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Als Briatore Villeneuve verpflichten wollte...
Jacques Villeneuve hätte vor einigen Jahren zu Renault wechseln können, lehnte dies aber wegen seiner Loyalität gegenüber Manager Craig Pollock ab
(Motorsport-Total.com) - Sollte das BMW Sauber F1 Team den Vertrag von Jacques Villeneuve nicht mehr verlängern, müsste sich der Weltmeister von 1997 wahrscheinlich einen Job außerhalb der Formel 1 suchen. Dabei hätte seine Karriere ganz anders verlaufen können: Vor einigen Jahren stand er knapp vor einer Unterschrift beim Benetton- beziehungsweise Renault-Team von Flavio Briatore.
Briatore bestätigte dies gegenüber der Fachzeitschrift 'Autosport': "Ich mag Jacques und stand einmal knapp davor, ihn unter Vertrag zu nehmen", so der Italiener. "Als er dann später diese drei Rennen für Renault bestritten hat, war er ein Weilchen weg vom Fenster und nicht rennfit, aber er machte einen guten Job." Der Renault-Teamchef spielt damit auf Villeneuves Gasteinsätze von 2004 an, als er in Wahrheit gegen den aufstrebenden Fernando Alonso ziemlich alt aussah.
Briatore schätzt Villeneuve sehr
Dennoch hat Briatore für den 35-jährigen Routinier viel übrig: "Abgesehen von seinem Speed mochte ich immer die Tatsache, dass Jacques ein Original war und ist, ganz anders als die meisten anderen Rennfahrer. Die Formel 1 braucht Stars. Wir haben schon zu viele kleine Computer mit Beinen, aber Jacques ist ein Mensch. In diesem Business ist kein Platz für Reue, aber ich bereue schon, dass er damals nicht zu Renault gekommen ist. Er entschloss sich jedoch dazu, sich bei BAR zu beerdigen."
Villeneuves Problem: Zwar wäre Renault zweifellos sportlich die interessantere Alternative gewesen, auch wenn das Team noch keineswegs siegfähig war, doch aufgrund seiner Loyalität zu seinem Manager und Teamchef Craig Pollock blieb er lieber BAR treu. Diese Entscheidung wurde ihm mit einem stattlichen Schmerzensgeld versüßt, welches ihm Briatore nicht bieten konnte. Sportlich hatte dies für den Kanadier aber schwerwiegende Konsequenzen.
Im Nachhinein ist man eben immer klüger...
"Natürlich wäre es damals besser gewesen, zu Renault zu gehen", seufzte Villeneuve. "Im Nachhinein ist man immer klüger! Als ich mich jedoch entschieden habe, bei BAR zu bleiben, hätte auch Craig eigentlich bleiben sollen. Es war nicht geplant, dass sein Kopf rollen würde. Gleich nach meiner Unterschrift veränderte sich aber einiges, so dass ich mir dachte: 'Boah, dafür habe ich aber nicht unterschrieben!' Da war es aber schon zu spät."
Der heutige BMW Sauber F1 Team Pilot nahm viele charakterbildende Erfahrungen und eine Menge Geld in die vorübergehende Frührente mit, als er Ende 2003 vorzeitig von seinem Intimfein David Richards aus dem BAR-Rennstall geschmissen wurde. 2004 kam er dann zu den drei bereits angesprochenen Gasteinsätzen bei Renault, ehe ihm Peter Sauber 2005 eine weitere Chance gab. Ende 2006 läuft Villeneuves Formel-1-Vertrag jedoch aus.









