Frage: "Also ein eigenes Chassis?"
Berger: "Ja, wir bauen ein eigenes Chassis. Der Bau hat bereits begonnen."

Frage: "Und dass man noch nicht weiß, welcher Motor da drin sein wird, ist kein Problem?"
Berger: "In der aktuellen Bauphase stellt das noch kein Problem dar. Allerdings sollten wir in zwei bis drei Wochen wissen, welcher Motor in der kommenden Saison zum Einsatz kommen wird. Spätestens in zwei bis drei Wochen müssen wir das wissen."

Frage: "Eine Frage zum Grand-Prix-Freitag. Der ist ja doch problematisch, weil so wenig gefahren wird beziehungsweise großteils nur die Freitagsfahrer zum Einsatz kommen. Jetzt hat man die dritten Autos verboten - gibt es schon konkrete Pläne, den Grand-Prix-Freitag weitergehend umzubauen?"
Berger: "Ja, das wird ab dem nächsten Jahr ganz einfach ein Testtag. Und das macht auch Sinn. Somit kann man sich wirklich auf das Testen konzentrieren. Man arbeitet dann weniger im Hinblick auf den bevorstehenden Grand Prix, sondern auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung. Man kann dann auch die Fahrer frei wählen, man kann jene Fahrer einsetzen, die man gerade einsetzen will, man kann ohne weiteres auch einmal einen Testfahrer in das Auto setzen. Das ist eine neue Regelung und man muss einmal schauen, wie sich das entwickelt."

Umstellungsprozess dauert bis 2008

Frage: "Ihr könnt dann auch eure zahlreichen Nachwuchsfahrer an diesen Testfreitagen einsetzen?"
Berger: "Voraussichtlich, ja. So wie ich es verstanden habe, kann man an diesem Tag dann einsetzen, wen man will."

Frage: "Die Scuderia Toro Rosso hat ja eigentlich nichts mehr mit dem Minardi-Team zu tun, vor allem was die sportlichen Leistungen anbelangt. Wie viele Leute sind eigentlich noch von Minardi bei euch im Team?"
Berger: "Ich weiß das jetzt gar nicht so genau - aber ich würde einmal je 50 Prozent sagen. Eine Hälfte sind Minardi-Leute und die andere Hälfte sind neue Leute, die wir hinzugezogen haben."

Frage: "Und das bleibt dann auch so? Oder seid ihr noch am Umstrukturieren?"
Berger: "Naja, wir sind ständig am Tauschen und schauen, dass wir das Team für die Zukunft aufstellen. Dieser Prozess wird sicherlich noch bis 2008 andauern."

Frage: "Und gibt es Pläne, dass man die Scuderia Toro Rosso, die sich ja in österreichischen Händen befindet, auch einmal in Österreich stationieren wird? Beispielsweise auf dem neuen Ring in Spielberg?"
Berger: "Nein, solche Pläne gibt es derzeit nicht."

Frage: "Und du fährst jetzt mit dem Motorrad nach Hause?"
Berger: "Ja, ich setz mich auf meine MV Augusta und düse heimwärts."